Donnerstag, Mai 23, 2019

Quo vadis deutsches Pflegesystem? Aus dem Ausland lernen!

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„Weiter so“, das ist nun endlich vorbei und wissenschaftlich belegt!

Mit der zunehmenden Unzufriedenheit und der Verschärfung der Krise in der Pflege in Deutschland wurde klar, dass man neue Konzepte oder Ausrichtungen dringend benötigt. Deutschland war lange stolz auf die Pflege und die Pflegepolitik. Der „deutsche Weg“ in den Bereichen der Ausbildung und Akademisierung wurde oft von Politikern als der beste Weg in Europa angepriesen. Doch selbst Laien konnten diesen Aussagen irgendwann keinen Glauben mehr schenken. So haben viele Laien in der Vergangenheit behauptet, dass andere Länder wie z.B. Schweden oder die Niederlanden es viel besser machen würden.

Jetzt gibt es nun endlich eine Studie die dieses Laienwissen auch wissenschaftlich belegen kann. Denn nach der Suche nach neuen Lösungswegen für Verbesserungen im Bereich der Pflege muss man auch mal über die Landesgrenzen hinaus schauen. So geschehen nun in der aktuellen Studie die im medhochzwei Verlag veröffentlicht worden ist und von der Stiftung Münch durchgeführt worden ist. Im Fokus lagen andere Länder wie Großbritannien, Schweden, die Niederlanden und Kanada. Aus Erkenntnissen aus diesen Ländern wurden Handlungsempfehlungen für die eigenen, deutsche Pflegepolitik ausgesprochen.

Aufbau der Studie

Der Fokus lag insbesondere auf drei Kernproblemen: die Akademisierung von Pflegekräften, die Verantwortung bei der Patientenversorgung und allgemein die Ausbildung von Pflegekräften. Die Vergleichbarkeit der Studie wird dadurch gewährleistet, da die anderen Vergleichsländer ebenfalls ähnliche Probleme wie die Bundesrepublik Deutschland haben. Die Wege zur Verbesserung sehen ganz unterschiedlich aus, je nachdem welches Land man begutachtet. Dennoch ließ sich auch in dieser Studie ein Grundkonsens abbilden: andere Länder investieren deutlich mehr in hochschulische Aus-und Weiterbildung von Pflegefachpersonen und sie ergreifen Maßnahmen die, die Selbstorganisation und Selbstverantwortung steigern sollen. Ebenso werden die Aufgabenbereiche und die Verantwortungsbereiche erweitert. Dies steigert dann wiederum das Engament und Commitment von Pflegefachpersonen.

Dazu Stephan Holzinger der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Münch (Quelle: Website von medhochzwei):

Wir sind uns in Deutschland alle einig, dass wir den Pflegeberuf attraktiver machen müssen, nur so können wir Personal binden und finden. Ein Weg dahin ist es, Pflege hochwertigere Aufgaben erledigen zu lassen. Damit einher geht aber auch mehr Verantwortung, das ist vielen Diskussionsteilnehmern in der Pflegebranche noch nicht hinreichend klar. Die Politik verhält sich widersprüchlich: sie will einerseits auch die Pflege aufwerten, setzt aber mit neuen Regulierungen, unter anderem der Herauslösung der Pflege aus dem DRG Vergütungssystem, den wirtschaftlichen Anreiz, dass Pflegefachkräfte demnächst wieder zur Essensausgabe und so Zimmerreinigung mit eingesetzt werden.

Ein Dolch in jedem Herzen, das für für die Professionalisierung der Pflege schlägt.

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Oliver Weymannhttps://carewelt.de/
B.A. Pflegepädagogik Abschluss 2021; Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger