Sanofi & GSK – Impfstoff-Kooperation zur Bekämpfung von COVID-19

Sanofi und GSK (GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG) werden ihre innovativen Technologien kombinieren, um einen adjuvantierten Impfstoff gegen das COVID-19 Virus zu entwickeln. Allerdings wird ein Impfstoffkandidat voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 in klinischer Erprobung und in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein, wenn die Testung erfolgreich verläuft.

Zur Impfstoffherstellung wird Sanofia das S-Protein des neuen Coronavirus SARS-CoV-2, welches mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird, beisteuern. Mit Hilfe dieser Technologie kann die exakte genetische Kopie der Virus-Oberflächen-Proteine erstellt und als DNA-Sequenz in eine Baculovirus-Expressionsplattform integriert werden, welche dann das Antigen produziert. Diese Expressionsplattform bildet auch die Grundlage für Sanofis zugelassenen rekombinanten Influenza-Impfstoff in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Eine bewährte Pandemie-Adjuvans-Technologie wird die GSK in die Kooperation mit einbringen. In einer Pandemiesituation kann der Einsatz eines Adjuvans von großer Bedeutung sein. Das liegt daran, dass dadurch die Menge des pro Dosis erforderlichen Impfproteins verringert werden kann. Somit können einerseits mehr Impfstoffdosen produziert werden und andererseits wird zum Schutz von mehr Menschen beigetragen.

Paul Hudson, CEO von Sanofi: „Angesichts dieser noch nie da gewesenen globalen Gesundheitskrise ist klar, dass kein Unternehmen im Alleingang handeln kann. Aus diesem Grund ergänzt Sanofi weiterhin sein Fachwissen und seine Ressourcen mit Mitstreitern, wie GSK, mit dem Ziel, ausreichende Mengen an Impfstoff herzustellen und zu liefern, die helfen, dieses Virus zu stoppen.“

Quelle: Pixabay

Auch Emma Walmsley, CEO von GSK äußerte sich dazu: „Diese Zusammenarbeit bringt zwei der weltweit größten Impfstoffunternehmen zusammen. Durch die Kombination unserer wissenschaftlichen Expertise und unserer Technologien gehen wir davon aus, dass wir die weltweiten Anstrengungen einen Impfstoff zu entwickeln beschleunigen können, um so viele Menschen so schnell wie möglich vor COVID-19 zu schützen.“

In der heutigen Zeit ist die Kombination eines Antigens auf Proteinbasis zusammen mit einem Adjuvans gut etabliert und wird in einer Reihe der gegenwärtig verfügbaren Impfstoffe verwendet. Durch die Hinzugabe eines Adjuvans bei Impfstoffen kann die Immunantwort verstärkt werden. Es hat sich bereits gezeigt, dass durch Adjuvantien Eine stärkere und länger anhaltende Immunität gegen Infektionen erzeugt werden kann. Außerdem steigt so die Wahrscheinlichkeit einen wirksamen Impfstoff entwickeln zu können.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 planen die Unternehmen mit den klinischen Studien der Phase 1 zu beginnen. Lässt sich hier ein Erfolg beobachten, könnte die Entwicklung bis zur Verfügbarkeit des Impfstoffs in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen sein.

Wie bereits vor von Sanofi angekündigt, wird die Entwicklung des rekombinanten Impfstoffkandidatens gegen das Coronavirus durch finanzielle Mittel und eine Zusammenarbeit mit der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) in den USA subventioniert. Des Weiteren haben die Unternehmen vor, Gespräche über Finanzierungsunterstützungen mit anderen Regierungen und globalen Institutionen zu führen, wobei der globale Zugang erste Priorität hat.

