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Häusliche Pflege richtig planen und durchführen

häusliche Pflege planen

Häusliche Pflege richtig planen und durchführen

Immer mehr pflegebedürftige Menschen werden von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt. Ein Grund sind mangelnde Plätze in Pflegeheimen und die negative Werbung durch Skandale und Qualitätsmängel. Häusliche Pflege stellt jedoch häufig eine starke Belastung für die Angehörigen dar. Die Belastungen bestehen dabei aus körperlichen und psychischen Aspekten. Feststellung des Bedarfs, Planung und Durchführung der Maßnahmen bedürfen der Koordination. Die mentale Verbindung der Pflegenden zum Pflegeempfänger ist positiv und negativ zu bewerten. Aktuelle Entwicklungen aus der Politik versuchen die Versorgung von Pflegebedürftigen durch Angehörige nach vorne zu bringen. Doch alleine die finanzielle Unterstützung wird die Situation auf beiden Seiten des Pflegebettes nicht nachhaltig verbessern. Die häusliche Pflege durch Angehörige ist eine Zukunftsaufgabe, die eine Entlastung der stationären Pflegeeinrichtungen bewirken könnte.

Viel Spaß beim Lesen und wir hoffen, dass wir Euch helfen können. Bei weiteren Fragen schreibt uns einfach eine E-Mail.

Häusliche Pflege: allgemeine Leistungen

Die finanziellen und sachlichen Förderungen im Pflegefall sind im Sozialgesetzbuch* geregelt. Pflegegeld ist die finanzielle Unterstützung für Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden. Somit steht dem Pflegebedürftigen das Geld zur freien Verfügung. Pflegegeld ist als Ersatz für die Pflegesachleistungen zu verstehen. Denn bei Pflegesachleistungen handelt es sich um Leistungen, die durch eine professionelle Organisation (Pflegedienst) erbracht werden. Deshalb werden diese Leistungen auch direkt mit dem Erbringer abgerechnet. Es entsteht ein klassisches Sozialversicherungsdreieck: Versicherungsnehmer zahlt Beiträge an Versicherung; Leistungserbringer (Pflegedienst) wird beauftragt Leistungen zu erbringen; Leistungserbringer und Versicherung rechnen miteinander ab. Bei diesem System ist die Qualität durch Gesetze und ähnliches geregelt. Aber wie sieht es mit der Versorgungsqualität aus wenn die Pflege durch Angehörige erbracht wird?

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Ganz einfach: In regelmäßigen Abständen kommt eine Pflegefachkraft vorbei und macht einen Beratungsbesuch. Dabei können Defizite zusammen besprochen werden und es findet ein fachlicher Austausch statt. Natürlich ist es die Ausnahme, jedoch werden auch Gelder aus der Pflegekasse regelmäßig zweckentfremdet. Es findet also eine angebliche Versorgung statt, um die finanziellen Mittel einzustreichen. Solche Missstände können von der zuständigen Pflegefachkraft dann an die jeweilige Stelle gemeldet werden. Zum Thema „Missbrauch und Veruntreuung in der häuslichen Pflege“ werden wird bald einen Artikel veröffentlichen. Also schaut einfach regelmäßig bei carewelt.de vorbei.

Aber wer Angehörige zu Hause pflegt, braucht neben Geld zum Abfangen von Einkommensausfällen auch noch weitere Materialien, die natürlich alle Geld kosten. Dabei unterscheidet man zwischen Verbrauchsmaterialien und den Verordnung von Hilfsmitteln, zur Verbesserung der herrschenden Situation. Grundsätzlich werden unter dem Begriff „Pflegehilfsmittel“ Geräte und Sachmittel verstanden, die eine Versorgung im häuslichen Setting erleichtern bzw. ermöglichen. Technische Pflegehilfsmittel werden in der Regel teilweise oder gegen eine Zuzahlung zur Verfügung gestellt. Die Notwendigkeit wird dabei durch ein Rezept vom Hausarzt oder den behandelnden Medizinern im Krankenhaus festgestellt. Manche dieser Pflegehilfsmittel werden auch auf Leihbasis angeboten, um die Kosten für die Kassen zu reduzieren.

