Psychische Belastungen durch Covid-19

Gerade in den letzten Wochen und Monaten haben Ärzte und Pflegende in der Versorgung von Patienten mit Covid-19 einen herausragenden Beitrag geleistet. Doch auch sie sind dabei an ihre psychischen Belastungsgrenzen gekommen. Erste Ergebnisse von Befragungen aus den von der Pandemie zuerst betroffenen Gebieten in China zeigen, dass es einen Anstieg von psychischen Belastungen speziell bei Pflegenden gibt, welche sich in Form von Schlafstörungen sowie Symptomen von Depressionen und Angsterkrankungen äußern1.

Psychische Belastung durch Corona – Gesundheitssektor

Auch das medizinische Personal in Deutschland ist in der Behandlung von Patienten mit Covid-19 immensen psychischen Belastungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass die Verantwortlichen von Gesundheitseinrichtungen in der gegenwärtigen Krise auf einen höchstmöglichen Schutz ihrer Angestellten setzen. Das Bundesministerium für Gesundheit2 und die konzertierte Aktion Pflege3 haben bereits vielfältige Maßnahmen zum institutionellen Schutz von Pflegenden vorgestellt:

  • Die Arbeit mit angemessener Infektionsschützender Ausstattung (z.B. Mundschutz, Handschuhe, Arbeitskleidung, Desinfektionsmittel) ist sicherzustellen.
  • Es ist auf kontrollierte Arbeits – und Ruhezeiten zu achten, Überstunden sind zu vermeiden
  • Sinnvoll sind weitere unterstützende Angebote für die eigene Lebensführung wie z.B. Unterstützungsangebote im Bereich Arbeitsweg, Lebensmittelversorgung usw.)
  • Wenn möglich sollte eine kontinuierliche betriebliche Ärztliche Versorgung mit regelmäßigen Kontakten gegeben sein
  • Vor Ort sollte eine kontinuierliche betriebliche Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken eingerichtet werden
  • Massagen und Physiotherapeutische Maßnahmen vor Ort
  • Das Angebot von super Visionen, Gespräche zur individuellen Lage und Begleitung in Glaubensfragen vor Ort
  • Von Vorteil sind auch Ruhezonen und Ruheräume ggf. Auch Übernachtungsmöglichkeiten in den Kliniken, falls Pflegepersonal oder Ärzte ihre Angehörigen vor Infektionen schützen wollen
  • Besprechungs- und Reflektionsräume sind entsprechend einzurichten
  • Die Zusammenstellung eines psychologischen Teams, welche Strategien zur psychologischen Unterstützung der Mitarbeiter entwickelt und allgemeine und gezielte Hilfsangebote, wie z.B. Webinar zur Stressbewältigung, persönliche Beratung und Krisenintervention, zu Verfügung stellt4.

Was kann ich selbst tun?

Die eben vorgestellten Angebote gibt es bereits in einigen Gesundheitseinrichtungen. Aufgrund der aktuellen Situation ist es von besonderer Bedeutung, Schutzmaßnahmen schnellstmöglich in allen Einrichtungen anzuregen. Gleichzeitig muss eine nachhaltige finanzielle Absicherung bedacht werden. Das physische wie psychische Wohlbefinden der Pflegenden kann durch solche strukturellen Angebote gefördert werden. Nichts desto trotz sollten Pflegende auch neben den strukturellen Maßnahmen ihr eigenes Verhalten im Blick behalten. Außerdem muss beachtet werden, dass die aktuelle Lage eine berufliche wie private Ausnahmesituation darstellt und die Mehrheit der Betroffenen über keine persönlichen Erfahrungswerte verfügt. Somit ist es schwierig individuelle Bewältigungsstrategien zu finden.

Die Weltgesundheitsorganisation4 (WHO) hat im Rahmen einer „psychologischen Ersten Hilfe“ verschiedene Aspekte und Strategien entwickelt, die kurzfristig bei der Bewältigung der aktuellen Anforderungen hilfreich sein können. Zunächst ist es wichtig sich bewusst zu machen, dass das starke Stressleben der aktuellen Situation geschuldet ist. Daraus sind keinerlei Rückschlüsse über die persönliche berufliche Eignung zu ziehen. Man sollte auf die eigene psychische Gesundheit genauso sehr achten wie auf die körperliche Gesundheit. Das Nutzen funktionaler Bewältigungsstrategien wie z.B. Ausreichende Ruhepausen und Erholungszeiten während der Arbeit und zwischen Arbeitseinsätzen, eine ausgewogene Ernährung sowie körperliche Aktivität. Dysfunktionale Bewältigungsstrategien, dazu zählen Rauchen, Alkohol– oder Drogenkonsum, sind gesundheitsschädlich und somit zu vermeiden. Regelmäßiger Kontakt zu Familien Angehörigen und Freunden wirkt sich positiv aus. Hierzu bietet sich die Kommunikation über die sozialen Medien an, falls das Risiko oder die Angst vor einer Ansteckung im sozialen Umfeld zu groß ist. Ein Austausch über Eindrücke und Erfahrungen bietet sich natürlich auch im beruflichen Umfeld an.

Resilienz stärken für psychische Belastungen durch Corona

Nachrichten über die Coronavirus-Krise sollten mit Augenmaß konsumiert werden4. Falschmeldungen oder Verschwörungstheorien führen bei vielen Menschen zu erhöhter Angst und Panik. Es ist vollkommen ausreichend, Informationen über aktuelle Veränderung der Situation maximal zweimal täglich zu festgelegten Tageszeiten, in festgelegter Dauer zu verfolgen. Wichtig ist dabei auf die Neutralität sowie Seriosität der Quellen bzw. Medien zu achten. Pflegende sollten sich ausschließlich an Fakten orientieren.

Für Menschen, die aktuell von der Arbeit freigestellt sind und sich in häuslicher Quarantäne befinden, empfiehlt es sich, die gewohnte Tagesstruktur einzuhalten. Damit sind z.B. die Wach– und Schlafzeiten gemeint. Neben diesen schnell umsetzbaren Notfallstrategien lassen sich aus der Literatur auch weitere, eher langfristige Bewältigungsstrategien ableiten. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus auf der Stärkung der Resilienz, der Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit während oder nach widrigen Ereignissen5. In der wissenschaftlichen Literatur werden eine Vielzahl von Schutzfaktoren beschrieben6. In der nachfolgenden Tabelle ist eine zusammenfassende Aufstellung dieser so genannten Resilienzfaktoren mit Anregungen zur praktischen Umsetzung7.

Übersicht der Resilienzfaktoren

Proaktive Bewältigung, z.B. mittels Strategien zur Problemlösung – Beispiel: Strukturiertes Vorgehen: Analyse des Problems, Sammeln von Lösungsstrategien, Erstellen eines Handlungsplans

Fähigkeit, durch flexibles Denken und Handeln auf Veränderungen zu reagieren –

Beispiele:

  • Suche nach neutralen oder positiven Neubewertungen für eine aktuell schwierige oder zweideutige Situation.
  • Entspannung, z.B. durch Atemübungen
  • Achtsamkeitsübungen, z.B. achtsames Gehen

Positive Ursachenzuschreibung von Ereignissen, positive Zukunftserwartung. – Beispiel: Lenkung der Achtsamkeit auf positive Aspekte im Leben, z.B. Führen eines Tagebuchs, in das jeden Tag drei positive Dinge eingetragen werden.

Haltung, aktiv mitzuwirken und Situationen als kontrollierbar und Anforderungen als Herausforderung anzunehmen – Beispiel: Vorausnehmende Vorstellung von Stresssituationen und Sammeln von zielführenden Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten.

Erleben positiver Gefühle – Beispiele:

  • Achtsamkeitsübungen, z.B. Tagebuch positiver Ereignisse im Alltag
  • Schaffen von Genussmomenten, z.B. verzehr gutschmeckender Speisen, Musik hören usw.

Individuelle Überzeugung, dass das Leben trotz Unwägbarkeiten, Risiken und Belastungen verstehbar, bewältigbar und sinnhaft ist. – Beispiele:

  • Betrachtung der zur Verfügung stehenden (inneren und äußeren) Ressourcen, z.B. persönliche Stärken, Zugang zu materiellen und nichtmateriellen Ressourcen
  • Betrachtung, wie diese Ressourcen in der Zukunft häufiger genutzt werden können.

Positive Bewertung der eigenen Person – Beispiel: Erstellen einer Liste mit den persönlichen Stärken

Das Leben als sinnhaft erleben, z.B. durch Orientierung an den eigenen Werten – Beispiel: Betrachtung persönlich bedeutsamer Quellen für Sinn im Leben. Betrachtung und Priorisierung wichtiger persönlicher Werte

Zugriff auf soziale Netzwerke – Beispiele:

  • Ermittlung positiver sozialer Kontakte im persönlichen Umfeld
  • Ausbau positiver sozialer Kontakte
  • Aktivierung des sozialen Umfelds, z.B. durch aktive Bitte um Unterstützung

Erwartung, Anforderungen aufgrund eigener Fähigkeiten bewältigen zu können – Beispiele:

  • Erstellen: einer Liste mit bisher im Leben erreichten Erfolgen, einer Liste mit im Leben bereits erfolgreich bewältigten schwierigen Situationen
  • Übernahme von Verantwortung für benachteiligte oder ältere Menschen

Glauben an oder Identifikation mit religiösen Werten – Beispiele:

  • Spirituelle Übungen: Yoga, Meditation
  • Positives religiöses Bewältigungsverhalten, z.B. regelmäßiges Beten etc.

Auch für Pflegende ist es sinnvoll zu reflektieren, welche dieser Übungen für sie selbst praktizierbar und gesundheitsfördernd sind. Einige Übungen müssen erst häufiger angewendet werden, damit sich Wirkungen zeigen. Um ein positives Ergebnis bei der Umsetzung zu erzielen, ist eine zuverlässige Unterstützung durch das Führungspersonal ebenfalls Voraussetzung. Nur so können die Pflegenden einige dieser Übungen auch tatsächlich arbeitsplatznah erlernen und ausführen.

Achtsamkeit gegen psychische Belastung durch Corona

Auch das Thema Achtsamkeit spielt in der aktuellen Situation eine besondere Rolle. Sie wird als Lenkung der Aufmerksamkeit auf die im gegenwärtigen Moment vorhandenen Wahrnehmungen-bewusst, absichtsvoll und nicht wertend – verstanden8. Speziell in Belastungssituationen beschäftigt man sich häufig mit der Vergangenheit oder Zukunft (sorgenvolles Grübeln). Im Idealfall gelingt es, diese Art der Beschäftigung für eine begrenzte Zeit zugunsten der Wahrnehmung der aktuellen Situation zurückzustellen. Um seine Achtsamkeit zu fördern, bedarf es einem gewissen zeitlichen Aufwand.

Studien bei Pflegenden belegen die nachhaltige Wirksamkeit von Achtsamkeit bei Stressbelastung9. Da in der aktuellen Lage Gruppen-Programme aus zeitlichen Gründen nicht in Anspruch genommen werden können oder nicht verfügbar sind, sollten Einzelübungen durchgeführt werden. Diese mögen auf den ersten Blick sehr einfach erscheinen, erzielen aber eine hohe Wirksamkeit. Ein Beispiel ist „Achtsames Gehen“. Während des Gehens ist die eigene Aufmerksamkeit auf den Akt des Gehens zu lenken – selbst wenn es „nur“ die hektischen Schritte von der Station zum Patientenzimmer sind. Auch dem kollegialen Miteinander sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. In Zeiten hoher Anspannung kommt es häufig dazu, dass die Nerven „blank liegen“ und automatisierte Reaktionen schneller ausgelöst werden. Das kann sowohl im privaten wie auch im beruflichen Kontext zu nichthilfreichen Auseinandersetzungen führen. Achtsamkeit kann in diesen Situationen dazu beitragen, die emotionalen Reaktionen wahrzunehmen und nicht automatisiert zu reagieren.

Literatur:

1 Lai J, Ma S, Wang Y et al. Factors Associated With Mental Health Outcomes Among Health Care Workers Exposed to Coronavirus Disease 2019. JAMA Netw Open. 02 2020; 3(3): e203976

2 Bundesministerium für Gesundheit. Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/betriebliche-gesundheitsfoerderung/gesundheit-und-wohlbefinden-am-arbeitsplatz.html, Zugriff: 14.05.2020

3 Konzertierte Aktion Pflege. Abschlussbericht 2019. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/K/Konzertierte_Aktion_Pflege/0619_KAP_Vereinbarungstexte_AG_1-5.pdf, Zugriff: 14.05.2020

4 World Health Organisation. Mental Health and psychosocial Considerations during the COVID-19 Outbreak. https://apps.who.int/iris/handle/10665/331490, Zugriff: 14.05.2020

 5 Bonanno GA, Westphal M, Mancini AD. Resilience to loss and potential trauma. Annu Rev Clin Psychol.2011; 7: 511-535

6 Bengel J, Lyssenko L. Resilienz und psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter [Resilience and protective psychological factors in adults]. 3.2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Herausgeber. Köln;2012

7 Gilan DA, Kunzler A, Lieb K. Gesundheitsförderung und Resilienz. PSYCH Up2date. März 2018; 12 (02): 155-169

8 Michalak J, Heidenreich T, Williams J. Achtsamkeit. Göttingen: Hogrefe; 2012

9 Spinelli C, Wisener M, Khoury B. Mindfulness training for healthcare professionals and trainees: A meta-analysis of randomized controlled trials. J Psychosom Res. 2019; 120: 29-38

Coronavirus Selbsttest kaufen

Es ist soweit! Der erste wissenschaftlich fundierte Coronavirus Selbsttest für zu Hause steht zum Verkauf. Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 13485. Mit dem Coronavirus-Selbsttest können Sie sich jetzt selbst testen ohne in eine überfüllte Praxis fahren zu müssen. Das neue Angebot kommt von der Firma cerascreen® und wir haben das Angebot mal unter die Lupe genommen:

Endlich Gewissheit ob Corona-postiv durch Selbsttest

Verschaffen Sie sich bei Verdacht auf COVID-19 Klarheit, ob Sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder nicht. Die Firma cerascreen® hat den ersten Coronavirus Selbsttest für die private Anwendung zu Hause entwickelt.

Einfach den Coronavirus Selbsttest online kaufen und damit sich und andere Menschen schützen und medizinisches Personal keinem Infektionsrisiko mehr aussetzen.

Wie wird der Coronavirus Selbsttest durchgeführt?

Das gute an dem COVID-19 Selbsttest ist, dass er ohne Probleme in der geschützten häuslichen Umgebung, diskret und einfach durchgeführt werden kann. Sie bekommen das Paket direkt nach Hause geschickt.

Der Abstrich erfolgt im Rachenbereich der zu testenden Person. Mit einem Abstrichtupfer entnehmen Sie selbst einen Abstrich der Schleimhaut Ihres Rachens. Für die exakte Durchführung ist dem Testpaket eine bebilderte Anleitung beigelegt. Um keine falsch-negativen Ergebnisse zu bekommen, müssen sich die Anwender jedoch strikt an die Anleitung halten, denn auch beim Selbsttest auf Corona zählt: Abstriche an der Nasenspitze oder Zunge bringen nichts. Die Anwender müssen tatsächlich mit dem Abtrichtupfer bis in den Rachen.

Ist der Corona Selbsttest durchgeführt, wird online die Abholung der Testprobe angefordert. Die Probe wird dann bei Ihnen zu Hause per DHL Express abgeholt.

Sobald ein Testergebnis des COVID-19 Selbsttests feststeht, erhält man über die mein cerascreen®-App oder sein Benutzerkonto auf der Website seinen Ergebnisbericht. Der Bericht ist ganz simpel über Smartphone, Tablet oder Computer einzusehen und kann bei Bedarf auch ausgedruckt werden.

Wie zuverlässig ist der Coronavirus Selbsttest?

Der cerascreen® Coronavirus-Test erfüllt die gesetzlichen Anforderungen eines in-Vitro Diagnostikums (IVD) für Endanwender. Mehr Informationen findest du hier. Der Coronavirus Selbsttest ist aktuell das einzige Testverfahren, welches den qualitativen Anforderungen entspricht und diese Form der Testung auf COVID-19 ermöglicht. Somit hat sich die Firma cerascreen® mit ihrem Coronavirus-Selbstest* einen absoluten Wettbewerbsvorteil erarbeitet.

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Vorteile des COVID-19 Selbsttests

Der wissenschaftlich etablierte Coronavirus Selbsttest (zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 13485) verspricht die höchstmögliche Diagnose-und Ergebnissicherheit durch Zusammenarbeit mit deutschen akkreditierten Humandiagnostik-Fachlaboren nach „Goldstandard“ PCR-Verfahren.

Nach dem Probeeingang vergehen lediglich 24 bis 48 Stunden, dann erhalten Sie bereits Ihr Ergebnis vom Coronavirus Selbsttest. Eine Expressabholung von zu Hause und anfallende Laborkosten sind inklusive.

Die Validierung für Endanwender erfolgt durch drei Ärzte. Ein weiterer Vorteil des Coronavirus Selbsttests ist, dass es kein Infektionsrisiko durch Arztbesuche oder für das medizinische Fachpersonal in Kliniken, Arztpraxen oder Gesundheitsämter gibt.

Und Sie können sich endlich Gewissheit verschaffen, ob sich bei Ihnen tatsächlich um eine COVID-19 Infektion handelt.

Wichtige Fragen zum Coronavirus Selbsttest

Warum auf COVID-19 testen lassen?

Die COVID-19 Erkrankung wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst. Bei schweren Krankheitsfallläufen kann ist so eine lebensbedrohliche Infektion der unteren Atemwege kommen. Besonders ältere Menschen (aber auch jüngere) und solche mit Vorerkrankungen Sind davon gefährdet.

Je mehr Menschen sich infizieren, umso größer wird das Problem für unser Gesundheitssystem. Die verfügbaren Krankenhausbetten auf den Intensivstationen reichen dann nicht mehr aus, um alle Patienten versorgen zu können. Auch die Ärzte und das Pflegepersonal stoßen dann an ihre Grenzen.

Umso wichtiger ist es, dass wir alle dazu beitragen, uns und unsere liebsten und alle anderen in unserem größeren Umfeld vor einer Infektion zu schützen. Mithilfe des Coronavirus Selbsttest lässt sich die Ausbreitung von COVID-19 deutlich verlangsamen und langfristig die Zahl der Todesfälle reduzieren.

Wer sollte sich testen?

Das entschiedenste ist das Coronavirus in einem möglichst frühen Stadium der Erkrankung zu diagnostizieren. In der ersten Erkrankungswoche liefert der Coronavirus Selbsttest die aussagekräftigsten Ergebnisse.

Da der Zeitpunkt der Testung also extrem wichtig, ist es sinnvoll einen Test zu Hause vorrätig zu haben, um bei eventuell auftretenden Symptomen, sofort reagieren zu können. Grippeähnliche Symptome sind Fieber, trockener Husten und Atembeschwerden.

Wichtig: Sollten schwerwiegende Symptome wie Schmerzen, akute Atemnot oder hohes Fieber auftreten, wenden Sie sich umgehend an das Gesundheitsamt oder Ihre Hausärztin oder Hausarzt. In ganz schweren Fällen tätigen Sie sofort den Notruf oder melden sich beim kassenärztlichen Notdienst unter der 116 117.

Wie funktioniert der Coronavirus Selbsttest?

Im gelieferten Testkit ist ein langer Abstrichtupfer enthalten. Damit können Sie sich selbst einen Abstrich der Rachenschleimhaut entnehmen. Es ist wichtig, dass der Test korrekt durchgeführt wird, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Der Abstrichtupfer muss weit genug in den hinteren Rachenbereich geführt werden und darf keine andere Stelle wie z.B. Zunge oder Lippe berühren.

Die bebilderte Gebrauchsanleitung, die ebenfalls im Testpaket enthalten ist, führt sie Schritt für Schritt durch den Coronavirus Selbsttest. Sollten Sie trotzdem Fragen haben oder unsicher sein, können Sie sich 24 Stunden am Tag vertrauensvoll an die Gesundheitsexperten von cerascreen® wenden.

Das genutzte Messverfahren des Labors ist die so genannte Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain-reaction), kurz PCR. Mithilfe dieses Verfahrens können bereits kleinste Mengen der Erbinformation des Virus in der Abstrichprobe nachgewiesen werden.

Spätestens 3 Tage nach dem Einschicken des Coronavirus Selbsttests erhalten Sie ihr aussagekräftiges Ergebnis.

Wie aussagekräftig ist das Ergebnis des COVID-19 Selbsttests?

Der Test wird in medizinischen Labors, unter Verwendung des PCR–Messverfahrens, durchgeführt. Somit basiert der Selbsttest auf den etablierten medizinisch-wissenschaftlichen Standards zur Feststellung der Coronavirus Infektionskrankheit. Auch in deutschen Kliniken wird dieses Verfahren angewendet, welches derzeit als aussagekräftigste Messmethode gilt.

