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Kosten für Insulin belasten Gesundheitssektor

Kosten für Insulin, Blutzucker,

Kosten für Insulin belasten Gesundheitssektor

Die Kosten für alle Gesundheitssysteme dieser Welt sind immens, wenn man sich nur die Ausgaben für die Therapie für Diabetes und dessen Folgeerkrankungen anschaut. Daher stellt diese Stoffwechselerkrankung eine der wichtigsten Erkrankungen des 21. Jahrhunderts dar. Besonders ins Gewicht fallen die Kosten für Insulin, da die Produktion sehr aufwändig ist.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Forscher aus aller Welt an einer „Lösung“ des Problems arbeiten. Doch wie in allen pharmazeutischen Bereichen, kommt es so zu einem Interessenkonflikt. Da die Herstellung und der Vertrieb von Insulin und oralen Antidiabetika einen großen Markt darstellen, den die Pharmakonzerne sicherlich nur ungern einstellen oder verkleinern würden. Die internationale Diabetes Federation (IDF) hat mal nachgezählt und ist auf erschreckende Zahlen gestoßen. 2015 hatten schätzungsweise 415 Millionen Menschen Diabetes mellitus. Und die Prognose schaut erschreckend aus. Im Jahr 2040 wird es laut IDF ungefähr 642 Millionen Diabetiker auf der Welt geben.

Aber weshalb kommt es zu diesem Anstieg. Ein Großteil der Erkrankungen ist auf einen „schlechten“ Lebensstil zurückzuführen. Bewegungsmangel, Fehlernährung und fehlendes Wissen über die richtige Ernährung spielen dabei eine wichtige Rolle. Beim Typ 1 Diabetes ist von einem absoluten Insulinmangel die Rede, dort finden keine Tabletten den Weg in die Hausapotheke. Das fehlende Insulin wird durch subcutane Injektionen dem Körper zugeführt, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Aber woher kommt das Insulin. Dort muss weiter unterschieden werden. Es gibt synthetisches Insulin und „natürliches“ Insulin.

Die Produktion von Insulin am Beispiel Lantus (Sanofi)

Am Beispiel des Langzeitinsulins Lantus, welches auch Anwendung bei Menschen mit Diabetes Typ 2 findet, möchte ich euch die Produktion und den damit verbunden Aufwand näher bringen. In Frankfurt Höchst steht einer der größten Produktionsplätze für die Pharmaindustrie. Dort wird durch Sanofi das Insulin Lantus produziert. Dabei kommen E.coli-Bakterien zum Einsatz. Ein eigens dafür entwickelter Stamm der Bakterien wurde entwickelt. Der Bakterienstamm produziert, gesteuert durch andere chemische Prozesse, dann eine Vorstufe des Insulins. Anschließend wird das unfertige Insulin umgebaut. Es werden Verbindungen von Schwefel eingebaut um eine gebrauchsfertige Proteinfaltung zu provozieren. Dieser Schritt ist aber nicht zu 100 % zuverlässig, da es danach eine Art Filterung gibt. Es müssen die Insulinmoluküle herausgefiltert werden, die richtig gefaltet sind und daher Funktionsfähig sind. Dieser Schritt ist der wichtigste und zugleich teuerste. Je nach Hersteller schwanken die Kosten für das Gesundheitssystem zwischen 76,72 € und 57,77 € pro Verkaufseinheit. Den Bedarf an Lantus weltweit kann man nur schwer abschätzen. Jedoch ist der erzielte Umsatz von Sanofi mit Lantus offen einsehbar. Sanofi hat im Jahr 2017 4,62 Milliarden Euro umgesetzt und das alleine mit dem Vertrieb von Lantus. Daher darf man schätzen, dass circa die Hälfte aller Diabetiker weltweit auf Lantus angewiesen sind.

Rechenbeispiel für die finanzielle Belastung durch Kosten für Insulin

Der Bedarf schwankt zwischen 6 Einheiten pro Tag und 40 Einheiten pro Tag. Daher werden wir den Mittelwert benutzen. Also 23 Einheiten Lantus pro Tag. In einer Ampulle befinden sich 3 ml, also 300 IE. Dabei umfasst eine Packung 3 Ampullen für den Kosten für Insulin von 77,28€. Somit benötigt im Schnitt ein Diabetiker der Lantus benutzt 9,36 Verkaufspackungen im Jahr. Das ergibt eine Belastung für das Gesundheitssystem von 723,26 € pro Patient / Jahr. Wenn jetzt diesen Kostenpunkt auf den weltweiten Gebrauch von Lantus zur Berechnung nimmt kommt man auf einen Wert von 144 Milliarden Euro. Als Vergleich, das Bruttoinlandsprodukt von Kroatien liegt bei 50,42 Milliarden USD.

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