Unter Verbrauchsmaterialien in Höhe von bis zu 40 Euro pro Monat werden Handschuhe, Windeln, Waschlappen, etc verstanden. Also Produkte, die nach ihrem Gebrauch im Mülleimer landen sollten. Diese Kosten werden von der Pflegekasse erstattet. Für die Kostenübernahme wird kein Rezept vom Arzt benötigt. Der festgestellte Pflegegrad reicht dafür völlig aus. Die Rechnungen einfach aufheben und jeden Monat zur Pflegekasse schicken. Diese erstatten Euch dann den Betrag, jedoch wie erwähnt maximal bis zu 40 € im Monat.

Die Koordination der häuslichen Pflege

Arztbesuche, Einkäufe, Nachschub für Pflegematerialien, eigene Interessen wahren und gleichzeitig für einen Angehörigen ein lebenswertes Leben gestalten. Die Liste der Herausforderungen für Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, nimmt kaum ein Ende. Da ich selber in einem Krankenhaus arbeite und Pflege aus der professionellen Perspektive betrachte, möchte ich den Angehörigen an dieser Stelle meinen allergrößten Respekt aussprechen. Acht Stunden in der Arbeit die Versorgung von mehreren Patienten zu koordinieren ist schon eine Mammutaufgabe. Sich jedoch vorzustellen, dass man 24 Stunden und das Tag für Tag seines Lebens nach den Bedürfnissen eines anderen, zwar bekannten, dennoch anderen Menschen richten zu müssen, ist für viele Menschen unmöglich. Manche von Euch wurden vielleicht gerade ganz frisch in die Situation geworfen und müssen sich im kalten Wasser erst zurechtfinden.

Für Euch haben wir jetzt eine kleine Checkliste für die häusliche Pflege erstellt:

 

1. Kümmert euch um einen Pflegegrad

Um Leistungen aus den Pflegekassen zu bekommen, müsst ihr Euch um einen Pflegegrad bemühen. Die Einleitung eines Verfahrens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit wird oft schon im Krankenhaus oder durch den Hausarzt initiiert. Falls dies nicht der Fall ist, könnt ihr auch selbst einen solche Antrag ausfüllen und an die zuständige Pflegekasse senden. Den Antrag erhaltet ihr direkt von jeweiligen Pflegekasse. Die Pflegekassen sind den Krankenkassen angegliedert. Einfach anrufen oder einen Brief mit einer kurzen Schilderung versenden.

Wichtig: Ihr erhaltet ab dem Monat der Antragstellungen Leistungen aus den Kassen der Pflegeversicherungen. Natürlich werden diese Leistungen nur nach vorheriger Prüfung durch den MDK oder Medicproof ausbezahlt. Wenn jedoch zum Beispiel die Feststellung erst drei Monate nach Antrag erfolgt, habt ihr ein Anrecht auf die Leistungen für die drei Monate, seit der Antragsstellung.

2. Welche eigenen Ressourcen stehen zur Verfügung

Während der Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit läuft, müsst ihr Euch fragen, welche Ressourcen persönlich und in der Familie zur Verfügung stehen, um die häusliche Pflege sicherstellen zu können. Wie viel Zeit habe ich neben der Arbeit, Schule oder Studium? Hat jemand in der Familie Erfahrungen oder eine Ausbildung im Bereich der Pflege?

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Natürlich spielen auch finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle. Eine Reduzierung der eigenen Wochenarbeitszeit ist mit einem dauerhaften Verlust von Einkommen gekoppelt. Als Unterstützungsangebot gibt es die Pflegezeit. Diese ist im SGB XI geregelt. Damit können kurzfristige Arbeitsausfälle und damit Einkommensausfälle abgefangen werden.

Zudem muss die eigene gesundheitliche und psychische Verfassung geeignet sein. Die Mobilisation und Lagerung beanspruchen den Bewegungsapparat sehr stark. Jedoch können Familienmitglieder, die eine körperliche Beeinträchtigung aufweisen, bei der Ernährung oder der Freizeitbeschäftigung helfen. Zusammen Lesen oder einfache Spiele verschaffen Lebensqualität und Ablenkung.

Somit kann die ganze Familie in die häusliche Pflege integriert werden, und die Qualität damit verbessert werden. Außerdem kann die gemeinsame Versorgung Sicherheit für die zu Pflegende Person schaffen. Vier Hände geben mehr Halt als zwei.

häusliche Pflege, Pinnwand

 

3. Stimmt Euch in der Familie ab

Jeder hat eigene Pläne und Vorstellungen vom Leben. Die Bedürfnisse eines Verwandten dann mit einzubauen, erfordert ein hohes Maß an Disziplin und die Abgabe von eigener Freizeit. Nehmt euch einen Kalender, zum Beispiel einen Familienplaner* und schaut euch an, wer, wann, wie viel Zeit für die häusliche Pflege aufbringen kann. Außerdem müssen auch die persönlichen Kompetenzen berücksichtigt werden. So können wahrscheinlich Großeltern und Co. keine komplette Übernahme der Ganzkörperpflege übernehmen, daher werden Versorgungslücken sicherlich auftreten. Um diese Lücken zu schließen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein ambulanter Pflegedienst kann auch nur wenige Tage im Monat einspringen. Oder Ihr passt den Tagesablauf des „Pflegeempfängers“ dem Tagesablauf der „Pflegeerbringer“ an. Also, kann zum Beispiel die tägliche Körperpflege auch erst am Nachmittag erfolgen. Oder ihr fragt Freunde, ob sie für ein paar Stunden einspringen könnten.

4. Wollt Ihr die Pflegezeit für Angehörige?

„Für kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 des Pflegezeitgesetzes hat eine Beschäftigte oder ein Beschäftigter im Sinne des § 7 Absatz 1 des Pflegezeitgesetzes, die oder der für diesen Zeitraum keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber und kein Kranken- oder Verletztengeld bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes nach § 45 des Fünften Buches oder nach § 45 Absatz 4 des Siebten Buches beanspruchen kann, Anspruch auf einen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt (Pflegeunterstützungsgeld) für bis zu insgesamt zehn Arbeitstage. Wenn mehrere Beschäftigte den Anspruch nach § 2 Absatz 1 des Pflegezeitgesetzes für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen geltend machen, ist deren Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld auf insgesamt bis zu zehn Arbeitstage begrenzt.“ (Zitat aus dem §44a SGB XI)

Kurz erklärt: Wenn Euer Angehöriger aus dem Krankenhaus oder Reha-Einrichtung entlassen wird, muss es manchmal sehr schnell gehen, daher hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, kurzfristig die Pflege zu Hause durch Angehörige zu ermöglichen. Und das ganze für 10 Tage. Du musst dafür unverzüglich einen Antrag beim Arbeitgeber und der Pflegekasse stellen. Die entstandenen Einkommensverluste werden Dir dann erstattet.

 

5. Was muss umgebaut werden, um die häusliche Pflege zu ermöglichen?

Die vermeidlich wichtigsten Bereiche sind der Schlaf- und Badbereich. Wo kann mein pflegebedürftiger Angehöriger schlafen? Reicht das normale Bett aus, oder brauchen wir ein Pflegebett? Wo passt das Pflegebett dann rein? Diese Fragen sollten zusammen mit dem Pflegebedürftigen geklärt werden. Der Schlafbereich ist natürlich auch zeitgleich eine Möglichkeit zum Rückzug. Also vielleicht bietet sich eher ein Raum an, in dem kein Durchgangsverkehr herrscht. Dann sollte es auf der selben Etage eine Möglichkeit für die Körperpflege geben, falls eine Benutzung der Treppen unmöglich ist. Dann muss geklärt werden, ob sich das Badezimmer für die Pflege eignet, oder ob es den Bedarf von Umbaumaßnahmen gibt. Solche Umbaumaßnahmen werden durch Gesetze gefördert. Bis zu 4000 € sind dabei möglich.

Die Ziele des Umbaus müssen aber dabei auf einen der drei folgenden Punkte erfüllen:

– die häusliche Pflege wird durch den Umbau erst möglich

– Die Pflegepersonen werden dadurch entlastet

– die Umbaumaßnahmen verbessern die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen

 

Zudem ist die Höhe der Auszahlung nicht auf 4000 € festgelegt. Es liegt im Ermessen der Pflegekassen nur einen Teil der maximal möglichen Summe auszuzahlen. Jedoch gibt es ja immer die Möglichkeit einen Widerspruch gegen solche Einschränkungen einzulegen.

