Erster Demenzfonds in Bayern

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Im Bayerischen Landtag wurde am 22. August 2018 der erste „bayerische Demenzfonds“ eingerichtet. Laut dem gesundheitspolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, Bernhard Seidenath, ist das Ziel des Demenzfonds in Bayern, Projekte zu unterstützen und Drittmittel einzuwerben. Dadurch sollen Menschen mit Demenz, die in den eigenen vier Wänden leben, sowie deren Angehörige, unterstützt werden.

Der Demenzfonds in Bayern wurde im ersten Nachtragshaushalt 2018 mit 800.000 Euro ausgestattet. Im nächsten Jahr soll eine Geschäftsstelle beim Landesamt für Pflege eingerichtet werden. Diese wird mit der Verwaltung des Bayerischen Demenzfonds beauftragt.

Der stellvertretende Leiter des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion, Klaus Holetschek, erklärte außerdem, dass durch den Demenzfonds in Bayern eine aktive Teilhabe und ein würdevolles Leben, trotz der Demenzerkrankung, ermöglicht werden soll.

Demenz

Demenzfonds in Bayern – Statistiken im Vergleich

In Bayern leben derzeit mehr als 240.000 Demenzerkrankte. Bis zum Jahr 2030 werden rund 300.000 Betroffene in Bayern prognostiziert. Allein die jährliche Rate der Neuerkrankungen liegt bundesweit bei mehr als 300.000. Gegenwärtig leben in Deutschland knapp 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Auf Grund des demographischen Wandels kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Deshalb nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu. Sofern es keinen Durchbruch in Medizin, Prävention und Therapie gibt, wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Zahl an Menschen mit Demenz bis zum Jahr 2050 auf ca. 3 Millionen erhöhen. Das sind 40.000 Demenzerkrankte pro Jahr bzw. knapp 100 pro Tag. Diese Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Betreuung von Menschen mit dementiellen Erkrankungen. Daher muss man abwarten welche Folgen, ob positiv oder negativ, der Demenzfond haben wird.

Versorgung von Menschen mit Demenz

Die Versorgung von Angehörigen, die an Demenz erkrankt sind ist eine riesige Herausforderung für die betroffenen Familien und die gesamte Gesellschaft. Zwar gibt es schon regionale Pilotprojekte, die eine qualitativ gute Versorgung von Dementkranke sicher stellen soll, jedoch sind bundesweite Strukturen nicht vorhanden. Durch die Änderung von Pflegestufen zu Pflegegraden wird nun endlich diese spezielle Erkrankung berücksichtigt. Im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG 2) kam es zu diesen Änderungen. Im Zuge der Pflegereform 2016/2017 wurden die bisherigen Pflegestufen in fünf neue Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 umgewandelt. Diese Überleitung ist in § 140 Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) verankert.
Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, wie Demenzkranke können nun Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen. Diese Leistungen sollen dann ein würdevolles Leben ermöglichen.

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Demenz im Krankenhaus

Durch die demographischen Entwicklungen in Deutschland sehen sich viele Pflegekräfte viel öfter mit der Krankheit Demenz oder Alzheimer konfrontiert. Oftmals ist der stationäre Aufenthalt auch ein Problem der Versorgung. Der Umgang mit Patienten, welche an Demenz erkrankt sind ist sehr zeitintensiv und belastend. Daher müssen auch im stationären Setting die Voraussetzungen für die Versorgung verbessert werden. Die „Therapie“ der Demenz ist meist Aufgabe von Pflegekräften. Bei dem stetigen Kostendruck und vorherrschenden Effizienzgedanken gehen Demenzkranke regelmäßig unter, da sie viel Zeit in Anspruch nehmen und durch die kurzfristige Entwurzelung aus ihrem gewohnten Umfeld häufig Anpassungsstörungen haben. „Gerade mit Musik können Demenzpatienten in besonderer Weise angesprochen werden. Demenzpatienten singen oft Weihnachts- oder Kinderlieder, ohne Schwierigkeiten mit dem Text zu haben“, so äußert sich Dr. Thomas Goppel, Sprecher für Seniorenpolitik der CSU-Fraktion.

Sicherlich ein guter Gedanke, jedoch brauchen wir in den Krankenhäusern andere Modelle oder die nötigen personellen Verbesserungen um dieses Angebot machen zu können.

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Florian Croseck
Health Manager (M.A.), Pflege- und Gesundheitswissenschaftler (B.Sc.), Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegeberater nach § 7a Abs. 3 Satz 3 SGB XI

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