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Arztpraxen sollen ihre Öffnungszeiten ändern

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Arztpraxen sollen ihre Öffnungszeiten ändern

Wenn es nach dem Willen des GKV-Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen geht, sollten mehr Arztpraxen ihre Öffnungszeiten nach den Kunden anpassen. Also auch am späten Abend oder am Wochenende verfügbar sein. Als Argumentation diene, dass sich Krankheiten nun mal nicht nach den Öffnungszeiten der Praxen richten. Eine eher plumpe Argumentation. Der GKV meint, dass die aktuellen Öffnungszeiten nicht zufriedenstellend und daher die Notaufnahme immer öfter überfüllt sind. Hausärzte arbeiten im Schnitt 52 Stunden in der Woche laut der KBV.

Wenn ich mir jedoch die Hausärzte anschaue, die ich persönlich kenne, kann ich die Forderung des GKV nicht nachvollziehen. Hausärzte sind selbstständig tätig. Also dürfen sie ihre Arbeitszeiten frei gestalten. Diese Gestaltungsfreiheit wird ihnen auch von den kassenärztlichen Vereinigungen angeboten. Es gibt nur ein Minimum von Sprechstunden, welches in der Woche erfüllt werden muss.

Aber warum sollten Hausärzte nicht die selben Privilegien genießen dürfen wie ein selbstständiger Schreiner, wenn sie doch auch die selben Risiken tragen müssen. Ein Arzt führt ein Unternehmen, wenn er seine eigene Praxis hat. Also darf er auch seine eigenen Öffnungszeiten festlegen. Die Forderungen erinnern stark an eine Planwirtschaft, die der Osten von Deutschland nur zur gut kennt. Und Planwirtschaft wird dieses Problem nicht lösen, sondern verschärfen.

Das Problem liegt nicht an den Öffnungszeiten, sondern an der allgemeinen Versorgungskultur in Deutschland und der deutschen Bevölkerung. Nicht jeder Schnupfen muss im Krankenhaus abgeklärt werden. Rückenschmerzen müssen auch nicht im Krankenhaus therapiert werden. Durch solche Einsichten der Bevölkerung könnten die Notaufnahmen schon deutlich entlastet werden.

Genauso wenig muss ein Patient der chronisch krank ist, jede Woche seinen Hausarzt sehen. Meistens werden nur die Vitalwerte oder Blutuntersuchungen kontrolliert und dokumentiert. Solche Tätigkeiten im ambulanten Bereich könnten auch von sehr gut qualifizierte Pflegefachkräften erbracht werden. Zum Beispiel von sogenannten „Community Health Nurses“ (CHN). Dadurch hätte der Mediziner mehr Zeit für schwere Fälle und könnte auch den Wünschen zu ausgiebigen Gesprächen eher nachkommen.

Es Bedarf einer grundlegenden Reform der ambulanten Versorgung in Deutschland. Hausärzte brauchen mehr Zeit für Härtefälle, um das Hospitalisieren verhindern zu können. Leichte Fälle brauchen nicht dringend einen Hausarzt, sondern könnten auch von einer CHN versorgt und beraten werden. Solche Innovationen sollten die Krankenkassen in den Blick nehmen, und nicht auf planwirtschaftliche Restriktionen für die Zukunft setzen.

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