Was sagt mir das Testergebnis?

Die Auswertung des Berichts zeigt Ihnen, ob der Coronavirus Selbsttest positiv oder negativ ausgefallen ist.

Bei einem positiven Ergebnis können Sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie an COVID-19 erkrankt sind. Da der Test eine hohe Spezifität hat, ist bei einem positiven Ergebnis eine Infektion mit dem Coronavirus sehr sicher.

Leider besteht auch die Möglichkeit, wie bei vielen medizinischen Tests, dass es zu einem falsch negativen Testergebnis kommt. Das bedeutet, dass sie mit COVID-19 infiziert sind, aber der Coronavirus Selbsttest negativ ausfällt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institut (RKI) kann es dafür verschiedene Gründe geben:

  • Testdurchführung: ist der Selbsttest nicht ordnungsgemäß durchgeführt, kann es sein, dass der entnommene Abstrich nicht von der Schleimhaut des Rachens stammt. Somit können keine vorhandenen Coronaviren nachgewiesen werden.
  • Zeitpunkt: Im Rachenraum ist der SARS-CoV-2 vor allem in der ersten Erkrankungswoche nachweisbar. In der zweiten Erkrankungswoche sind bei einigen Fällen die Viren in die unteren Atemwege (z.B. Lunge) gewandert. Im Rachenbereich befinden sich dann nur noch wenige oder keine Viren mehr. Dann sind die Viren durch den Abstrich von der Rachenschleimhaut unter Umständen nicht mehr nachzuweisen. Deshalb zögern Sie nicht rechtzeitig einen Coronavirus Selbsttest durchzuführen.

Was tun, wenn das Ergebnis positiv ausfällt?

Bei positiven Testergebnis sind die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu befolgen.

Es wird empfohlen sich umgehend bei der Stelle zu melden, die für ihre Region bzgl. Verwaltung der Coronavirus–Fälle zuständig ist. In der Regel ihr örtliches Gesundheitsamt. Natürlich können Sie aber auch vor ab ihre Hausärztin oder ihrem Hausarzt anrufen.

Da es sich bei dem Coronavirus um eine meldepflichtige Infektionskrankheit handelt, ist das Fachlabor dazu verpflichtet ein positives Testergebnis an das örtliche Gesundheitsamt zu melden.

Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Behörden vor Ort entscheiden dann, ob ein Arztbesuch notwendig ist oder sie sich in häusliche Quarantäne begeben müssen. Während der Quarantäne sollten Sie weiterhin in engem Kontakt mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt bleiben, um ihre Symptome besprechen zu können.

Was tun, wenn das Ergebnis negativ ist?

Die Empfehlungen bei einem negativen Test Ergebnis hängen von ihren individuellen Symptomen ab. Treten keine spezifischen Symptome auf, können Sie davon ausgehen, dass sie sich vermutlich nicht mit COVID-19 infiziert haben. Dennoch bitten wir Sie sich an die in Ihrem Bundesland vorgeschriebenen Regeln die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote zu halten.

Treten trotz negativen Testergebnis verdächtige Symptome wie Fieber oder trockener Husten auf, bietet es sich an, vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne zu bleiben. So können Sie niemanden anstecken, falls der Test falsch negativ war.

Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institut es sind in diesem Fall eindeutig: Liegt ein begründeter Verdacht vor, trotz eines negativen Testergebnisses, sollte auf jeden Fall ein weiterer Test durchgeführt werden.

Sind Sie sich unsicher oder verschlimmern sich womöglich ihre Symptome, rufen Sie bitte ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt bzw. bei den örtlichen Gesundheitsbehörden an.

Gibt es eine Corona Virus-Hotline?

Haben Sie dringende Fragen zum Thema Coronavirus bitten wir Sie ihren Hausarzt oder die Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes mit der Nummer 116 117 zu kontaktieren. Wenn sie unter verdächtigen, aber nicht lebensbedrohlich und Symptomen wie hohes Fieber oder Kurzatmigkeit leiden, können Sie diese Nummer ohne weiteres anrufen.

Im Notfall (z.B Akute Atemnot) wählen Sie bitte sofort den Notruf unter 112.

Werden die Kosten von Krankenkassen oder Krankenversicherung übernommen?

Leider werden die Kosten für den Coronavirus Selbsttest derzeit von den Krankenkassen (gesetzlichen Krankenversicherungen) nicht übernommen.

Allerdings könnte es sein, dass einige private Krankenversicherungen die Kosten tragen. Sind sie privat versichert, fragen Sie am besten bei ihrer Krankenversicherung nach.

 

Sie können aber mit dem Gutscheincode „carewelt15“ einen Rabatt von 15% auf den Preis für den Coronavirus-Selbsttest bekommen! hier klicken

Was bedeutet SARS-CoV-2 und COVID-19?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um die wissenschaftliche Bezeichnung für das neuartige Coronavirus. Die Abkürzung SARS-CoV-2 steht für Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (Schwerwiegendesakutes Atemwegs – Syndrom Coronavirus 2).

Mit COVID-19 wird die Erkrankung, die das Virus auslöst, bezeichnet. Es ist das Kürzel für Coronavirus-Disease-2019 (Coronavirus–Erkrankung–2019). Die Jahreszahl bezieht sich dabei auf den ersten Ausbruch der Erkrankung in China im Dezember 2019.

Das Coronavirus kann Menschen in allen Altersklassen treffen. Kinder unter 15 Jahren sind eher seltener betroffen. Auch bei Säuglingen kam die Erkrankung bereits vor.

Schwere und potenziell gefährliche Krankheitsverläufe sind vor allem bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen (z.B Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lungenkrankheiten, Asthma) zu beobachten. Unter Umständen auch bei Rauchern.

Was sind die Symptome von Coronavirus?

Studien aus China, wo das Virus zuerst ausbrach, haben gezeigt, dass bei rund 80 % der Betroffenen es zu melden oder moderaten Verläufen kam. In diesen Fällen ist unter anderem (meist trockener) Husten, Fieber und manchmal auch Schnupfen aufgetreten. Auch leichte Lungenentzündungen wurden diagnostiziert.

Viele Betroffene zeigen auch keinerlei Symptome, sind aber trotzdem Überträger bzw. ansteckend. Hier spricht man von der so genannten stummen Infektion.

Aktuelle Daten weisen auch darauf hin, dass der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn ein Symptom für das Coronavirus sein kann.

Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu einer schweren Lungenentzündung (Neumond nie) mit Atembeschwerden und Atemnot. Das kann bis zu lebensbedrohlichen Lungen- und Organversagen führen.

Weitere Symptome, die jedoch seltener auftraten, sind laut dem Robert Koch Institut:

  • Halsschmerzen sowie Kopf und Gliederschmerzen,
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall
  • Hautausschläge
  • Bindehautentzündung

Handelt es sich bei dem Coronavirus Selbsttest um einen Antikörpertest?

