Kommentar – Wunschdenken bei Frau Huml?

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Bild: pixabay.com

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat zum Auftakt der Altenpflegemesse 2019 in Nürnberg die neuen Perspektiven der Pflegeausbildung in den Vordergrund gestellt. Ihrer Meinung nach, wird die Altenpflege von der neuen generalistischen Pflegeausbildung profitieren. Das sehe ich anders.

Ein Kommentar von Oliver Weymann:

„Ich verdiene weniger Geld im Altenheim als im Krankenhaus. Dazu die ständige Unterbesetzung. Ja, ich glaube ich gehe lieber nach meinen zwei Jahren der Orientierung in der Pflegeausbildung in die Altenpflege anstatt in die Krankenpflege.“ – Ja diese Darstellung ist natürlich etwas überspitzt, aber wie sonst kommt die bayerische Gesundheitsministerin zu solchen Hoffnungen? Die Realität sieht wahrlich anders aus.

Frau Huml, die neuen Bachelor und Masterstudiengänge werden niemanden in die Altenpflege locken. Der Öffentlichkeit ist bewusst, dass die Altenpflege einen noch schweren Stand hat als die Krankenpflege. Ja die Pläne lassen hoffen, dass die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung verbessert werden. Aber jetzt zu behaupten, des neue Pflegeberufegesetz mache die Ausbildung attraktiver, ist mit Verlaub, so realitätsfern wie es nur sein kann.

Qualitätsverlust – die Schuld liegt bei der Politik

Besuchen Sie bitte mal die Altenpflegeschulen in Bayern. Machen Sie sich ein Bild von der dort herrschenden Qualität. Nicht das die sinkende Qualität der letzten Jahre an den jungen Frauen und Männern die sich für dieses Berufsweg entscheiden. Nein die sinkende Qualität liegt an den Personalleitungen in den Einrichtungen der stationären Altenpflege. Die müssen einfach fast alles nehmen und einstellen, was sie bekommen können. Und nur um das nochmal klar zu stellen, möchte ich noch eine Lanze für die Altenpflegerinnen und Altenpfleger brechen. Dieser Beruf ist mindestens genauso anspruchsvoll als der, der Gesundheits- und Krankenpflege. Und alleine die Abschaffung des Schuldgeldes, nebenbei viel zu spät, wir leben im Jahre 2019, wird keine Massen in die Altenpflege bewegen, wenn Sie nicht grundlegend die Rahmenbedingungen verbessern. Diese Beruf hat mehr verdient, als die bloße Hoffnung von Ihnen. Er hat eine merkbare finanzielle, gesellschaftliche und politische Aufwertung verdient.