Erhöhung der 40€ Pauschale für Pflegehilfsmittel

Ob es ein Grund zur Freude ist, müssen die pflegenden Angehörigen entscheiden. Sicher ist jedoch, dass die 40 €  Pauschale für Pflegehilfsmittel (zum Verbrauch) in Folge der Corona-Krise befristet und rückwirkend vom 01.04.2020 auf 60 € erhöht wird. Die Gesetzesänderung ist am 05.05.2020 in Kraft getreten und soll die pflegenden Angehörigen finanziell entlasten, da einige Pflegehilfsmittel in Folge der Corona-Situation deutlich teurer geworden sind. Festgelegt wurde diese und andere Änderungen in der:

COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung:

Die Verordnung soll zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Zahnärztinnen und Zahnärzte, der Heilmittelerbringer und der Einrichtungen des Müttergenesungswerks oder gleichartigen Einrichtungen sowie zur Pflegehilfsmittelversorgung sorgen.

Die 40€-Pauschale für Pflegehilfsmittel

Vor der Corona-Pandemie konnten pflegebedürftige Menschen für 40€ pro Monat im Sanitätshaus, der Apotheke oder Onlinehandel Pflegehilfsmittel zum Verbrauch kaufen und haben Einkäufe bis zu einem Wert von 40 € zurück erhalten. Dabei ist die Auswahl an Produkten beschränkt auf folgende Artikel:

  • Saugende Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch
    Bettschutzeinlagen (auch Bettschutzauflagen genannt) saugen Ausscheidungen des Pflegeempfängers auf um somit die Belastung durch Feuchtigkeit zu minimieren. Außerdem schützen diese die Bettwäsche, damit ein extrem häufiges Wechselintervall vermieden werden kann.
  • Schutzbekleidung/Schutzschürzen
    Einwegschürzen schützen Sie als Angehörige vor Verunreinigungen. Sie bestehen aus transparentem Kunststoff, sind wasserfest und feuchtigkeitsabweisend.
  • Einmalhandschuhe
    Einweghandschuhe erfüllen zwei wichtige Aufgaben: Zum einen schützen sie Pflegebedürftige vor Keimen und Verunreinigungen, zum anderen schützen sie alle Beteiligten aktiv vor Infektionen oder ansteckenden Krankheiten. Handschuhe sind durch ihren vielfältigen Einsatz ein wichtiger Begleiter für die Pflege, egal ob Laienpflege oder professionelle Pflege. Sie sollte den Fingerlingen, deren Kosten auch übernommen werden, vorgezogen werden.
  • Desinfektionsmittel für Hände
    Die hygienische Händedesinfektion ist der fundamentale Baustein für die Vermeidung von Infektionen und Übertragungen von Keimen. Sie sollten Händedesinfektionsmittel daher im Pflegealltag regelmäßig einsetzen. Wenn Sie weitere Informationen suchen, empfehlen wir Ihnen die Zusammenfassung des Robert-Koch-Institus zur hygienischen Händedesinfektion.
  • Desinfektionsmittel für Flächen
    Flächendesinfektionsmittel dient dazu Oberflächen nach einer möglichen Kontamination keimfrei zu bekommen. Dabei können die Oberflächen durch Wischen oder Sprühen gereinigt werden. Achten Sie bei der Anwendung auf einen ausreichenden Schutz der Haut, da manche Produkte sehr aggressiv für die eigene Haut/Schleimhaut sind.
  • Mundschutz
    Ein Mundschutz schützt sowohl Pfleger als auch Pflegebedürftige vor Krankheitserregern. Insbesondere wenn der Pflegeempfänger unter einem geschwächten Immunsystem leidet, kann es ratsam sein, dass die Pflegeperson während den pflegerischen Tätigkeiten einen Mundschutz trägt.

Die Erhöhung der Pauschale für Pflegehilfsmittel auf 60 €

Die Änderungen finden sich in der Verordnung zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Zahnärztinnen und Zahnärzte, der Heilmittelerbringer und der Einrichtungen des Müttergenesungswerks oder gleichartigen Einrichtungen sowie zur Pflegehilfsmittelversorgung (COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung – COVID-19-VSt-SchutzV). In Kraft getreten ist diese Verordnung am 05.05.2020. Der relevante Auszug lautet wie folgt:

§ 4

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch Aufwendungen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dürfen ab dem 1. April 2020 abweichend von § 40 Absatz 2 Satz 1 des Elften Buches Sozialgesetzbuch monatlich den Betrag von 60 Euro nicht übersteigen. Dieser Betrag stellt zugleich die Vergütung dar, die ein Leistungserbringer für die Versorgung eines Pflegebedürftigen mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln monatlich höchstens beanspruchen kann, ohne dass es insoweit einer Änderung der Verträge nach § 78 Absatz 1 des Elften Buches Sozialgesetzbuch bedarf. Die Sätze 1 und 2 sind vorbehaltlich des Fortbestehens der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite nur solange an-zuwenden, wie § 150 des Elften Buches Sozialgesetzbuch auch in Verbindung mit einer Rechtsverordnung nach § 152 des Elften Buches Sozialgesetzbuch gilt. Maßgeblich für die Vergütung zur Versorgung mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln in der in Satz 1 genannten Höhe ist der Tag der Leistungserbringung und im Fall einer Kostenerstattung im Sinne von § 40 Absatz 2 Satz 2 des Elften Buches Sozialgesetzbuch das Kaufdatum.

Warum wird die 40€ Pauschale erhöht?

Durch die enorm gesteigerte Nachfrage nach Hygieneartikeln und Schutzausrüstung in Folge der Corona-Pandemie sind die Preise für die Endverbraucher deutlich gestiegen. Schwerpunkte sind hier bei den Handschuhen, den Schutzmasken und den Desinfektionsmitteln zu finden. Ausgelöst werden diese Preissteigerungen durch Engpässe bei der Herstellung und Bereitstellung. Nicht nur Kliniken und Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege müssen mehr finanzielle Mittel aufwenden um weiter Schutzausrüstung zu bekommen, nein auch Privatpersonen die Angehörige pflegen müssen tiefer in die Tasche greifen. Um nun diese besonders vulnerable Gruppe vor den Preissteigerungen zu schützen hat das Bundesgesundheitsministerium die Verordnung erlassen.

Aktuelle Situation bei den Anbietern von Pflegeboxen

  1. Bis heute (Stand 06.05.2020) haben die Anbieter der Pflegeboxen ihr Angebot nicht an die Erhöhung der 40€ Pauschale an die neuen 60 € Pauschale angepasst
  2. Viele Anbieter haben Probleme bei der Beschaffung von Schutzausrüstung (Mundschutz, Händedesinfektion)

Lösungsansatz: Sie können einfach die 40€ Pflegeboxen weiterhin beziehen oder Neukunde werden und die übrigen 20€  dafür verwenden die fehlenden Pflegehilfsmittel bei einem anderen Händler einzukaufen. Die zusätzlichen Beschaffung müssen Sie dann jedoch händisch mit Ihrer jeweiligen Pflegekasse abrechnen.

pflegebox.de

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40,00 pro Monat
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