Nein. Bei dem Test handelt es sich um einen PCR–Test. Also ein Rachenabstrichtest, der es ermöglicht eine akute Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 nachzuweisen.

Ein Antikörper Test stellt lediglich Antikörper fest, die das Immunsystem gegen das Virus gebildet hat. In der Regel lassen sich diese Antikörper erst feststellen, wenn die Krankheit auskuriert ist und keinerlei Symptome mehr auftreten. Diese Testart wird eingesetzt, um herauszufinden, ob jemand bereits erkrankt war.

Einen Antikörper-Test wird es jedenfalls auch bald bei carescreen geben!

Wo finde ich aktuelle Information zur Coronavirus-Pandemie?

Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie können Sie aus den allgemeinen verfügbaren Berichterstattungen (Tageszeitung, Radio, TV, online) entnehmen. Ebenfalls steht Ihnen die Website des Robert-Koch-Institut umfänglich zur Verfügung. Zudem stellt das Bundesministerium für Gesundheit ausführliche Informationen zur Verfügung.

Wer ist für den Coronavirus Selbsttest geeignet?

Achtung! Der Coronavirus Selbsttest ist nur für bestimmte Personengruppen nicht oder nur eingeschränkt geeignet:

  • Kinder unter 18 Jahren dürfen den Test nicht alleine durchführen. Außerdem sollte das Testpaket außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
  • Menschen mit motorischen Einschränkungen sollten den Abstrich nicht selbst vornehmen. Bitte lassen Sie sich in diesem Fall von einer weiteren Person helfen, die sich dabei mit Mundschutz und Einweghandschuhen selbst schützt.
 

Anleitung zur korrekten Probenentnahme

Sanofi & GSK – Impfstoff-Kooperation zur Bekämpfung von COVID-19

Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG) werden ihre innovativen Technologien kombinieren, um einen adjuvantierten Impfstoff gegen das COVID-19 Virus zu entwickeln. Allerdings wird ein Impfstoffkandidat voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 in klinischer Erprobung und in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein, wenn die Testung erfolgreich verläuft.

Zur Impfstoffherstellung wird Sanofia das S-Protein des neuen Coronavirus SARS-CoV-2, welches mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird, beisteuern. Mit Hilfe dieser Technologie kann die exakte genetische Kopie der Virus-Oberflächen-Proteine erstellt und als DNA-Sequenz in eine Baculovirus-Expressionsplattform integriert werden, welche dann das Antigen produziert. Diese Expressionsplattform bildet auch die Grundlage für Sanofis zugelassenen rekombinanten Influenza-Impfstoff in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Eine bewährte Pandemie-Adjuvans-Technologie wird die GSK in die Kooperation mit einbringen. In einer Pandemiesituation kann der Einsatz eines Adjuvans von großer Bedeutung sein. Das liegt daran, dass dadurch die Menge des pro Dosis erforderlichen Impfproteins verringert werden kann. Somit können einerseits mehr Impfstoffdosen produziert werden und andererseits wird zum Schutz von mehr Menschen beigetragen.

Paul Hudson, CEO von Sanofi: „Angesichts dieser noch nie da gewesenen globalen Gesundheitskrise ist klar, dass kein Unternehmen im Alleingang handeln kann. Aus diesem Grund ergänzt Sanofi weiterhin sein Fachwissen und seine Ressourcen mit Mitstreitern, wie GSK, mit dem Ziel, ausreichende Mengen an Impfstoff herzustellen und zu liefern, die helfen, dieses Virus zu stoppen.“

Quelle: Pixabay

Auch Emma Walmsley, CEO von GSK äußerte sich dazu: „Diese Zusammenarbeit bringt zwei der weltweit größten Impfstoffunternehmen zusammen. Durch die Kombination unserer wissenschaftlichen Expertise und unserer Technologien gehen wir davon aus, dass wir die weltweiten Anstrengungen einen Impfstoff zu entwickeln beschleunigen können, um so viele Menschen so schnell wie möglich vor COVID-19 zu schützen.“

In der heutigen Zeit ist die Kombination eines Antigens auf Proteinbasis zusammen mit einem Adjuvans gut etabliert und wird in einer Reihe der gegenwärtig verfügbaren Impfstoffe verwendet. Durch die Hinzugabe eines Adjuvans bei Impfstoffen kann die Immunantwort verstärkt werden. Es hat sich bereits gezeigt, dass durch Adjuvantien Eine stärkere und länger anhaltende Immunität gegen Infektionen erzeugt werden kann. Außerdem steigt so die Wahrscheinlichkeit einen wirksamen Impfstoff entwickeln zu können.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 planen die Unternehmen mit den klinischen Studien der Phase 1 zu beginnen. Lässt sich hier ein Erfolg beobachten, könnte die Entwicklung bis zur Verfügbarkeit des Impfstoffs in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen sein.

Wie bereits vor von Sanofi angekündigt, wird die Entwicklung des rekombinanten Impfstoffkandidatens gegen das Coronavirus durch finanzielle Mittel und eine Zusammenarbeit mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) in den USA subventioniert. Des Weiteren haben die Unternehmen vor, Gespräche über Finanzierungsunterstützungen mit anderen Regierungen und globalen Institutionen zu führen, wobei der globale Zugang erste Priorität hat.

BARDA Director, Rick A. Bright, Ph.D.: „Strategische Allianzen der führenden Impfstoffhersteller sind entscheidend, um einen Impfstoff gegen das Coronavirus so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Die Entwicklung eines adjuvantierten Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 könnte eine geringere benötigte Impfstoff-Menge pro Dosis und somit Impfstoff für mehr Menschen bedeuten. Außerdem könnte es der Weltgemeinschaft helfen, besser auf zukünftige Coronavirus-Ausbrüche vorbereitet zu sein und diese vielleicht sogar zu verhindern.“

Zu Beginn hatten die Unternehmen eine Task Force eingerichtet, um Ressourcen beider Unternehmen zu mobilisieren und somit alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Entwicklung des Impfstoffs voranzutreiben.

Angesichts der aktuellen Situation und der außerordentlichen humanitären und finanziellen Herausforderung der Pandemie haben beide Unternehmen die Priorität auf den weltweiten Zugang von COVID-19 Impfstoffen gesetzt. Ziel sei es jeden Impfstoff, der im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelt wird, für die Gesellschaft verfügbar zu machen und Mechanismen zu schaffen, die einen fairen Zugang für Menschen in allen Ländern ermöglichen.

Die Kooperation der beiden Unternehmen ist ein Meilenstein in den andauernden Bemühungen von Sanofi und GSK zur Bekämpfung des Coronavirus. Es wurde ein Abkommen (Material Transfer Agreement) unterzeichnet, damit sofort mit der Entwicklung begonnen werden kann. Die vollständigen Bedingungen der Zusammenarbeit werden in den nächsten Wochen finalisiert.

30.03.2020 Update: Markus Söder informiert zu Coronavirus in Bayern

Weiterhin ist die Lage sehr ernst. Derzeit gebe es keinen Anlass „falsche Hoffnungen zu wecken“, so Markus Söder (CSU). Auch Bayern wird die Maßnahmen bis zum 19. April verlängern, jedoch nicht verschärfen. Neue Statistiken zeigen, dass es rund 5.000 Fälle mehr gäbe, wenn Bayern nicht die Maßnahmen beschlossen hätte. Umso wichtiger ist es, „dass wir an dieser Stelle keine Sorglosigkeit walten lassen“, auch wenn Söder verstehe, dass die Menschen wieder frei leben möchten.

Derzeit sind 14.437 Infizierte registriert. Das seien mehr als 1.000 neue Fälle im Vergleich zu gestern. Auch wird von 133 Todesfällen berichtet. Trotz alledem ist ein leichter Trend erkennbar. Die Kurve der Infektionen flache etwas ab. So verdopple sich die Zahl der Infizierten nun alle fünf Tage. Noch bevor die Maßnahmen umgesetzt wurden, lag die Zahl bei 2,8 Tagen. Die aktuellen Maßnahmen werden immer wieder überprüft und aufs Neue evaluiert, um die Verhältnismäßigkeit gewährleisten zu können.

Am Wochenende hat der Freistaat bereits eine Million neuen Schutzmasken erhalten, dazu zählen auch Masken aus der Eigenproduktion. Die Abstimmung mit dem Bund wird zwar von Tag zu Tag besser, doch bleibt der Engpass an Material ein Dauerbrennpunkt. Auch Hubert Aiwanger (Freie Wähler) äußert sich zur Problematik mit den Schutzmasken. Mittlerweile werden über 10.000 Masken jeden Tag in Bayern produziert. Das derzeit vorrätige Material würde reichen um eine Millionen Masken herzustellen.

Ebenfalls sollen in den nächsten Tagen sämtliche Landratsämter mit 1.000 Liter Desinfektionsmittel versorgt werden. Auch soll in Bayern ein Schnelltest entwickelt werden. Aiwanger habe von bayerischen Firmen entsprechende Rückmeldung erhalten, dass bis Anfang Mai Schnelltests in „großer Zahl möglich würden. Dann kann in wenigen Minuten gesagt werden, ob eine Person positiv oder negativ ist. Bisher dauern die Tests mehrere Stunden.

Angesichts der drohenden Welle von Firmenpleiten möchte die Staatsregierung in der Corona Krise die Finanzhilfen für bedrängte Mittelständler erhöhen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte, „dass ab morgen alle Sätze nochmal angehoben werden“. Firmen mit zwischen 50 und 250 Mitarbeitern können als Höchstzuschuss 50.000€ Soforthilfe beantragen. Bisher waren es 30.000€. Ein-Mann und Ein-Frau Betriebe können nun 9.000€ Zuschuss bekommen, statt bisher 5.000€. Der endgültige Beschluss soll bei der Kabinettssitzung am Dienstag erfolgen.

Zur Versorgung der Covid-19-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich steigern. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 Kliniken vor. Infolge der steigenden Fallzahlen müsse auch in Bayern weiterhin mit einem deutlich höheren Bedarf an Pflegebetten in den Kliniken für Infizierte gerechnet werden. Auch die Verlegung von Ärzten werde derzeit vorbereite, erklärte Söder.

Bei der medizinischen Behandlung der Corona-Patienten müssen sich die Bundesländer nach Ansicht des Ministerpräsidenten besser untereinander abstimmen. Da einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich stärker betroffen seien als andere, werde man in Deutschland überlegen müssen, wie eine Verteilung funktionieren könne, erläuterte Söder weiter. Hier gebe es derzeit noch viel Optimierungs- und Verbesserungsbedarf. In Bayern gebe es schon einige Kommunen, darunter Rosenheim in Oberbayern, in denen die Klinikkapazitäten ausgelastet seien. Daher werde hier schon jetzt über eine Verlagerung der Covid-19-Patienten in andere Krankenhäuser im übrigen Freistaat organisiert.

Corona-Pandemie: Erste Meldeplattform für Fachkräfte in Bayern

Ab sofort stellt die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) eine Meldeplattform für freiwillige zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) eingerichtet worden ist. Auf dieser Plattform können sich Pflegefachpersonen und -hilfskräfte, Medizinische Fachangestellte, medizinisch-technische Radiologie- sowie Medizin-technische Laboratoriumsassistentinnen und -assistenten registrieren, die derzeit nicht in Ihrem Beruf tätig sind oder Kapazitäten frei haben und nicht zu einer Risikogruppe gehören. Auch die Gesundheitsministerin Melanie Hummel wandte sich bereits mit einem entsprechenden Aufruf an die jeweiligen Berufsgruppen.

Unter folgendem Link können sich Fachkräfte unkompliziert anmelden. Die erforderlichen Daten werden ausschließlich zum Zweck der Bekämpfung der Corona-Pandemie gespeichert und auf konkrete Anforderung weitergegeben. Die örtlichen Stellen setzen sich nur im Bedarfsfall direkt mit den Fachkräften in Verbindung und vermitteln den Einsatzort. Im Falle des Einsatzes, weißt das STMGP ausdrücklich darauf hin, dass der aktuelle Arbeitsvertrag bestehen bleibt und die Freiwilligen zu diesem Zweck (auf der Basis geltenden Rechts oder einer in Kürze zur Verabschiedung vorhergesehenen gesetzlichen Regelung) unter Lohnersatz bzw. Lohnfortzahlung freigestellt werden. Der Einsatzzeitraum soll sich ausschließlich auf die Corona-Pandemie begrenzen.

„Derzeit ist nicht sicher absehbar, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird. Es ist wichtig, dass wir auf große Herausforderungen vorbereitet sind. Deshalb bitte ich alle Pflegefachkräfte, alle Pflegehilfskräfte sowie Medizinisch-technische Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören, um Unterstützung“, so Ministerin Huml am Montag (23.03.2020). Für die VdPB ist die Unterstützung an dieser Stelle selbstverständlich.

„Jetzt gilt es, alle Kräfte zu bündeln und alle Ressourcen zu mobilisieren, um den Kollaps der Gesundheits- und pflegerischen Versorgung abzuwenden. Wir hoffen, dass wir mit der Bereitstellung der Plattform die Kapazitäten schnell und unbürokratisch dort erweitern können, wo sie gebraucht werden“, erklärte VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner und bestärkte damit den Appell der Gesundheitsministerin.

Generalistik – Juristische Unklarheiten und offene Fragen

Die neue generalistische Pflegeausbildung steht vor der Tür. Sämtliche Ausbildungsstätten und Pflegeschulen befassen sich derzeit mit der konkreten Umsetzung, damit die neue Pflegeausbildung ab dem 1. Januar 2020 möglichst reibungslos starten kann.

Doch führen nach Ansicht des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) juristische Unklarheiten im Pflegeberufegsetz (PflBG) zu wachsendem Unmut an Schulen und unter den Trägern der praktischen Ausbildung. Fundamentale Fragen seien noch immer unbeantwortet. Viele Pflegeschulen werden deshalb erst im September 2020 mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung starten. „Je konkreter die Umsetzungsprozesse voranschreiten, umso deutlischer wird, dass elementare Regelungen im PflBG widersprüchlich und stark interpretationsbedürftig sind. Die Arbeit muss immer wieder unterbrochen werden, weil immer weitere Fragen auftauchen und wir juristisch im Nebel stochern“, äußerte BLGS-Bundesvorsitzender Carsten Drude. Aktuelle stehen Anfragen zum Status der psychiatrischen Krankenhäuser und insbesondere zur Anrechenbarkeit von Praktikumseinsätzen im Vordergrund. Nur „wenn die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Akutpflege vermittelt werden können“, dürfen psychiatrische Kliniken als Ausbildungsträger fungieren. Jedoch ist nicht definiert, was unter allgemeiner Akutpflege zu verstehen ist und welche Ausbildungsinhalte gemeint seien, kritisiert das BLGS. Folge ist, dass psychiatrische Krankenhäuser und Pflegeschulen in der Luft hängen und man die praktischen Einsätze ihrer Auszubildenden in diesem Bereich nicht zu 100 Prozent verbindlich planen kann. Auch entsprechende Kooperationsverträge müssen aufgeschoben werden.

Da die Zeit drängt, sind nun die verantwortlichen Bundesministerien und die Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung gefordert, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Schon vor geraumer Zeit hatte der BGLS auf Mängel in der Gesetzgebung der generalistischen Ausbildung hinsichtlich der vorbehaltenen Tätigkeiten aufmerksam gemacht.

Pflegepersonaluntergrenzen: Neue Regelungen für weitere Bereiche!

Im Streit um die Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in der Pflege schlägt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erneut den Weg über eine Ersatzvornahme ein. Bislang ist in einem Referentenentwurf vorgesehen, vier weitere pflegesensitive Bereiche festzulegen. Bestehende Regelungen sollen teilweise sogar verschärft werden.

Demzufolge gelten ab dem 1. Januar 2020 die Pflegepersonaluntergrenzen nicht nur für die aktuellen Bereiche (Intensivmedizin, Unfallchirurgie, Geriatrie und Kardiologie), sondern auch für Herzchirurgie, Stroke-Units, Neurologie und neurologische Frührehabilitation. Pflegepersonalverlagerungen aus anderen Pflegebereichen in die als pflegesensitive Bereiche definierten Stationen sind laut Referentenentwurf verboten. Ob unzulässige Verlagerungen von Pflegepersonal vorliegen, wird vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) überprüft. Deshalb sind alle Kliniken dazu verpflichtet dem InEK mitzuteilen, wenn die Pflegepersonaluntergrenzen unterschritten werden. Laut Referentenentwurf liegt das vor, „wenn sich das Verhältnis von Pflegekräften in Vollkräften zu Belegungstagen in den anderen Bereichen in der unmittelbaren Patientenversorgung um mehr als drei Prozent reduziert hat“.

Nachdem sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband im laufenden Jahr nicht einig werden konnten, hatte das BMG Regelungen für vier pflegesensitive Bereiche vorgeschrieben.

Erste Zwischenergebnisse des Krankenhaus Barometers 2019 des Deutschen Krankenhausinstituts zeigen, dass mittlerweile 37 Prozent aller Kliniken Intensivbetten schließen mussten, um die Pflegepersonaluntergrenzen einhalten zu können. Auf pflegesensitiven Allgemeinstationen mussten bislang 23 Prozent der Krankenhausbetten gesperrt werden. Noch alarmierender ist jedoch, dass zeitweise 29 Prozent der Kliniken gesamte Bereiche von der Notfallversorgung bei der Leitstelle des Rettungsdienstes abmelden mussten.

Konzertierte Aktion Pflege

Symbolik Konzertierte Aktion Pflege

Was ist die Konzertierte Aktion Pflege?

Bei der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) handelt es sich um eine gemeinsame Initiative zur Stärkung der Pflege in Deutschland. Man möchte mehr Menschen für die Pflege begeistern. Dafür haben vergangenes Jahr 2018 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Sie ist sozusagen ein Projekt der drei Bundesministerien.

Mit fünf Arbeitsgruppen zu einer besseren Pflege

Um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, wurden im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege fünf Arbeitsgruppen (AG) gebildet.

  • Arbeitsgruppe 1: Ausbildung und Qualifizierung
  • Arbeitsgruppe 2: Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
  • Arbeitsgruppe 3: innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung
  • Arbeitsgruppe 4: Pflegekräfte aus dem Ausland
  • Arbeitsgruppe 5: Entlohnungsbedingungen in der Pflege

Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege

Mehr Personal durch die KAP

Zukünftig sollen für die Besetzung von Pflegeheimen und Krankenhäusern mit Pflegenden verbindlichere Regeln eingeführt werden. Dafür entwickelt und erprobt man bis Juni 2020 ein Personalbemessungsverfahren, um es dann in Pflegeeinrichtungen zu implementieren. Ein entsprechendes Konzept für die deutschen Krankenhäuser wird von den Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Verband der privaten Krankenversicherungen, dem deutschen Pflegerad (DPR) sowie den Gewerkschaften und Arbeitgebern entwickelt. Bis zum Ende dieses Jahres legen der DPR, die DKG und Verdi einen Interims-Vorschlag dazu vor. Eine zentrale Servicestelle für berufliche Anerkennung soll die Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland erleichtern. Zusätzlich soll es künftig für private Vermittler ausländische Pflegekräfte ein Gütesiegel geben. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden u.a. dazu aufgefordert verlässliche Dienstpläne sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu schaffen, um dadurch die Arbeitsbedingungen von Pflegenden zu verbessern.

Mehr Geld durch die KAP

Bisher werden Pflegekräfte sehr unterschiedlich und häufig auch zu niedrig entlohnt. Auch die Entlohnungsbedingungen in der Altenpflege sollen sich über Mindestlöhne und Tarifverträge verbessern. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland in Bezug auf den Pflegemindestlohn sollen künftig entfallen. Um diese Ziele umsetzen zu können, kommen nach Auffassung der AG nur zwei unterschiedliche Wege in Frage.

  • Die Mindestlöhne werden auf Vorschlag der Pflegekommission festgesetzt.
  • Ein Tarifvertrag, der auf der Grundlage des Arbeitnehmer–Entsendegesetzes unter Berücksichtigung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts flächendeckend erstreckt werden kann.

Die gesetzlichen Änderungen, die dafür erforderlich sind, werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit auf den Weg gebracht. In Sachen Finanzen einigte man sich auch darüber, dass eine Verbesserung der Entlohnung eine optimierte Finanzausstattung der Pflegeversicherung erforderlich macht. Pflegebedürftige möchte man vor einer finanziellen Überbelastung durch steigende Eigenanteile schützen.

Mehr Ausbildung durch die KAP

Ziel ist es, die Zahlen der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils 10 % zu steigern. Des Weiteren will man mindestens 5000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern schaffen. Zum 1. Januar 2020 starten die neuen Pflegeausbildungen, welche durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“ (2019 – 2023) begleitet werden.

