Neuer Studiengang für Psychotherapeuten

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Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte die Ausbildung der Psychotherapeuten reformieren. Dafür hat er bereits einen Referentenentwurf vorgelegt. Ziel ist es, dass es ab dem Jahr 2020 direkt Studium der Psychotherapie geben soll. Dieses Studium gliedert sich in ein dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium und führt zur Approbation. In einer Weiterbildung –  wie bei Ärzten – soll dann die anschließende Spezialisierung zum Fachpsychologen für Erwachsene oder Kinder und Jugendliche erfolgen. Ebenfalls könnten die Kandidaten durch die Approbation bereits wie Assistenzärzte angestellt und vergütet werden. Mit der abgeschlossenen Weiterbildung wären sie dann dazu berechtigt, sich ins Arztregister eintragen zu lassen. Bislang ist es noch so, das angehende Psychotherapeuten nach dem Studium der Psychologie oder Pädagogik eine dreijährige Fachausbildung abschließen müssen, diese in der Regel selbst finanzieren.

Doch nicht bei allen kommt dieser Referentenentwurf positiv an. Teilweise wird Jens Spahn heftig kritisiert. Der Spitzenverband ZNS, der mehrere Berufsverbände vertritt, lehnt den Entwurf entschieden ab. Sie befürchten, dass durch die schwammige Berufsbezeichnung Psychotherapeut das Versorgungssystem für Patienten so noch unüberschaubarer werde. Des Weiteren sehen Sie eine Gefahr für Patienten, da Medikamenten durch medizinisch nicht umfassend ausgebildete Psychotherapeuten verordnet werden. Die Bundesärztekammer und die deutsche Gesellschaft für Psychiatrie fürchten eine Trennung von der Medizin und der Entstehung von getrennten Versorgungsbereichen. Ebenfalls wird kritisiert, dass keine Übergangslösung für aktuelle Psychotherapeuten in Ausbildung und alle, die bis 2020 ihr Studium beginnen, vorgesehen ist.

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