Schwangerschaftsabbruch in Deutschland

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Bild: pixabay

In dieser Beitragsreihe befassen wir uns mit dem Sterben von Kindern. Unser Thema bezieht sich auf die Schwangerschaftsabbrüche mit der aktuellen Situation in Deutschland. Der erste Teil dieser Beitragsreihe befasst sich mit den Gründen für einen Schwangerschaftsabbruch.

In diesen Artikel verstehen wir unter einem Schwangerschaftsabbruch, die Unterbrechung einer Schwangerschaft, die den Tod des Embryos beziehungsweise des Fötus zur Folge hat. Eine Schwangerschaft beginnt in diesem Artikel mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung der Frau. Im Jahr 2017 gab es insgesamt in Deutschland 787.887 Geburten. Hierzu zählen 784.884 Lebend- und 3.003 Todgeburten. Im Vergleich dazu gab es 101.209 Schwangerschaftsabbrüche, dies ergibt einen Prozentsatz von 12,9%. Da die Summe sehr hoch ist erörtern wir in diesem Artikel die möglichen Aspekte, warum der Anteil an Abbrüchen so hoch ist.
Weiterhin beziehen wir uns auf die unterschiedlichen Möglichkeiten des Abbruchs im Hinblick auf die aktuelle Rechtslage in Deutschland (BFS, 2018).

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Gründe des Schwangerschaftsabbruchs

Eine Schwangerschaft ist in der Regel ein freudiges Ereignis im Leben einer Frau, doch gibt es auch Gründe, weshalb sie zur Belastung werden kann und ein Schwangerschaftsabbruch in Frage kommt. Der Abbruch einer Schwangerschaft stellt immer eine schwerwiegende Entscheidung dar. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Frau einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung zieht.

Medizinische Indikation für einen Abbruch

Eine medizinische Indikation für einen Abbruch liegt dann vor, wenn die Mutter die Schwangerschaft oder die Geburt nicht überleben würde, oder wenn schwerwiegende Gefahren für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter nur durch eine Abtreibung und nicht auf andere Weise abgewendet werden kann. Als Beispiel hierfür wäre eine Krebserkrankung der Mutter zu erwähnen. Weiterhin kann bei einer Pränataldiagnostik eine Behinderung oder schwere Krankheit des Kindes festgestellt werden, somit ist der Schwangerschaftsabbruch mit einer medizinischen Indikation der Mutter begründet. Eine ärztliche Beratung ist in jedem Fall verpflichtend (vgl. ProFamilia Bundesverband, 2017).

Kriminologische Indikation für einen Abbruch

Wenn die Schwangerschaft sehr wahrscheinlich auf einer Straftat beruht, kann die Schwangerschaft mit kriminologischer Indikation abgebrochen werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Frau durch eine Vergewaltigung schwanger geworden ist, oder ein Mädchen schwanger ist, das noch keine 14 Jahre alt ist. Die Indikationsfeststellung erfolgt durch einen Arzt oder Ärztin. Die Staatsanwaltschaft oder die Polizei dürfen die Indikation nicht stellen. Für die Indikation ist es nicht notwendig, die an der Schwangeren begangene Straftat zur Anzeige zu bringen. Auch besteht hier keine Beratungspflicht wie etwa bei anderen genannten Gründen. Auch ohne Pflicht kann die Beratung dennoch wahrgenommen werden. Der Abbruch auf Grund der kriminologischen Indikation darf nur bis zum Ende der 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden (ProFamilia Bundesverband, 2017).

Persönliche Gründe der Schwangeren

Die Angst davor, nach der Schwangerschaft den wirtschaftlichen Lebensstandard nicht mehr halten zu können, kann als Grund für einen Abbruch gesehen werden. Weiterhin spielen die sozialen Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, das Kind nicht austragen zu wollen. So haben Frauen oft Angst um ihre berufliche Existenz, beispielsweise eine Ausbildung nicht beenden zu können oder den Arbeitsplatz wegen einer Schwangerschaft zu verlieren. Auch die Situation noch Schüler zu sein, ist hier zu berücksichtigen. Auch partnerschaftliche und familiäre Probleme können ausschlaggebend für einen Schwangerschaftsabbruch sein. So könnte die Frau ungewollt schwanger werden und sich mit der Schwangerschaft und dem Kind überfordert fühlen. Häufig passt eine Schwangerschaft dann nicht in das geplante Lebenskonzept oder Frauen werden von ihrem Partner zu einem Abbruch gedrängt, da dieser sich nicht mit dem zukünftigen Familienstand als Vater identifizieren kann.

Den Wunsch aus persönlichen Gründen eine Schwangerschaft abzubrechen wird als „Abtreibung im Sinne der Beratungsregel“ bezeichnet. Siehe dazu das Kapitel zur Rechtslage des Schwangerschaftsabbruchs auf der dritten Seite dieses Beitrags.

 

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Informationen für die Leser/Innen:

Dieser Artikel kann kein Beratungsgespräch mit einem Gynäkologen ersetzen und hat auch nicht diesen Anspruch. Außerdem stellt dieser Artikel keine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche dar. Er (der Artikel) hat einen rein informativen Charakter und soll dazu anstoßen sich Gedanken über einer ausreichende Verhütung zu machen, da Abtreibungen oftmals gravierende Folgen für Mutter und Kind haben können. Zudem entspricht dieser Artikel keiner Rechtsberatung. Bei juristischen Fragen, wenden Sie sich an Ihren Anwalt.

 

Hier geht’s zur Umfrage zum Thema „Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland“.

Bild: pixabay

 

 

 

 

 

 

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