Generalistik – Juristische Unklarheiten und offene Fragen

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Die neue generalistische Pflegeausbildung steht vor der Tür. Sämtliche Ausbildungsstätten und Pflegeschulen befassen sich derzeit mit der konkreten Umsetzung, damit die neue Pflegeausbildung ab dem 1. Januar 2020 möglichst reibungslos starten kann.

Doch führen nach Ansicht des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) juristische Unklarheiten im Pflegeberufegsetz (PflBG) zu wachsendem Unmut an Schulen und unter den Trägern der praktischen Ausbildung. Fundamentale Fragen seien noch immer unbeantwortet. Viele Pflegeschulen werden deshalb erst im September 2020 mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung starten. „Je konkreter die Umsetzungsprozesse voranschreiten, umso deutlischer wird, dass elementare Regelungen im PflBG widersprüchlich und stark interpretationsbedürftig sind. Die Arbeit muss immer wieder unterbrochen werden, weil immer weitere Fragen auftauchen und wir juristisch im Nebel stochern“, äußerte BLGS-Bundesvorsitzender Carsten Drude. Aktuelle stehen Anfragen zum Status der psychiatrischen Krankenhäuser und insbesondere zur Anrechenbarkeit von Praktikumseinsätzen im Vordergrund. Nur „wenn die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Akutpflege vermittelt werden können“, dürfen psychiatrische Kliniken als Ausbildungsträger fungieren. Jedoch ist nicht definiert, was unter allgemeiner Akutpflege zu verstehen ist und welche Ausbildungsinhalte gemeint seien, kritisiert das BLGS. Folge ist, dass psychiatrische Krankenhäuser und Pflegeschulen in der Luft hängen und man die praktischen Einsätze ihrer Auszubildenden in diesem Bereich nicht zu 100 Prozent verbindlich planen kann. Auch entsprechende Kooperationsverträge müssen aufgeschoben werden.

Da die Zeit drängt, sind nun die verantwortlichen Bundesministerien und die Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung gefordert, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Schon vor geraumer Zeit hatte der BGLS auf Mängel in der Gesetzgebung der generalistischen Ausbildung hinsichtlich der vorbehaltenen Tätigkeiten aufmerksam gemacht.

Florian Croseck
M.A. Prävention & Gesundheitsmanagement Dez.19; B.Sc. Pflege- und Gesundheitswissenschaften; Examinierter Gesundheit- und Krankenpfleger; Pflegeberater nach § 7a SGB XI; Derzeit: stellv. PDL in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung

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