Konzertierte Aktion Pflege

Anzeige

Was ist die Konzertierte Aktion Pflege?

Bei der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) handelt es sich um eine gemeinsame Initiative zur Stärkung der Pflege in Deutschland. Man möchte mehr Menschen für die Pflege begeistern. Dafür haben vergangenes Jahr 2018 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Sie ist sozusagen ein Projekt der drei Bundesministerien.

Mit fünf Arbeitsgruppen zu einer besseren Pflege

Um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, wurden im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege fünf Arbeitsgruppen (AG) gebildet.

  • Arbeitsgruppe 1: Ausbildung und Qualifizierung
  • Arbeitsgruppe 2: Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
  • Arbeitsgruppe 3: innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung
  • Arbeitsgruppe 4: Pflegekräfte aus dem Ausland
  • Arbeitsgruppe 5: Entlohnungsbedingungen in der Pflege

Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege

Mehr Personal durch die KAP

Zukünftig sollen für die Besetzung von Pflegeheimen und Krankenhäusern mit Pflegenden verbindlichere Regeln eingeführt werden. Dafür entwickelt und erprobt man bis Juni 2020 ein Personalbemessungsverfahren, um es dann in Pflegeeinrichtungen zu implementieren. Ein entsprechendes Konzept für die deutschen Krankenhäuser wird von den Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Verband der privaten Krankenversicherungen, dem deutschen Pflegerad (DPR) sowie den Gewerkschaften und Arbeitgebern entwickelt. Bis zum Ende dieses Jahres legen der DPR, die DKG und Verdi einen Interims-Vorschlag dazu vor. Eine zentrale Servicestelle für berufliche Anerkennung soll die Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland erleichtern. Zusätzlich soll es künftig für private Vermittler ausländische Pflegekräfte ein Gütesiegel geben. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden u.a. dazu aufgefordert verlässliche Dienstpläne sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu schaffen, um dadurch die Arbeitsbedingungen von Pflegenden zu verbessern.

Mehr Geld durch die KAP

Bisher werden Pflegekräfte sehr unterschiedlich und häufig auch zu niedrig entlohnt. Auch die Entlohnungsbedingungen in der Altenpflege sollen sich über Mindestlöhne und Tarifverträge verbessern. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland in Bezug auf den Pflegemindestlohn sollen künftig entfallen. Um diese Ziele umsetzen zu können, kommen nach Auffassung der AG nur zwei unterschiedliche Wege in Frage.

  • Die Mindestlöhne werden auf Vorschlag der Pflegekommission festgesetzt.
  • Ein Tarifvertrag, der auf der Grundlage des Arbeitnehmer–Entsendegesetzes unter Berücksichtigung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts flächendeckend erstreckt werden kann.

Die gesetzlichen Änderungen, die dafür erforderlich sind, werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit auf den Weg gebracht. In Sachen Finanzen einigte man sich auch darüber, dass eine Verbesserung der Entlohnung eine optimierte Finanzausstattung der Pflegeversicherung erforderlich macht. Pflegebedürftige möchte man vor einer finanziellen Überbelastung durch steigende Eigenanteile schützen.

Mehr Ausbildung durch die KAP

Ziel ist es, die Zahlen der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils 10 % zu steigern. Des Weiteren will man mindestens 5000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern schaffen. Zum 1. Januar 2020 starten die neuen Pflegeausbildungen, welche durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“ (2019 – 2023) begleitet werden.

Mehr Verantwortung durch die KAP

Deutsche Pflegefachkräfte sollen mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen, indem man den Verantwortungsbereich ausweitet. Noch in diesem Jahr entwickelt man Standards zur Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen wie z.B. Ärzten. Die bestehenden Möglichkeiten in Bezug auf delegationsfähige Tätigkeiten sollen besser genutzt werden, um bestehende Hürden effizienter bewältigen zu können.

Mehr Digitalisierung durch die Konzertierte Aktion Pflege

Der hohe Dokumentationsaufwand in der Pflege soll endlich abgeschafft und mittelfristig komplett auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt werden (Elektronische Pflegeakte bzw. Patientenkurve, Entlassmanagement, Verordnungen). Ambulante Pflegedienste sollen ab 1. Oktober 2022 Leistungen der Pflegeversicherung nur noch auf elektronischem Weg mit den Kassen abrechnen. Ab dem 1. April 2023 soll dies auch für Leistungen der häuslichen Krankenpflege gelten. Auch der Bereich der Telepflege, um Pflegebedürftige und Angehörige zu beraten, soll weiterentwickelt werden. Technische Systeme zu Kontroll-, Routine- und logistischen Tätigkeiten sollen vermehrt als Unterstützung eingesetzt werden. Damit sind speziell robotische Systeme zum Transport, zur Lagerung und zur Mobilisierung von Personen, intelligente Pflegewägen sowie Systeme zur Risikovermeidung wie Tür-auf-Sensoren, Aufstehmelder, Sturzerkennung und Orientierungslichter gemeint. Dabei ist die Einbindung der Pflegekräfte bei Einführung digitale Techniken von Beginn an essenziell. Nur so kann man die Akzeptanz und den alltäglichen Nutzen der digitalen Hilfsmittel fördern bzw. transparent machen.

Florian Croseck
M.A. Prävention & Gesundheitsmanagement Dez.19; B.Sc. Pflege- und Gesundheitswissenschaften; Examinierter Gesundheit- und Krankenpfleger; Pflegeberater nach § 7a SGB XI; Derzeit: stellv. PDL in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung

Carewelt bei Instagram

169 Follower
Folgen

News aus der Carewelt-Akademie