Informationstechnologie in der Medizin

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Informationstechnologie in der Medizin, Speicherchip

Gewaltige Entwicklungssprünge macht derzeit die Informationstechnologie in der Medizin. Der Fokus liegt dabei auf zwei Trends.

Hard- und Software

Diese werden von Jahr zu Jahr noch leistungsfähiger. Größere Datenmengen sind immer schneller bearbeitet bzw. verarbeitet. Das maschinelle Lernen und Erkennen von Mustern, auch in unstrukturierten Daten, ist perfektioniert. Die Bedeutung von Daten, Semantik und Kontext, wird zunehmend zum Mittelpunkt der IT. So kann immer mehr Information und Wissen entstehen. Erst die nächste Stufe, das Handeln, ist noch ein Monopol der Menschen.

Datenquellen

Die Anzahl an Quellen, aus denen Daten zusammengeführt werden müssen, nehmen kontinuierlich zu. Außerdem werden sie inhomogener. Hauptbestandteil der Quellen sind verschiedene Akteure, nicht zuletzt der Patient.

Ausblick

Diese rasche Entwicklung der Informationstechnologie in der Medizin bietet Chancen für schnellere, ausführlichere und präzisere Diagnosen und für wirksamere sowie individuellere Therapien. Dem gegenüber stehen allerdings Herausforderungen, die schon bekannt sind, sich aber verschärfen. So ist mit zunehmenden Mengen von Informationen zu rechnen, die die Nutzer der IT-Systeme verarbeiten müssen. Es muss erkennbar werden, ob diese Informationen unverfälscht und vollständig sind. Die Bedeutung der ausgetauschten Inhalte zwischen IT-Systemen muss weiterhin klar sein. Etablierte Standards sollten von allen Beteiligten eingehalten werden. Ärztinnen/Ärzte und Gesundheits-und Krankenpfleger/innen sollen ihre Wahrnehmungen und Handlungen in IT-Systemen speichern, um aus deren Output Rückschlüsse ziehen zu können. Dies bildet die Basis des Handelns und ermöglicht es, sich schnell und zuverlässig ein Bild zu machen.

Informationstechnologie in der Medizin, Digital

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Risiken – Informationstechnologie in der Medizin

Jedoch können die Systeme dies derzeit nicht gewährleisten. Man benötigt zu viel Zeit für die Daten-Eingabe und die Durchsicht von Informationen, beklagten die verschiedenen Anwender. Dadurch minimiert sich die Zeit für die Interaktion mit ihren Patienten. Ein trauriges Beispiel ist eine Ebola-Infektion eines Patienten in einem texanischen Krankenhaus im Herbst 2014, die nicht als diese erkannt wurde. Mit der Fehldiagnose Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) wurde der Patient wieder entlassen. Der Patient steckte zwei weitere Menschen an und verstarb zwei Wochen nach Entlassung. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die elektronische Fallakte zu diesem Verlauf beigetragen habe. Die durch das Aufnahme-Personal durchgeführte Reiseanamnese ergab, dass der Patient erst vor kurzem in Liberia war, allerdings wurde diese Information auf einer Maske dokumentiert, deren Durchsicht nicht zum Arbeitsablauf des behandelnden Mediziners gehörte.

Dieses Beispiel zeigt, dass es wichtig ist nicht nur Trends zu suchen bzw. zu entdecken, sondern Trends selbst zu setzen. Die künstliche Intelligenz (KI) ist auf jene Herausforderungen anzupassen. Sie kann Kriterien für gute Qualität von Datenquellen entwickeln und diese überwachen. Die KI kann Datenströme verfolgen und prüfen, ob die Informationen in den richtigen Kontext gestellt werden, sodass alle in den Prozess involvierten Personen den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Der Weg von der Idee zur Umsetzung wird nicht leicht, aber notwendig.