6. Habe ich die nötigen Vollmachten/Betreuungsverfügungen?

Natürlich muss auch das Tagesgeschäft weiterlaufen. Besuche bei der Bank, Termine beim Anwalt oder andere allgemeine Vertragsabschlüsse müssen manchmal auch weiterhin von der pflegebedürftigen Person unterzeichnet werden. Deshalb ist es unausweichlich, dass weitreichende Vollmachten ausgesprochen oder eine Betreuung beantragt wird. Diese kann durch Angehörige, Betreuungsverein oder berufliche Betreuer übernommen werden. Weitere Informationen könnt ihr aus dem Buch: Leitfaden Betreuungsrecht* entnehmen.

Die richtigen Hilfsmittel für häusliche Pflege

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Hilfsmitteln. Als erstes gibt es Hilfsmittel, die zur Versorgung dienen, also zum Beispiel Rollstühle, Toilettensitzerhöhungen und ähnliches. Und dann gibt es noch Verbrauchsmaterialien. Darunter fallen Einlagen, Handschuhe, Windeln, Seife und vieles mehr. Hilfsmittel wie Rollstühle und Co. werden durch einen Arzt auf einem Rezept verschrieben. Dann können diese bei einem Sanitätshaus oder sonstigen Zulieferer geordert werden. Diese Leistungen stammen aus den Töpfen der Krankenversicherungen.

Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, braucht man kein Rezept vom Hausarzt. Diese Utensilien können selbst durch Angehörige erworben werden. Die Rechnungen dann einfach bei Pflegekasse einreichen und im Monat bis zu 40 € zurück bekommen. Der Betrag ist im Sozialgesetzbuch XI geregelt. Angehörige wissen am besten, welche Ausstattungsmerkmale, welches Hilfsmittel aufweisen muss. Toilettenstühle mit Rollen* sind nützlich, da man sich einen Transfer sparen kann. Das Umsetzen von Rollstuhl in den Toilettenstuhl wird unnötig, da es direkt in die Toilettenstuhl geht und dieser dann ins Bad gefahren wird. Solche Einzelheiten sollten direkt vom Hausarzt und dem Zulieferer besprochen werden. Auch Verbrauchsmaterialien haben verschiedene Qualitätsstufen und dementsprechend auch unterschiedliche Preiskategorien.

Pflegeboxen im Vergleich

Dabei müsst ihr eure eigenen Erfahrungen machen. Achtet darauf welche Windeln, Einlage und sonstiges von euren Angehörigen gut vertragen werden. Außerdem müsst ihr auch eure eigene haut achten. Handschuhe und Händedesinfektionsmittel greifen die Haut an und können nervige und schmerzhafte Reaktionen auslösen.

Für Entlastung während der häuslichen Pflege sorgen

Pflegende Angehörige leiden häufig unter sehr hohen Stress. Daher sind Auszeiten sehr wichtig. Achtet darauf, dass ihr trotz der Verantwortung regelmäßig „raus kommt“. Auch der Besuch von Pflegekursen kann euch die Arbeit erleichtern. Dort könnt ihr praktische Handgriffe und die rücken-schonende Arbeitsweise lernen. Wir bauen gerade eine Seite auf, auf der Ihr Informationen zur Stressbewältigung und einen schonenden Umgang mit eurem Körper während der Arbeit, bekommen könnt. Sobald die Seite steht, bauen wir den Link für euch ein.

Unterstützungsabgebote für pflegende Angehörige

Angebote um Menschen in der häuslichen Pflege zu unterstüzten sind vielfältig. Einerseits gibt es ein breites Angebot an fachlichen Kursen, die zum Beispiel durch Pflegestützpunkte oder Pflegeberatungen erbracht werden. Vorsicht ist gegeben, bei Informationen aus dem Internet. Dort können absolute Laien Tipps auf Foren geben, die gegebenenfalls sogar eine Gefährung des Patienten darstellen. Überprüft die Informationen oder kauft euch die passenden Bücher.

