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Gewalt in der Pflege – Teil 1

Bild: pixabay

Gewalt in der Pflege – Teil 1

Wer kennt sie nicht, die Schlagzeilen über die Pflegefachkraft, welche in einem Pflegeheim zahlreiche ältere Menschen auf dem Gewissen hat. Oder die Fernsehreportagen, über die miserable Situation in der stationären und ambulanten Pflege. Diese Artikel und Berichte erzählen von älteren Menschen, die in einem stationären Pflegeheim oder durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt und gepflegt werden. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen Teil der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland. Ein Großteil der pflegebedürftigen Personen in Deutschland wird daheim von Angehörigen versorgt.

Auch hier, in den „eigenen vier Wänden“, finden all die Dinge, von denen in Reportagen, Artikeln und Berichten erzählt wird, ebenso statt. Um es klar zu sagen, es gibt Einzelfälle in denen Angehörige am „Pflegefall“ in der Familie Gewalt anwenden. Darf man dabei auch von Gewalt in der Pflege reden oder wäre es besser von Gewalt in der Familie zu sprechen?

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Gewalt kommt sowohl in der professionellen Pflege, wie auch in der Angehörigenpflege vor. Während jedoch in den Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege eine Kontrolle durch andere Altenpflegefachkräfte stattfindet bzw. stattfinden sollte, verläuft die Angehörigenpflege oftmals in völliger Anonymität. Dadurch bleibt die Gewalt in diesem Bereich wesentlich öfter unbemerkt, als dies im professionellen Bereich der Fall ist.
Obwohl diese Angehörigen ihr eigenes Leben hinten anstellen, um ihre Angehörigen selbst zu pflegen, kommt es zu Gewaltanwendungen an diesen, für sie so wichtigen Menschen. Zum Thema Gewalt in der Pflege hat carewelt.de zusammen mit Jolanda Metzger, Studentin an der katholischen Stiftungshochschule, eine Reihe an Beiträgen erstellt, die in den folgenden Tagen veröffentlicht werden.

Definition von Gewalt in der Pflege

Der Begriff Gewalt wird je nach Kontext oder Perspektive bzw. sozialpolitischem Verständnis unterschiedlich weit gefasst. Darüber hinaus ist der Begriff Gewalt, nicht wertneutral und nicht objektiv, er basiert auf kulturellen Normen und Werten und wird in der Regel mit negativen Bewertungen verbunden. Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird mit Gewalt bezeichnet:

„Der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt“ (WHO, 2003:5).

Somit legt die WHO den Schwerpunkt auf körperlichen Zwang oder physische Macht. Jedoch wird zwischen drei Typen von Gewalt unterschieden: Gewalt gegen die eigene Person (suizidales Verhalten), kollektive Gewalt (bewaffnete Konflikte) und zwischenmenschliche Gewalt.

Die zwischenmenschliche Gewalt wird wiederum in zwei Untergruppen aufgeteilt: Gewalt unter nicht verwandten Personen und Gewalt in der Familie und unter Intimpartnern.

Gewalt gegen ältere Menschen definiert die Weltgesundheitsorganisation wie folgt:

„Elder abuse is a single or repeated act, or lack of appropriate action, occurring within any relationship where there is an expectation of trust, which causes harm or distress to an older person. This type of violence constitutes a violation of human rights and includes physical, sexual, psychological, and emotional abuse; financial and material abuse; abandonment; neglect; and serious loss of dignity and respect“ (WHO, 2018).

Diese Definition besagt, dass Gewalt an ältere Menschen eine einzelne oder wiederholte Handlung darstellt, die in einer Beziehung auftritt, in der Vertrauen erwartet wird und somit eine Verletzung der Menschenrechte darstellt.

Gewalt in der Pflege ist jedoch eine sehr spezielle Art der Gewalt. Vielleicht sogar vergleichbar mit Gewalt gegen Kinder. In beiden Fällen wird eine Person geschädigt, die es zu Schützen gilt.

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Eigene Erfahrungen zur Gewalt in der Pflege

Da die Autoren selber noch in Praxis tätig sind, möchten wir an dieser Stelle, durch eigene Erfahrungen verdeutlichen, dass das Thema tagesaktuell ist und daher sachlich in die Öffentlichkeit getragen werden muss. Blaue Flecken an den Armen und Beinen sind keine Seltenheit. Immer wieder kommen solche Patienten ins Krankenhaus. Aber kann man allein bei blauen Flecken schon auf häusliche Gewalt schließen? Sicherlich schwierig, da viele Patienten Mittel zur Blutverdünnung nehmen, also Arzneimittel die, die Gerinnung beeinflussen und somit schneller Hämatome entstehen lassen. Und wie soll man sich verhalten wenn ein bettlägeriger Patient auf Station kommt und sich den Oberschenkel gebrochen hat, obwohl er eben nicht alleine aufstehen kann und ein solche Fraktur nur durch äußerliche Einflüsse entstehen konnte. Dann stehen Pflegekräfte und Ärzte vor einer schwierigen Entscheidung. Soll man einen solchen Vorfall/Verdacht öffentlich äußern und an welchen Stellen kann man sich wenden?

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