Krankenhäuser hinken bei der Digitalisierung hinterher

Großer Nachholbedarf besteht bei den deutschen Krankenhäusern im Bereich der Digitalisierung. Zu diesem Schluss ist der Krankenhaus-Report 2019 vom wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) gekommen. So erreichten die deutschen Krankenhäuser 2017 in einem internationalen Vergleich auf einer Digitalisierungs-Skala von Stufe 0 bis 7 im Durchschnitt nur den Wert 2,3 und lagen damit unter dem EU-Durchschnitt von 3,6. Stufe 0 bedeutet, dass kaum digital gearbeitet wird, während Stufe 7 einem papierlosen Krankenhaus entspricht.

„Der Digitalisierungs-Rückstand in deutschen Krankenhäusern ist mehr als deutlich. Dies ist das klare Fazit, auch wenn für die Studie nur die zertifizierten Krankenhäuser ausgewertet wurden“, sagt Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO.„Für die unzureichende Digitalisierung gibt es viele Ursachen. Dazu gehört neben der mangelhaften Investitionskostenfinanzierung durch die Bundesländer auch eine mangelnde Innovationskultur in den Häusern. Vollzieht man die aufgrund von Überkapazitäten und Qualitätsdefiziten zweifellos notwendige Strukturbereinigung, hätte dies auch positive Konsequenzen für den notwendigen Fortschritt bei der Digitalisierung. Digitale Systeme könnten dann deutlich leichter Einzug halten.“

Festgestellt wurden neben Unterschieden zwischen kleinen Krankenhäusern und großen Krankenhäusern, auch Unterschiede in den verschiedenen Abteilungen von Krankenhäusern. So zum Beispiel sind die Prozesse der Patientenaufnahme mit am wenigstens digitalisiert, während die Prozesse bei OP-Vorbereitung sehr gut digitalisiert sind.

Das Potential muss in Zukunft besser ausgeschöpft werden. Dazu Jürgen Klauber: „Dabei bietet eine stärkere Digitalisierung viele Vorteile. Durch die Veränderung interner Abläufe und institutionenübergreifender Prozesse lässt sich beispielsweise die Versorgungskette wirtschaftlicher gestalten. Zudem werden interne und externe Vernetzungen erleichtert und Informationsströme beschleunigt, was die Qualität der Patientenversorgung verbessert“.

Weitere Informationen und Download des Buches unter www.wido.de

Quelle: ots, https://www.presseportal.de/pm/32063/4230056

Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) 
Krankenhaus-Report 2019, Schwerpunkt: Das digitale Krankenhaus. 
Springer, Berlin Heidelberg 2019. 
ISBN Printausgabe: 978-3-662-88224-4, 376 Seiten; 53,49 EUR 
E-Book 978-3-662-58225-1; Open Access: 
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-58225-1
Oliver Weymannhttps://carewelt.de/
B.A. Pflegepädagogik Abschluss 2021; Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger

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