Eine kleine Auswahl für euch:

Unterstüzend kann auch ein ambulanter Pflegedienst engagiert werden. Diese könnte zum Beispiel einmal am Tag bei der körperlichen Waschung helfen, oder den Transfer in einen Stuhl erleichtern.

Thema Hausnotruf

Ein großes Thema ist der Hausnotruf. Eine super Erfindung meiner Meinung nach. Gerade bei den oben genannten Auszeiten, könnt Ihr relativ sicher das Haus verlassen. Drückt Euer Angehöriger den roten Knopf, wird eine Sozialstation oder ähnliches informiert. Diese kann dann über eine „Gegensprechanlage“ Kontakt zum Pflegeempfänger aufnehmen. Mit einem hinterlegten Hausschlüssel und der Zugangsberechtigung kann der ambulante Pflegedienst dann sogar die Wohnung/das Haus öffnen und nach dem Patienten schauen. Falls nötig wird auch direkt nach der Kontaktaufnahme mit dem Pflegeempfänger der Rettungsdienst alarmiert. Der Hausnotruf nimmt zwar keine Arbeit ab, aber kann es erleichtern in einen Zustand der Entspannung zu gelangen.

Zu den weiteren Möglichkeiten, wie Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege klickt hier.

Fazit: häusliche Pflege

Ohne Frage ist die häusliche Pflege von Angehörigen eine riesige Aufgabe. Eine Aufgabe die viel Disziplin auf Zeit in Anspruch nimmt. Daher sollte gut mit den vorhandenen Ressourcen gewirtschaftet werden. Deshalb möchten Wir Euch noch an Hand des professionellen Pflegeprozesses einen kleinen Wegweiser mit auf die Reise geben.

1. Informationssammlung: Wo brauch euer Angehöriger Hilfe und was kann er noch selbst. Wie viele Familienmitglieder können mithelfen und wie viel Zeit kann jeder Mitbringen? Etc.

2. Probleme erkennen: Gibt es Lücken in der Versorgung an bestimmten Tagen? Kommt es zu großen finanziellen Einbußen? Hat mein Verwandter schon bestehende Probleme/Komplikationen, bei denen wir professionelle Hilfe benötigen? Etc.

3. Festlegen von (Pflege)zielen: Setzt euch zusammen mit dem Betroffenen Ziele. Wenn es sich beispielsweise um eine nur mittelfristige Pflegebedürftigkeit handelt, plant die Fortschritte in den Bereichen Mobilisation / Selbstständigkeit / etc. Macht euch Aufzeichnungen oder eine klare Dokumentation. So etwas kann im Falle der Hospitalisierung sehr nützlich sein für die therapeutischen Teams.

4. Planung der Versorgung: Koordiniert euch untereinander. Vergleicht eure eigenen Ressourcen und Kompetenzen. Wer kann was am besten, und wo arbeitet ihr am besten zu zweit? Falls ihr einen ambulanten Pflegedienst engagiert, könnt ihr auch diesen mit in die Planung integrieren.

5. Durchführung der Maßnahmen: Das hört sich jetzt so logisch und einfach an. Aber wenn man erstmal mit der Pflege von Angehörigen anfängt, werden immer wieder neue Fragen oder Probleme auftauchen. Außerdem vergessen selbst beruflich-pflegende oftmals den zu Pflegenden in die Maßnahmen einzubeziehen und ihm zu sagen was jetzt gerade, zu welchem Zweck gemacht wird. Die Kommunikation ist im beruflichen und alltäglichen Setting unersetzlich. Bei Unsicherheiten, Fragen oder Problemen geht den Weg zu den Pflegeberatungen oder Freuden aus der professionellen Pflege und fragt nach Rat.

 

Wir wünschen alle von Euch, die einen Angehörigen zu Hause pflegen, alles alles Gute für die Zukunft. Das Euch die Kraft hoffentlich niemals ausgeht und Ihr zusammen dieses schwere Kapitel meistert. Bei Fragen und Anregungen schreibt uns eine E-Mail und wir werden versuchen Euch zu helfen.

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