Neue Prämien für Hausarztbehandlungen

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Quelle: Pixabay

Erst Hausarzt und dann Facharzt: wenn man sich an diese Reihenfolge hält, soll man dafür zukünftig eine Prämie erhalten. Mit dieser neuen Planung möchte Jens Spahn, laut Medienberichten, die Stellung von Hausärzte im Gesundheitssystem fördern. Künftig sollen gesetzlich versicherte Patienten eine Prämie erhalten, wenn sie sich in der Primärversorgung vom Hausarzt behandeln lassen. So laute der Änderungsantrag zum Termin- und Servicestellengesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Patienten sollen dabei die Möglichkeit haben, im Zuge so genannter Hausarztverträge, sich gegenüber ihrer Krankenkasse zu verpflichten, für ein Jahr lang steht’s zum selben Hausarzt zu gehen, und nur auf dessen Überweisung hin den Facharzt aufzusuchen. In solchen Fällen fordert die Union und SPD die Kassen dazu auf, die Hälfte der dadurch erzielten „Effizienzgewinne“ in Form von Prämien an die Mitglieder auszuschütten. Ziel sei es die Stellung von Hausärzten im deutschen Gesundheitssystem zu stärken.

Spahn will mehr Einfluss auf den Leistungskatalog der Krankenkassen

Im September letzten Jahres hat das Bundeskabinett das Terminservice – und Versorgungsgesetz verabschiedet. In Kraft getreten ist es aber noch nicht. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Ärzte in Zukunft statt 20 mindestens 25 Wochenstunden als Sprechstundenzeiten anbieten müssen. Auch bestimmte Arztgruppen wie Frauen- und Augenärzte sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte werden dazu verpflichtet, mindestens 5 Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne Terminvereinbarung anzubieten. Diese neuen Leistungen sollen den Ärzten zusätzlich vergütet werden. Laut Jens Spahn soll der Hausarzt auch die Weitervermittlung eines Patienten an den Facharzt honoriert bekommen.

„Gesetzlich Versicherte warten zu oft zu lange auf Arzttermine“, sagte Jens Spahn in diesem Zusammenhang.

Dieses Problem solle zusammen mit den Ärzten gelöst werden. Auch wenn derzeit weitgehend der gemeinsame Bundesausschuss (G – BA) von Ärzten, Kliniken und Kassen über den Leistungskatalog der Krankenkassen entscheidet, möchte Spahn zukünftig Entscheidungen mit beeinflussen können.

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