Wie soll die Pflegeberatung der Zukunft aussehen? – Deutscher Pflegetag 2019

Dieser Frage ist die Podiumsdiskussion heute auf dem Deutschen Pflegetag 2019 nachgegangen. Titel der Diskussion, an der am Ende auch Zuhörer zu Wort kommen durften, war „Sparkassen-Finanzgruppe – Gut beraten? Wie sollte eine kompetente 360 Grad – Pflegeberatung aussehen?

Redner:

  • Emmi Zeulner; MdB und Krankenschwester
  • Frank Schumann; wir pflege e.V.
  • Stefan Weller; Union Krankenversicherung
  • Prof. Frank Weidner; DIP

Zu Beginn wurde die aktuelle Situation der Pflegeberatung in Deutschland dargestellt. Aus den ausgeführten Informationen ließen sich zwei Kernaussagen ableiten. Die Erste ist, dass die Menschen in Deutschland das Beratungsangebot und die Beratungsmöglichkeiten in Deutschland nicht verstehen und nicht kennen (Barmer-Studie).

Die zweite Kernaussage beschreibt die aktuelle finanzielle Lage der Pflegeberatung. Nur 90 Millionen Euro werden jährlich aus dem Topf der Pflegeversicherung für Pflegeberatungen ausgegeben. Das ist der kleinste Anteil, der in der Buchführung der Pflegeversicherung geführt wird.

Probleme der Pflegeberatung

Diese stellt Herr Prof. Weidner in zwei Säulen dar. Zum einen gäbe es den Sicherstellungsauftrag der Krankenkassen der im SGB verankert ist. Zu anderen greift auch die kommunale Daseins-Fürsorge, die aus dem Grundgesetz hervorgeht. Aus diesen zwei Parellelwelten ergeben sich regional extrem unterschiedliche Ist-Zustände. So gibt es in Rheinland-Pfalz flächendeckende Pflegestützpunkte und in Sachsen keinen einzigen davon (Aussage Prof. Weidner). Außerdem ist die Vielschichtigkeit der verschiedenen Anbieter ein weiteres Problem. So können Pflegestützpunkte der Kassen, Wohlfahrtsverbände, freiberufliche Pflegeberater und viele mehr diese Leistungen nach SGB XI erbringen. Darunter leide auch die Qualität der Beratung.

Aktuelle Tendenzen bei der Pflegeberatung

Neben vielen Kontroversen in der Diskussion wurden aber auch einige Gemeinsamkeiten klar. So will die Politik die Kommunen mehr in die Verantwortung nehmen. Konkret könnten dann Pflegeberatungen an Landratsämter oder Rathäuser angeschlossen werden, um somit zentrale Ansprechpartner zu schaffen und im ganzen einen dezentrale flächendeckende Lösung bieten zu können. Das aktuelle Scheitern dieser Bestrebungen findet in zwei verschiedenen Lagern statt. Einerseits wollen die Krankenkassen/Pflegekassen für diese Leistungen keine Gelder an die Kommunen freistellen, da sie nicht die nötigen Kompetenzen in den Landkreisen und Städten sehen. Anderseits wollen die Kommunen keine Leistungen bezahlen, die nach dem SGB in die Budgets der Kranken/Pflegekassen fallen.

Fazit

Letztendlich geht es wie fast immer nur ums Geld und die Angehörigen und Pflegebedürftigen bleiben auf der Strecken, denn einen Masterplan-Pflegeberatung konnte auch niemand bei der heutigen Diskussion liefern.

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Oliver Weymannhttps://carewelt.de/
B.A. Pflegepädagogik Abschluss 2021; Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger

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