Bewegungsmangel in einer Industrienation

Gesellschaften werden immer dicker. Folgeerkrankungen von Übergewicht und Adipositas nehmen ständig zu. Das hat eine enorme finanzielle Belastung für die Haushalte der Länder zur Folge. Ein ausschlaggebender Grund für Übergewicht ist der Bewegungsmangel. Durch die Veränderung der Arbeitswelt seit der Industrialisierung, hat sich die körperliche Belastung im Arbeitsumfeld deutlich verändert. Sie hat sich verschoben, von der körperlich sehr anstrengenden Betätigung, hin zu mehr sitzenden Tätigkeiten, die häufig mit einer starren Haltung Richtung Bildschirm verbunden sind. Für unsere Gesundheit am Arbeitsplatz ist die Digitalisierung Fluch und Segen zugleich. Den der Bewegungsmangel in einer Industrienation kann schlimme Folgen haben.

Bewegungsmangel in einer Industrienation – Definition

Ein Bewegungsmangel liegt dann vor, wenn der Körper nicht so viel bewegt wird, damit er seine physiologischen Funktionen erfüllen kann, oder durch die Passivität sogar geschädigt wird. Manchmal treten auf Grund des Bewegungsmangels keine Symptome oder Einschränkungen auf. So kann zum Beispiel eine nicht entdeckte Hypercholesterinämie vorliegen, die langfristig die Gefäße schädigt. Bei schlanken und scheinbar fitten, jungen Leuten kann auch ein Bewegungsmangel vorliegen. Dieser kann sich dann in Form von Müdigkeit oder mangelnder Belastbarkeit bemerkbar machen.

Die Ursachen für Bewegungsmangel

Die Ursachen sind vielfältig und daher auch schwer zu bekämpfen. Zehn Stunden am Tag im Büro sitzen und in einen Bildschirm starren. Dazu vielleicht noch eine falsche Haltung oder ungesunde Möbel. Alles Faktoren, die denn Bewegungsmangel fördern. Die wenigstens haben wohl Lust nach einem Arbeitstag, der mit Kopfschmerzen und Rückenschmerzen endet, sich noch sportlich zu betätigen. Und was ist mit den jungen Menschen in Deutschland? Die sitzen lieber vor dem Fernseher oder Smartphone, anstatt sich draußen an der frischen Luft zu bewegen. Es wirkt schon paradox, dass junge Arbeitnehmer vermehrt Wert auf die Work-Life-Balance legen, aber die Zahl derer, die sich regelmäßig bewegen, geht nach der neusten WHO-Studie zurück. Diese Studie wurde jetzt im Fachblatt „The Lancet Global Health Journal“ veröffentlichtet. Es gibt einfach noch keinen Personal-Trainer, der sich für einen bewegt, damit man selbst nicht krank wird. Oftmals ist jedoch die Krankheit selbst Schuld am Bewegungsmangel. So können schwere Verletzungen und Brüche über einen langen Zeitraum dafür sorgen, dass sich der Betroffene zu wenig bewegt. Auch das Alter und die zunehmenden Gebrechlichkeit provozieren gerade im letzten Viertel des Lebens einen Mangel an Bewegung.

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Wer ist besonders betroffen?

Selbstverständlich sind alte und behinderte Menschen deutlich häufiger betroffen. Aber es gibt auch eindeutige Unterschiede wenn man sich ganze Nationen anschaut. In Deutschland bewegen sich mehr als 40 Prozent der Bevölkerung zu wenig (Quelle WHO). Deutschland ist eine reiche Industrienation. Bei uns gibt es viele Jobs, die hauptsächlich im Sitzen verrichtet werden. Diesen Trend erfüllen fast alle Industrienationen. Besonders diejenigen, welche eine stark ausgeprägte IT-Branche aufweisen. Zudem ist der Reichtum in Deutschland so groß, dass es fast in jedem Haushalt einen oder mehrere Fernseher gibt. Die Multimediaendgeräte (Fernseher, Tablet, Smartphone, Laptop, etc.) sind daher eine beliebte Freizeitbeschäftigung.

Viele Menschen gehen aber auch einer körperlichen Arbeit nach, dort ist nicht der Mangel die Ursache für Folgeerkrankungen, sondern die Überbelastung. Durch die ständige Belastung des Bewegungsapparates, kommt es zu Abnutzungen in Gelenken und der Wirbelsäule. Diese Abnutzungen können dann auch die Entstehung einer Arthrose begünstigen. Jedoch ist diese Personengruppe von anderen Folgeerkrankungen weniger betroffen. Die da wären : Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes, Adipositas, Bandscheibenvorfälle u.v.m.

Folgen von Bewegungsmangel

Ein paar der gravierendsten Folgen wurden im Text schon genannt. Hier möchten wir dir nochmal die wichtigsten schön sortiert auflisten.

Als erstes ist durch den Mangel an Bewegung natürlich die Entstehung von Übergewicht und Adipositas begünstigt. Aus der Adipositas entwickelt sich dann häufig ein metabolisches Syndrom. Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus Risikofaktoren und Krankheiten. Als Risikofaktoren werden Bewegungsmangel, Fehlernährung und Bluthochdruck genannt. Durch die Veränderungen im Fettstoffwechsel und Kohlenhydratstoffwechsel kommt es zu einer vermehrten Bildung von Bauchfett, sowie einer erhöhten Glukosetoleranz, der Vorstufe vom Diabetes mellitus Typ 2. Durch die erhöhte Konzentration von Blutfetten und des Blutzuckers kommt es zu Veränderungen der Gefäße. Verengungen durch Verkalkungen sind die Folge. Eine Arteriosklerose entsteht. Die Arteriosklerose ist dann häufig für sehr schwere Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, verantwortlich. Also mehr als ein guter Grund seinen Hintern aus der Couch zu bewegen.

Bewegung im Alltag einbauen

Vielen fehlt die Motivation noch etwas Aktives neben der Arbeit, Schule oder Studium zu tun. Also warum nicht das Nötige mit dem Angenehmen und Nützlichen verbinden. Jeden Morgen müssen wir zur Arbeit kommen. Und am Abend wollen die meisten auch wieder nach Hause. Die perfekte Möglichkeit etwas für seine Gesundheit zu tun und den Bewegungsmangel zu bekämpfen. Und zwar nicht im Zug oder im Auto. Wie das gelingen kann, kannst du in unserem Artikel „Gesund zur Arbeit“ lesen. Auch soziale Aktivitäten am Wochenende könne mit Bewegung verbunden werden. Was spricht gegen einen gemeinsamen Ausflug zum Wandern, oder einer Radtour zum nächsten Biergarten. Und keine Angst, meiner Meinung nach ist dann auch das ein oder andere kalte Bier erlaubt. Neben der Bewegung spielt auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine entscheidende Rolle für ein beschwerdefreies Leben. Wenn du dich mit dem Thema Ernährung weiter beschäftigen möchtest, empfehlen wir dir unsere Kategorie „Ernährung“.

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Wenn du willst, kannst du gerne noch länger bei uns bleiben. Aber wir haben auch nichts dagegen, wenn du deinen Computer jetzt runter fährst und dich bewegst. Denn Bewegung tut uns allen gut und wir sorgen damit schon für morgen.

Oliver Weymannhttps://carewelt.de/
B.A. Pflegepädagogik Abschluss 2021; Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger

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