Donnerstag, Mai 23, 2019

Rückenschmerzen aktiv selbst behandeln

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Rückenschmerzen – Jeder kennt sie und jeder hatte sie schon mindestens einmal. Doch warum leiden eigentlich so viel Menschen darunter? Je nach Befragung antworten 60-70 Prozent der Menschen, dass sie in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Rückenschmerzen hatten.

Die Entwicklung des Lebensstils in unserer Gesellschaft hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf die Rückengesundheit. Einseitige, ungesunde Lebensweisen wie beispielsweise überwiegend sitzende Tätigkeiten, mangelnde Bewegung und Fehlernährung wirken sich negativ auf die Körperhaltung aus und begünstigen somit die Entstehung von Beschwerden am Bewegungsapparat. Das positive dabei ist, dass ein durch die Muskulatur hervorgerufener Schmerz reversibel (umkehrbar) ist. In der Medizin verwendet man auch den Begriff „restitutio ad integrum“, der die Abheilung einer Erkrankung ohne bleibende Schäden beschreibt. Im Fall der Muskulatur ist es so, dass wenn sich ein Muskel durch (falsche) Bewegung verkürzen kann, lässt sich diese Verkürzung wieder aktiv beheben.

Wie kommt es zur Muskelverkürzung?

Viele Menschen nehmen über weite Strecken des Tages eine nach vorne gebeugte bzw. gekrümmte Haltung ein. Beispielsweise beim Sitzen, Autofahren, beim Radfahren oder auch während des Schlafens (Embryonalstellung). Die passiv dauerbeanspruchten vorderen Muskelketten verkürzen dabei systematisch. Die Balance der vorderen und rückwärtigen Muskelgruppen ist gestört und immer öfter führen diese einseitigen Alltagspositionen bzw. Fehlhaltungen zu Schmerzen. Die Stelle des lokalisierten Schmerzes ist jedoch leider nicht immer der Ort der Schmerzursache. So liegt die Ursache von Rückenschmerzen z.B. oft in verkürzten Bauchmuskeln oder im verkürzten Hüftbeuger.

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Training gegen Rückenschmerzen und Muskelverkürzung

Das herkömmliche Muskeldehnen reicht leider bei weitem nicht aus, um einen Muskel wieder in Länge zu bringen. Ein entsprechender Trainingsreiz auf den zu trainierenden Muskel ist notwendig, damit man eine Verlängerung der Muskulatur erreicht. Sobald dieser Reiz eine gewisse Schwelle überschreitet, ist eine langfristige Anpassung begünstigt und möglich. Anfangs kann ein solcher Trainingsreiz schmerzhaft sein, da der verkürzte Muskel die aktiven Muskelgruppen in der Bewegung behindert. Deshalb ist ein regelmäßiges Beweglichkeitstraining sinnvoll, um den Schmerzpunkt kontinuierlich zu verschieben. Ein Ganzkörpertraining, welches vor allem die großen Muskelgruppen beansprucht, kann sich positiv auf die Schmerzursache auswirken, allen voran Rückenschmerzen. So können sich Beschwerden langfristig minimieren oder sogar eliminieren lassen.

Florian Croseck
M.A. Prävention & Gesundheitsmanagement Dez.19; B.Sc. Pflege- und Gesundheitswissenschaften; Examinierter Gesundheit- und Krankenpfleger; Pflegeberater nach § 7a SGB XI; Derzeit: stellv. PDL in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung