Fixierung von Patienten – neue gesetzliche Regelung

Fixierung Gesetz, Justiz

In der Psychiatrie müssen Fixierungen, die länger als eine halbe Stunde dauern, künftig von Richtern genehmigt werden. Laut dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe stelle die Fixierung eines Patienten einen Eingriff in das Grundrecht auf Freiheit der Person da. Solch eine freiheitsentziehende Maßnahme ist nur als letztes Mittel einzusetzen und muss von einem Richter angeordnet sein bzw. werden. Erfolgt eine Fixierung während der Nachtschicht, muss spätestens am nächsten Morgen eine richterliche Genehmigung eingeholt werden. Des Weiteren ist der fixierte Patient von einer qualifizierten Pflegekraft Eins-Zu-Eins zu betreuen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sprach sich ebenfalls für die neue Regelung bzgl. der Grundrechte von Patienten aus. Der Verband appelliert an die Einrichtungen, Lösungsansätze zu entwickeln und entschlossen umzusetzen. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die derzeitige Personaldichte nicht ausreiche, einen fixierten Patienten Eins-Zu Eins zu überwachen.

Anzeige


Das Urteil bezieht sich dem BVerfG zufolge nur auf Fixierungen in der öffentlich-rechtlichen Unterbringungen. Auch wenn es keine explizite Äußerung gibt, sind wir der Meinung, dass die Fixierung in Krankenhäusern davon nicht ausgenommen ist. Also sind auch hier Lösungsansätze bzgl. Fixierung erforderlich. Die 16 Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen. Nur Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben bislang die Einschaltung eines Richters bei Fixierungen gesetzlich vorgeschrieben. Die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben bis zum 30. Juni 2019 Zeit, den „verfassungswidrigen Zustand“, der derzeit herrsche, zu beseitigen. Außerdem muss bis dahin ein richterlicher Bereitschaftsdienst eingerichtet werden, der mindestens zwischen 6 und 21 Uhr erreichbar ist und über die Fixierung entscheidet. Krankenhäuser sind ab sofort dazu verpflichtet, fixierte Patienten darauf hinzuweisen, dass sie die Maßnahmen bei Gericht nachträglich anfechten können.

Welche Maßstäbe bei andere Konstellationen bzgl. Fixierung gelten, lässt sich aus dem derzeitigen Urteil nicht konkret entnehmen.

Pflege und der Fachkräftemangel in Deutschland

Pflege, Op, Doctor

Die Zahl der Pflegenden hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2016) nur geringfügig verändert. Im Jahr 2017 ist die Zahl der Vollkräfte in der Pflege um 3.400 bzw. um ein Prozent gestiegen. Damit wurden knapp 19,5 Millionen stationäre Fälle von 328.500 Pflegevollkräfte klinisch versorgt, laut den Auswertungen des Statistischen Bundesamts.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, sieht der Entwicklung in der Pflege trotzdem positiv entgegen. Seit ca. zehn Jahren nimmt die Zahl der Pflegenden kontinuierlich zu, wenn auch nicht stark. Herr Baum ist der Ansicht, dass auf Grund der Zahlen den Krankenhäusern die Hände gebunden sind. Krankenhäuser können Pflegepersonal nur in dem Maße einstellen, wie es der Arbeitsmarkt ermöglicht. Die immer wieder vorgetragene Behauptung, Krankenhäuser würden aus Gründen der „Gewinnmaximierung“ keine Stellen mehr besetzten, ist laut Herrn Baum, schlichtweg falsch. Das Bedürfnis, seitens der Kliniken, mehr Personal einzustellen, ist so groß wie schon lange nicht mehr. Nur ohne Pflegefachkräfte kann man keine Stellen besetzen.

Digitale Gesundheitsakte und Therapie-Apps

Digitale Gesundheitsakte, Geldbörse

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung will die digitale Gesundheitsakte und Therapie-Apps. So lautet eines der Ergebnisse des 7. ePatienten-Survey der EPatienten RSD GmbH.

Doch obwohl 58 Prozent der Befragten anfänglich mit dem Begriff der Online-Patientenakte nichts anfangen können, antworteten 73 Prozent auf die Frage, ob sie digital jederzeit auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen wollen, mit „Ja“. Die Befragten wollen ebenfalls, dass ihr Arzt als Lotse für digitale Versorgungslösungen fungiert und ihre eigenen Daten mit ihm teilen. Damit wird deutlich: Die Deutschen wollen mehr digitale Gesundheitsanwendungen. Den Vertrauensvorsprung gegenüber Apple und Google, den Ärzte, Kliniken und Krankenkassen derzeit noch haben, sollten sie nutzen. Denn vier von fünf Befragten wollen Online-Empfehlungen von ihrem Arzt oder ihre Patientendaten mit ihm teilen. Darauf folgen dann Kliniken und Krankenkassen. Im Vergleich dazu, würden nur ca. 5 Prozent Apple und Google Patientendaten anvertrauen bzw. als Speicherort nutzen.

Digitale Gesundheitsakte, App

Das deutsche Gesundheitssystem ist im Zugzwang. Es ist an der Zeit nicht nur über E-Health bzw. die digitale Gesundheitsakte zu diskutieren, sondern den Vertrauensvorsprung aktiv zu nutzen und Lösungen in der Versorgungsproblematik zu entwickeln bzw. zu integrieren. Denn die ärztliche Versorgung und die Online-Welt sind gegenwärtig nicht miteinander verknüpft und Patienten werden von Ärzten und dem Gesundheitssystem in der Digitalen-Welt alleingelassen. Dementsprechend ist die Zahlungsbereitschaft, in bestimmten Zielgruppen für digitale Gesundheitslösungen, in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Allerdings müssen die Patienten gleichzeitig von ihren Versorgern geschult bzw. unterstützt werden, um die Kompetenzen im digitalen Bereich auszubauen bzw. zu festigen.

Für den 7. ePatienten-Survey, wurden im Frühjahr 2018 rund 9.700 „Gesundheits-Surfer“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Dabei unterstützen führende Krankenkassen, Gesundheitsportale, Patientenorganisationen und Startups.

Influenza: Grippeimpfstoff für alle

Influenza, Spritze,

Die Grippewelle 2017/2018 war eine der verheerendsten in Deutschland seit langem. Nach den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) erkrankten rund 333.567 Menschen und 1.665 Patienten starben. Darauf hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereits reagiert. Alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben ab Herbst 2018 Anspruch auf den sogenannten quadrivalenten saisonalen Influenzaimpfstoff. Mit diesem für alle Krankenkassen verbindlichen Beschluss, folgt der G-BA den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) von Januar. Zu massiver Kritik war es nämlich in der vergangenen Saison gekommen, weil die gesetzlichen Krankenkassen primär die Kosten für den billigeren Dreifach-Impfstoff übernommen hatten. Der letztendlich wirksamere Vierfach-Impfstoff war damals ca. doppelt so teuer.

Der Trip der Mahlzeit – Was wird Wie verdaut?

Mahlzeit, Wurst, Käse,

Welche Mahlzeit wird wie verdaut und wie lange dauert es denn eigentlich? Bis zu drei Tage kann ein solcher Trip, durch das menschliche Verdauungssystem, in Anspruch nehmen. Unser Magen ist dabei als Hauptgastgeber sehr wählerisch und entscheidet mit Bedacht. Leicht Verdauliches, wie zum Beispiel ein weichgekochtes Ei, wird schon nach ca. einer Stunde als Speisebrei in den Zwölffingerdarm (Duodenum) weitergeleitet. Feste Nahrung mit einer hohen Energiedichte oder hohem Fettgehalt wird bis zu sechs Stunden oder länger im Magen festgehalten. So lange kann es dauern, bis die Magensäure und die Magenwand-Kontraktion die Nahrungsbrocken verarbeitet bzw. zerkleinert hat. Auch die Konsistenz und Temperatur der Nahrung spielt bei der Verdauung eine Rolle. Stress und Medikamente wirken sich ebenfalls auf die Verdauungszeit aus.

Mahlzeit, Sanduhr

Welche Mahlzeit braucht denn jetzt wie lange?

Bis zu 2 Stunden:

  • Wasser, Tee, Kaffee, Bier, weiche Eier, Reis

Bis zu 3 Stunden:

  • Gekochte Milch, Kaffee mit Sahne, Obst, Weißbrot, Kalbsfleisch, zartes Gemüse, Kartoffeln, hart gekochte Eier

Bis zu 4 Stunden:

  • Schwarzbrot, Vollkornbrot, Bratkartoffeln, Kohlrabi, Karotten, Radieschen, Spinat, Äpfel, Schinken, Omelette, Huhn (gekocht)

Bis zu 5 Stunden:

  • Hülsenfrüchte, Geflügel (gebraten), Wild, Rauchfleisch, Rind (gebraten) Gurkensalat, in Fett Gebackenes

Bis zu 7 Stunden:

  • Speck, Heringssalat, Pilze, Thunfisch in Öl

Bis zu 8 Stunden:

  • Gänsebraten, Ölsardinen, Schweinshaxen, Grünkohl

Informationstechnologie in der Medizin

Informationstechnologie in der Medizin, Speicherchip

Gewaltige Entwicklungssprünge macht derzeit die Informationstechnologie in der Medizin. Der Fokus liegt dabei auf zwei Trends.

Hard- und Software

Diese werden von Jahr zu Jahr noch leistungsfähiger. Größere Datenmengen sind immer schneller bearbeitet bzw. verarbeitet. Das maschinelle Lernen und Erkennen von Mustern, auch in unstrukturierten Daten, ist perfektioniert. Die Bedeutung von Daten, Semantik und Kontext, wird zunehmend zum Mittelpunkt der IT. So kann immer mehr Information und Wissen entstehen. Erst die nächste Stufe, das Handeln, ist noch ein Monopol der Menschen.

Datenquellen

Die Anzahl an Quellen, aus denen Daten zusammengeführt werden müssen, nehmen kontinuierlich zu. Außerdem werden sie inhomogener. Hauptbestandteil der Quellen sind verschiedene Akteure, nicht zuletzt der Patient.

Ausblick

Diese rasche Entwicklung der Informationstechnologie in der Medizin bietet Chancen für schnellere, ausführlichere und präzisere Diagnosen und für wirksamere sowie individuellere Therapien. Dem gegenüber stehen allerdings Herausforderungen, die schon bekannt sind, sich aber verschärfen. So ist mit zunehmenden Mengen von Informationen zu rechnen, die die Nutzer der IT-Systeme verarbeiten müssen. Es muss erkennbar werden, ob diese Informationen unverfälscht und vollständig sind. Die Bedeutung der ausgetauschten Inhalte zwischen IT-Systemen muss weiterhin klar sein. Etablierte Standards sollten von allen Beteiligten eingehalten werden. Ärztinnen/Ärzte und Gesundheits-und Krankenpfleger/innen sollen ihre Wahrnehmungen und Handlungen in IT-Systemen speichern, um aus deren Output Rückschlüsse ziehen zu können. Dies bildet die Basis des Handelns und ermöglicht es, sich schnell und zuverlässig ein Bild zu machen.

Informationstechnologie in der Medizin, Digital

Anzeige


Risiken – Informationstechnologie in der Medizin

Jedoch können die Systeme dies derzeit nicht gewährleisten. Man benötigt zu viel Zeit für die Daten-Eingabe und die Durchsicht von Informationen, beklagten die verschiedenen Anwender. Dadurch minimiert sich die Zeit für die Interaktion mit ihren Patienten. Ein trauriges Beispiel ist eine Ebola-Infektion eines Patienten in einem texanischen Krankenhaus im Herbst 2014, die nicht als diese erkannt wurde. Mit der Fehldiagnose Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) wurde der Patient wieder entlassen. Der Patient steckte zwei weitere Menschen an und verstarb zwei Wochen nach Entlassung. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die elektronische Fallakte zu diesem Verlauf beigetragen habe. Die durch das Aufnahme-Personal durchgeführte Reiseanamnese ergab, dass der Patient erst vor kurzem in Liberia war, allerdings wurde diese Information auf einer Maske dokumentiert, deren Durchsicht nicht zum Arbeitsablauf des behandelnden Mediziners gehörte.

Dieses Beispiel zeigt, dass es wichtig ist nicht nur Trends zu suchen bzw. zu entdecken, sondern Trends selbst zu setzen. Die künstliche Intelligenz (KI) ist auf jene Herausforderungen anzupassen. Sie kann Kriterien für gute Qualität von Datenquellen entwickeln und diese überwachen. Die KI kann Datenströme verfolgen und prüfen, ob die Informationen in den richtigen Kontext gestellt werden, sodass alle in den Prozess involvierten Personen den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Der Weg von der Idee zur Umsetzung wird nicht leicht, aber notwendig.

Telemedizinische Sprechstunde – Fluch oder Segen?

Rückblick

Mitte Mai diesen Jahres hat der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt beschlossen, dass das Fernbehandlungsverbot fallen wird – die telemedizinische Sprechstunde kann also kommen. Allerdings soll das anfangs nur für „Einzelfälle“ gelten. Das Gremium fordert weiterhin den sogenannten „Goldstandard“, eine Behandlung im persönlichen Kontakt mit den Patienten. Die neuen Kommunikationsmedien sollen nur unterstützend zum Einsatz kommen.

Doch die Meinungen gehen auseinander. Einige Delegierte der Landesärztekammer brachten ihre generelle Ablehnung einer Lockerung des Fernbehandlungsverbots zum Ausdruck. Sie fürchten eine „Call-Center-Medizin“ oder gar ein „ambulantes Raubrittertum“. Andere wiederum sprachen sich für den Schritt der Lockerung aus und wollten sogar die Beschränkung auf den Einzelfall herausnehmen. Dr. Thomas Lipp, Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Hartmannbunds Sachsen, rief seine Kollegen dazu auf, den digitalen Wandel proaktiv anzugehen. Auch international gibt es bereits Länder, die das Konzept der Online-Sprechstunde eingeführt haben. Das deutsche Gesundheitswesen muss sich hier noch weiterentwickeln.

Auch Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Merkel IV, bleibt dabei nicht unbeteiligt. Er hat, laut Kanzlerin Merkel, freie Hand bei der gesetzlichen Regelung der elektronischen Gesundheitskarte. Auch das Thema Fernverschreibungsverbot muss zügig bearbeitet werden. Denn es obliegt nicht der Ärztekammer zu entscheiden, ob Mediziner nach einer telemedizinischen Sprechstunde auch Medikamente verschreiben dürfen, sondern der Gesetzgeber.

Telemedizinische Sprechstunde – Chancen & Risiken

Die Chancen der digitalen Medizin sind immens, doch scheitert die Weiterentwicklung derzeit an Politik und Standesorganisationen. Es besteht die Gefahr, dass die deutsche Gesundheitswirtschaft – Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und alle anderen Anbieter von Gesundheits-Dienstleistungen – den Anschluss verliert. Denn Anbieter wie Google, Amazon und Apple sind dabei verlockende Angebote für Gesundheitskonsumenten und Patienten zu entwickeln.

Anzeige


Bis jetzt wurde das Thema Fernbehandlung allerdings nur mit Blick auf hausärztliche Leistungen diskutiert. Komisch, da es ja auch Chancen in der spezialisierten Medizin gibt. Ein Paradebeispiel ist zum Beispiel die MRT-Praxis MR-Neurographie Neuer Wall Hamburg, die vom Universitätsklinikum Heidelberg betrieben wird. Hier erfolgt die medizinische Betreuung und vor allem die Befundung per Telemedizin aus Heidelberg. Lediglich eine Fachangestellte ist vor Ort. Hoch Spezialisierte Mediziner an wenigen Orten zusammenzuführen, ist an sich sinnvoll, da hier die Chancen der digitalen Vernetzung liegen. Allerdings musste die Heidelberger Uniklinik aufgrund des Fernbehandlungsverbots viel Überzeugungsarbeit leisten, bis sie die Ärztekammer davon überzeugen konnten und grünes Licht bekamen.

Es wird deutlich, dass der Weg zu einem innovativen Gesundheitssystem in Deutschland kein einfacher sein wird. Denn zu viel Bürokratie und Besitzstandswahrung sind wie Gift für Innovation.

Impfschutz in Deutschland

Impfschutz, Injektion

Ein Thema, das seit langer Zeit immer wieder diskutiert wird – Impfschutz Ja oder Nein? Wie sind denn nun die Regelungen bzgl. des Impfschutzes in Deutschland? Derzeit gibt es in der Bundesrepublik lediglich eine Impfempfehlung. Das bedeutet, du hast die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob du dich impfen lässt oder nicht. Gleiches gilt für Eltern von Kindern unter 18 Jahren, die auch frei entscheiden können, ob ihre Kinder einen Impfschutz erhalten sollen oder nicht. In anderen, internationalen Ländern sieht das schon anders aus. Der Impfschutz in Deutschland ist noch den Eltern und Kindern selbst überlassen.

Präventionsgesetz beim Impfschutz

Wie zuvor erwähnt herrscht in Deutschland noch keine Impfpflicht. Allerdings hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit dem Präventionsgesetz, welches am 25. Juli 2015 in Kraft trat, ein klares Zeichen gesetzt. Ziel des Gesetzes ist die Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention.

Die parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach äußert sich dazu wie folgt:

„Mit dem Präventionsgesetz stärken wir die Gesundheitsförderung direkt im Lebensumfeld – in der Kita, der Schule, am Arbeitsplatz und im Pflegeheim. Außerdem werden die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterentwickelt, und der Impfschutz wird verbessert. Ziel ist, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen.“

Ferner erhofft sich das Bundesministerium für Gesundheit die Impflücken in allen Altersstufen zu schließen. Deshalb soll das Präventionsgesetz, durch eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen, die Impfprävention fördern.

 

  • Impfschutz soll bei allen Routine-Gesundheitsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und den Jugendarbeitsschutzuntersuchungen überprüft werden.
  • Auch Betriebsärzte sollen künftig allgemeine Schutzimpfungen vornehmen können.
  • Bei der Aufnahme eines Kindes in die Kita muss ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden. Beim Auftreten von Masern in einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita, Schule, Hort) können die zuständigen Behörden ungeimpfte Kinder vorübergehend ausschließen.
  • Medizinische Einrichtungen dürfen die Einstellung von Beschäftigten vom Bestehen eines erforderlichen Impf- und Immunschutzes abhängig machen
  • Krankenkassen bieten Bonus-Leistungen bei gewissen Impfungen an

Allgemeine Informationen zum Thema Schutzimpfung:

  • Eine der wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen in der Medizin
  • Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen sind eher selten
  • Ziel der Impfung: Schutz vor ansteckenden Krankheit
  • Individualschutz und nicht geimpfte Menschen werden auch geschützt
  • Die Verbreitung einer Infektionskrankheit stoppen oder verringern

Wie ist der Impfschutz in Deutschland geregelt?

    • keine gesetzliche Impfpflicht
    • Bundesministerium für Gesundheit hat mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) ein unabhängiges Expertengremium für Impfempfehlungen berufen
    • STIKO empfiehlt, welche Impfungen von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit sind > Krankheitsprävention
    • In der gesetzlichen Krankenversicherung haben Versicherte kostenfreien Anspruch auf empfohlene Schutzimpfungen.

Anzeige


Impfschutz im Kindes- und Jugendalter

  • Die Impfquoten im Kindesalter haben sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich erhöht.
  • Defizite beim Impfschutz von Kindern gegen Pertussis (Keuchhusten), Hepatitis B und den zweiten Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln
  • unzureichenden Impfschutz bei Jugendlichen u. Erwachsenen
  • Quoten bei der Masernimpfung noch unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

 

Impfschutz in Deutschland – empfohlene Impfungen

Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Schutzimpfung gegen:

  • Rota-Viren
  • Hepatitis B
  • Diphtherie
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Poliomyelitis (Polio, Kinderlähmung)
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Masern
  • Mumps (Ziegenpeter)
  • Röteln
  • Varizellen (Windpocken)
  • Pneumokokken (Bakterien, die Gehirnhaut- und Lungenentzündungen auslösen können)
  • Meningokokken (Bakterien, die Gehirnhautentzündungen auslösen können)

Außerdem gibt es für Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren Schutzimpfungen gegen humane Papillomviren (HPV, Auslöser von Gebärmutterhalskrebs).

Auffrischimpfungen für Kinder und Jugendliche:

  • 2x Diphterie
  • zweimal Tetanus
  • 2x Pertussis (Keuchhusten)
  • einmal Poliomyelitis (Kinderlähmung)

 

Standard- bzw. Auffrischimpfungen für Erwachsene:

  • Auffrischung gegen Diphterie und Tetanus (alle zehn Jahre empfohlen, die nächste fällige Impfung als Kombinationsimpfung mit Pertussis)
  • Masern (ungeimpfte bzw. nur einmal geimpfte, nach 1970 geborene Personen)

 

Ab dem 60 Lebensjahr:

 

Weitere Impfungen für ungeimpfte Erwachsene in Absprache mit der/dem behandelnden Ärztin/ Arzt.

 

Indikationsimpfungen:

Bei den Indikationsimpfungen handelt es sich um Impfungen bei Einzelpersonen, die ein erhöhtes Risiko der Ansteckungs- oder Erkrankungsgefahr aufweisen. Indikationsimpfungen sind bis jetzt keine Kassenleistungen, wenn aus beruflichen Gründen eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

Mögliche Indikationsimpfungen:

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Infektion mit Haemophilus influenzae Typ b
  • Hepatitis A und B
  • Influenza (Grippe)
  • Masern
  • Meningokokken-Infektion
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Pneumokokken-Infektion
  • Poliomyelits (Kinderlähmung)
  • Röteln
  • Varizellen (Windpocken)

 

Zuckerarme Ernährung

zuckerarme Ernährung Supermarkt

Mittlerweile weiß es fast jeder – zu viel Zucker ist nicht gesund. Deshalb versuchen immer mehr große Markenhersteller zuckerfreie Lebensmittel zu produzieren. Die zuckerarme Ernährung ist auf dem Vormarsch. Ganz egal ob Fruchtjoghurt, Frühstücksmüsli oder Kekse. Immer mehr Hersteller setzen auf zuckerfreie Rezepte.

Im August diesen Jahres kündigten zwei der größten Anbieter für Molkereiprodukten in Deutschland an, neue zuckerfreie Rezepturen bzw. zuckerreduzierte Produkte auf den Markt zu bringen. „Wir werden den zugesetzten Zucker stufenweise reduzieren, damit sich die Konsumenten an weniger Zucker gewöhnen“, versprach Matthias Rensch vom Deutschen Milchkontor. Speziell bei der Produktlinie von Milram will das Unternehmen in diesem und im nächsten Jahr damit starten. Auslöser für diesen Schritt ist das Kaufverhalten der Konsumenten. Immer mehr Menschen achten auf eine gesundheitsbewusste bzw. zuckerarme Ernährung. So wird immer häufiger nach zuckerfreien Lebensmittel in den Supermärkten gegriffen. Laut Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen ist der Absatz von gezuckertem Fruchtjoghurt seit dem Jahr 2012 um rund 20 Prozent gefallen.

 

Zuckerfreier Joghurt von Arla

In den kommenden Tagen wird Arla einen Fruchtjoghurt auf den Markt bringen, der komplett auf zugesetzten Zucker und sonstige Zusatzstoffe verzichtet. Laut Unternehmensangaben soll der neue Joghurt in Summe nur noch halb so viel Zucker wie ein “gewöhnlicher“ Fruchtjoghurt enthalten. Dafür wurde die Zutatenliste des Joghurts auf zwei Produkte verkleinert – Früchte und Joghurt. Im ersten Moment hört sich das problemlos an, was es allerdings nicht ist. Arla-Deutschland-Chef, Markus Mühleisen, merkte an, dass Fruchtjoghurts ohne Zuckerzusatz schnell säuerlich schmecken und es auch nicht leicht sei, ohne Zusatzstoffe eine angenehme Konsistenz und eine schöne Farbe zu kreieren. Die neuen zuckerfreien Lebensmittel werden auch teurer und Herr Mühleisen hofft, dass die Endverbraucher den neuen Weg mitgehen.

 

Markenhersteller stehen unter Druck bei Herstellung zuckerarme Ernährung

Aber nicht nur Arla, sondern auch andere Hersteller experimentieren an zuckerarmen Lebensmittel. Zum Beispiel hat Danone den Zuckergehalt in seinem Trinkjoghurt Actimel, seit der Produkteinführung, um ca. 17 Prozent gesenkt. In seinen KitKat-Riegeln hat Nestlé den zugesetzten Zuckeranteil um rund acht Prozent reduziert. Der große Kekshersteller Bahlsen hat mittlerweile eine Leibniz-Keks-Variante mit 30 Prozent weniger Zucker in den Supermärkten.

Grund für diesen Wandel sind die öffentlichen Diskussionen über die Schädlichkeit von Zucker, aber auch die großen Handelsketten, die mit ihren Eigenmarken eine Vorreiterposition, beim Thema zuckerarme Ernährung, eingenommen haben. Der Handelsgigant REWE will in diesem Jahr bei ca. 100 Eigenmarken-Produkten neue zuckerarme Rezepturen einführen. Edeka hat damit schon vor drei Jahren angefangen und in zahlreichen Produkten den Zuckergehalt um zehn und nicht selten auch um mehr als 20 Prozent minimiert. Auch Aldi und Lidl sind dabei ihre Rezepte zu verändern.

Anzeige


 

Problem – Endverbraucher

Eine aktuelle Studie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zeigt, dass fast 60 Prozent der Konsumenten versuchen, bewusst ihren Zuckerverbrauch zu verringern. Doch nur jeder fünfte Endverbraucher ist bereit, dafür Einbußen beim Geschmack in Kauf zu nehmen. Wer also den Zuckergehalt seiner Produkte zu stark reduziert, läuft Gefahr Kunden zu verlieren.

 

Ampel-Kennzeichnung bei Lebensmittel

Der Ernährungsexperte Armin Valet, von der Verbraucherzentrale in Hamburg, ist der Ansicht, dass die Bemühungen und das Engagement der Handelsketten grundsätzlich zu begrüßen sind. Jedoch muss geprüft werden, ob unter dem Strich wirklich was dabei herauskommt. Denn eine enorme Zuckerreduzierung beutet nicht automatisch, dass aus einer Kalorienbombe ein gesunder Snack wird. Deshalb fordert Valet die Einführung einer Ampel-Kennzeichnung bei Lebensmittel, die es dem Verbraucher ermöglicht, den Zuckergehalt eines Produktes einzuordnen.

zuckerarme Ernährung

Zuckerarme Ernährung und die Wissenschaft

Auch die Wissenschaft bleibt bemüht in der Frage nach dem „gesunden“ Zucker. Die Laborforscher von Nestlé entwickelten vor kurzem einen sogenannten „porösen Zucker“. Dieser löst sich schneller im Mund und schmeckt süßer. Nestlé möchte damit den Zuckergehalt seiner Produkte um bis zu 40 Prozent senken. Der Zuckerhersteller Pfeiffer & Langen, aus Köln, schlägt einen noch extremeren Weg ein. Sie forschen an einem „Zucker ohne Kalorien“ – der sogenannten Allulose. Dabei wird die Molekülstruktur des Rübenzuckers so verändert, dass der Zucker zwar noch geschmeckt, aber vom Körper nicht abgebaut werden kann.

Erster Demenzfonds in Bayern

Demenz, alter Mann

Im Bayerischen Landtag wurde am 22. August 2018 der erste „bayerische Demenzfonds“ eingerichtet. Laut dem gesundheitspolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, Bernhard Seidenath, ist das Ziel des Demenzfonds in Bayern, Projekte zu unterstützen und Drittmittel einzuwerben. Dadurch sollen Menschen mit Demenz, die in den eigenen vier Wänden leben, sowie deren Angehörige, unterstützt werden.

Der Demenzfonds in Bayern wurde im ersten Nachtragshaushalt 2018 mit 800.000 Euro ausgestattet. Im nächsten Jahr soll eine Geschäftsstelle beim Landesamt für Pflege eingerichtet werden. Diese wird mit der Verwaltung des Bayerischen Demenzfonds beauftragt.

Der stellvertretende Leiter des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion, Klaus Holetschek, erklärte außerdem, dass durch den Demenzfonds in Bayern eine aktive Teilhabe und ein würdevolles Leben, trotz der Demenzerkrankung, ermöglicht werden soll.

Demenz

Demenzfonds in Bayern – Statistiken im Vergleich

In Bayern leben derzeit mehr als 240.000 Demenzerkrankte. Bis zum Jahr 2030 werden rund 300.000 Betroffene in Bayern prognostiziert. Allein die jährliche Rate der Neuerkrankungen liegt bundesweit bei mehr als 300.000. Gegenwärtig leben in Deutschland knapp 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Auf Grund des demographischen Wandels kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen unter den bereits Erkrankten. Deshalb nimmt die Zahl der Demenzerkrankten kontinuierlich zu. Sofern es keinen Durchbruch in Medizin, Prävention und Therapie gibt, wird sich nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung die Zahl an Menschen mit Demenz bis zum Jahr 2050 auf ca. 3 Millionen erhöhen. Das sind 40.000 Demenzerkrankte pro Jahr bzw. knapp 100 pro Tag. Diese Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Betreuung von Menschen mit dementiellen Erkrankungen. Daher muss man abwarten welche Folgen, ob positiv oder negativ, der Demenzfond haben wird.

Versorgung von Menschen mit Demenz

Die Versorgung von Angehörigen, die an Demenz erkrankt sind ist eine riesige Herausforderung für die betroffenen Familien und die gesamte Gesellschaft. Zwar gibt es schon regionale Pilotprojekte, die eine qualitativ gute Versorgung von Dementkranke sicher stellen soll, jedoch sind bundesweite Strukturen nicht vorhanden. Durch die Änderung von Pflegestufen zu Pflegegraden wird nun endlich diese spezielle Erkrankung berücksichtigt. Im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG 2) kam es zu diesen Änderungen. Im Zuge der Pflegereform 2016/2017 wurden die bisherigen Pflegestufen in fünf neue Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 umgewandelt. Diese Überleitung ist in § 140 Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) verankert.
Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, wie Demenzkranke können nun Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen. Diese Leistungen sollen dann ein würdevolles Leben ermöglichen.

Anzeige


Demenz im Krankenhaus

Durch die demographischen Entwicklungen in Deutschland sehen sich viele Pflegekräfte viel öfter mit der Krankheit Demenz oder Alzheimer konfrontiert. Oftmals ist der stationäre Aufenthalt auch ein Problem der Versorgung. Der Umgang mit Patienten, welche an Demenz erkrankt sind ist sehr zeitintensiv und belastend. Daher müssen auch im stationären Setting die Voraussetzungen für die Versorgung verbessert werden. Die „Therapie“ der Demenz ist meist Aufgabe von Pflegekräften. Bei dem stetigen Kostendruck und vorherrschenden Effizienzgedanken gehen Demenzkranke regelmäßig unter, da sie viel Zeit in Anspruch nehmen und durch die kurzfristige Entwurzelung aus ihrem gewohnten Umfeld häufig Anpassungsstörungen haben. „Gerade mit Musik können Demenzpatienten in besonderer Weise angesprochen werden. Demenzpatienten singen oft Weihnachts- oder Kinderlieder, ohne Schwierigkeiten mit dem Text zu haben“, so äußert sich Dr. Thomas Goppel, Sprecher für Seniorenpolitik der CSU-Fraktion.

Sicherlich ein guter Gedanke, jedoch brauchen wir in den Krankenhäusern andere Modelle oder die nötigen personellen Verbesserungen um dieses Angebot machen zu können.