Mehr Verantwortung durch die KAP

Deutsche Pflegefachkräfte sollen mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen, indem man den Verantwortungsbereich ausweitet. Noch in diesem Jahr entwickelt man Standards zur Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen wie z.B. Ärzten. Die bestehenden Möglichkeiten in Bezug auf delegationsfähige Tätigkeiten sollen besser genutzt werden, um bestehende Hürden effizienter bewältigen zu können.

Mehr Digitalisierung durch die Konzertierte Aktion Pflege

Der hohe Dokumentationsaufwand in der Pflege soll endlich abgeschafft und mittelfristig komplett auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt werden (Elektronische Pflegeakte bzw. Patientenkurve, Entlassmanagement, Verordnungen). Ambulante Pflegedienste sollen ab 1. Oktober 2022 Leistungen der Pflegeversicherung nur noch auf elektronischem Weg mit den Kassen abrechnen. Ab dem 1. April 2023 soll dies auch für Leistungen der häuslichen Krankenpflege gelten. Auch der Bereich der Telepflege, um Pflegebedürftige und Angehörige zu beraten, soll weiterentwickelt werden. Technische Systeme zu Kontroll-, Routine- und logistischen Tätigkeiten sollen vermehrt als Unterstützung eingesetzt werden. Damit sind speziell robotische Systeme zum Transport, zur Lagerung und zur Mobilisierung von Personen, intelligente Pflegewägen sowie Systeme zur Risikovermeidung wie Tür-auf-Sensoren, Aufstehmelder, Sturzerkennung und Orientierungslichter gemeint. Dabei ist die Einbindung der Pflegekräfte bei Einführung digitale Techniken von Beginn an essenziell. Nur so kann man die Akzeptanz und den alltäglichen Nutzen der digitalen Hilfsmittel fördern bzw. transparent machen.

Pflegenotstand in Hamburg: Volksbegehren wurde abgeschmettert

Stadt Hamburg

Gegen Anfang Mai hat das Verfassungsgericht in Hamburg entschieden, dass das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand rechtlich unzulässig ist. Mit dem Volksbegehren wollte das „Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“ die Anzahl der Pflegefachpersonen in Kliniken erhöhen. Auslöser ist das mittlerweile unzureichende Bundesgesetz für Pflegepersonaluntergrenzen. Dieses wurde vergangenes Jahr im August 2018 beschlossen. „Die Länder sind nicht berechtigt, eine konkurrierende Gesetzgebungskompetenz dort in Anspruch zu nehmen, wo sie eine abschließende Bundesgesetzgebung für unzulänglich und deshalb reformbedürftig halten“, lautete die Begründung des Gerichts.

Auch die Hamburger Ärztekammer wies darauf hin, nicht das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Kammerpräsident Pedram Emami äußerte in seiner Stellungnahme: „Und das ist für mich die Tatsache, dass die Mitarbeiterschaft ebenso wie Bürgerinnen und Bürger mit der personellen Situation in den Kliniken offenbar absolut unzufrieden sind.“ Innerhalb von drei Wochen hatten mehr als 27.000 Hamburgerinnen und Hamburger die Forderungen nach mehr Personal in den Krankenhäusern vor Ort unterschrieben. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema und die Entwicklung von Zukunftskonzepten wurde ganz klar versäumt. „Die personellen Probleme, die wir aktuell haben, sind Ausdruck eines institutionellen Versagens der vergangenen Jahre“, so Emami.

So machen Sie Ihr Unternehmen fahrradfit!

Der Sommer steht in den Startlöchern und viele Menschen schwingen sich wieder aufs Fahrrad oder E-Bike. Warum also nicht die betriebliche Fahrradkultur fördern? Es gibt viele Gründe die dafür sprechen: Betriebsausflüge auf zwei Rädern fördern das Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen, es werden gut ausgebildete Arbeitskräfte angelockt, Arbeitgeber profitieren von gesünderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, schonen die Umwelt und auch ihren Geldbeutel. Hier kommen ein paar Vorschläge, wie Unternehmen fahrradfit werden.

Dienstradleasing anbieten

Mittlerweile tendieren immer mehr Arbeitnehmer zum eigenen Elektrofahrrad bzw. E-Bike. Warum also nicht den eigenen Mitarbeitern zum Traumbike verhelfen?! Für Unternehmen ist dieser Schritt – einen Kooperationsvertrag mit einem Dienstradleasinganbieter abschließen – einfach und gleichzeitig kostenneutral. Und so funktioniert es: Der Arbeitgeber least das Dienstrad, der Arbeitnehmer fährt es, wann immer er möchte – egal ob zur Arbeit, im Alltag, beim Sport oder in den Ferien. Bezieht der Mitarbeiter das Fahrrad oder E-Bike per Gehaltsumwandlung, profitiert er von einer steuerlichen Förderung (neue 0,5 %-Regel) und spart 40 Prozent gegenüber dem herkömmlichen Kaufpreis. Ein arbeitgeberfinanziertes Dienstrad ist für den Mitarbeiter sogar kosten- und steuerfrei. Beide Varianten sind für den Mitarbeiter meist mehr wert als eine Gehaltserhöhung.

Sichere Fahrradparkplätze installieren

Angestellte, die mit Fahrrad oder E-Bike zur Arbeit fahren, gehen beruhigter an ihren Schreibtisch, wenn sie ihr geliebtes Bike während ihrer Arbeitszeit sicher geparkt wissen. Doch wie sieht der optimale Fahrradabstellplatz aus? Am besten überdacht, beleuchtet, eingangsnah und ausgestattet mit Halterungen, an die man sein Bike anschließen bzw. abschließen kann. Und auch finanziell lohnt sich die Investition für den Arbeitgeber, denn auf einen Autoparkplatz passen bis zu sieben Fahrräder.

Umkleiden mit Duschen für die Mitarbeiter

Laut Befragungen wünschen sich Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad oder E-Bike zur Arbeit fahren –jenach zurückgelegter Strecke, Witterung und Jahreszeit –, eine Möglichkeit, sich frisch zu machen. So können Unternehmen, die einen Umkleide- sowie Trockenraum und Duschen anbieten, noch mehr Mitarbeiter aufs Fahrrad bringen und die Radlerherzen höherschlagen lassen. Durchaus kann auch der Arbeitgeber hierbei profitieren, die besten Ideen kommen meist auf dem Velo! (Albert Einstein)

Unternehmen auf dem Medaillenkurs

Wer diese Vorschläge und ein paar andere Fahrradfreundlichkeits-Aspekte umsetzt, kann sogar eine Auszeichnung erhalten. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) und die Europäische Union (EU) zertifizieren „Fahrradfreundliche Arbeitgeber“ mit Medaillen in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze. Was die Zertifizierung kostet und weitere Infos zur Initiative unter: http://www.fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de

Auch die AOK Bayern lädt zur jährlich beliebten Mitmachaktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ (www.mit-dem-rad-zur-Arbeit.de) ein. Auch dieses Mal übernimmt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml erneut die Schirmherrschaft. Im vergangenen Jahr haben ca. 64.000 Radler teilgenommen, es wurden knapp 15 Millionen Kilometer gefahren und dabei 370.000.000 Kalorien verbrannt.