BARDA Director, Rick A. Bright, Ph.D.: „Strategische Allianzen der führenden Impfstoffhersteller sind entscheidend, um einen Impfstoff gegen das Coronavirus so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Die Entwicklung eines adjuvantierten Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 könnte eine geringere benötigte Impfstoff-Menge pro Dosis und somit Impfstoff für mehr Menschen bedeuten. Außerdem könnte es der Weltgemeinschaft helfen, besser auf zukünftige Coronavirus-Ausbrüche vorbereitet zu sein und diese vielleicht sogar zu verhindern.“

Zu Beginn hatten die Unternehmen eine Task Force eingerichtet, um Ressourcen beider Unternehmen zu mobilisieren und somit alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Entwicklung des Impfstoffs voranzutreiben.

Angesichts der aktuellen Situation und der außerordentlichen humanitären und finanziellen Herausforderung der Pandemie haben beide Unternehmen die Priorität auf den weltweiten Zugang von COVID-19 Impfstoffen gesetzt. Ziel sei es jeden Impfstoff, der im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelt wird, für die Gesellschaft verfügbar zu machen und Mechanismen zu schaffen, die einen fairen Zugang für Menschen in allen Ländern ermöglichen.

Die Kooperation der beiden Unternehmen ist ein Meilenstein in den andauernden Bemühungen von Sanofi und GSK zur Bekämpfung des Coronavirus. Es wurde ein Abkommen (Material Transfer Agreement) unterzeichnet, damit sofort mit der Entwicklung begonnen werden kann. Die vollständigen Bedingungen der Zusammenarbeit werden in den nächsten Wochen finalisiert.

Kliniken kämpfen ums Überleben!

Es ist nichts Neues mehr, dass der Personalmangel in der Pflege zunimmt und einige Probleme mit sich bringt. Eine unmittelbare Folge ist mittlerweile auch, dass der Wettbewerb um Pflegepersonal unter den Kliniken intensiver wird – intensiver denn je. Wer positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber? Wer ist der attraktivste Arbeitgeber? Das sind die Fragen im Krankenhausmanagement, um die sich gegenwärtig alles dreht. Immer mehr Krankenhäuser setzen im Wettstreit um Pflegefachpersonal auf attraktive Arbeitsbedingungen in der Pflege u.v.m. So das Resultat einer Befragung, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Hierfür wurden 319 Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten genauer befragt.

Die Kliniken setzen den Schwerpunkt immer häufiger auf Familienfreundlichkeit. Über die Hälfte der Befragten Krankenhäuser bieten eine betriebliche Kindergartenbetreuung an. Laut der Befragung bieten dreiviertel der Einrichtungen ihren Mitarbeitern zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten während der Elternzeit an. Das sind an sich tolle Ideen, doch was machen, wenn der deutsche Pflegemarkt ausgeschöpft ist? Die Antwort liegt klar auf der Hand. 44 % der Krankenhäuser suchten zu dem bereits im Ausland nach Pflegefachkräften. Immer öfter werden auch private Arbeitsvermittler eingeschalten. Eine weitere Taktik, um Pflegekräfte an- bzw. abzuwerben, sind finanzielle Anreizsystem. Hauptsächlich große Kliniken (Unikliniken) können in diesem Wettbewerb bestehen, da hier die finanziellen Ressourcen vorhanden sind. Weit verbreitet ist auch immer noch die klassische Mitarbeiterakquise über Stellenanzeigen in der Regionalzeitung. 82 % der Einrichtungen nutzen diese Methode. 58 % werben in Fachzeitschriften und über 92 % der Krankenhäuser bieten Hospitationsprogramme für Schulabgänger und Berufseinsteiger an. Ein großer Teil zeige darüber hinaus auch verstärkte Präsenz an Schulen (75 %) und Personalmessen (67 %).

Auch die Mitarbeitergesundheit rutscht zunehmend in den Fokus der Kliniken. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser haben die Gesundheit der Mitarbeiter im Leitbild verankert. Ein durchaus positives Zeichen. Allem Anschein nach beginnen die Topmanager der Kliniken in Deutschland zu verstehen, auf was es ankommt. Die Unternehmensressource „Mitarbeiter“ insbesondere die Ressource „Pflegefachkraft“ gilt es zukünftig zu stärken und aktiv zu fördern. Denn das Pflegepersonal ist und wird immer einer der Grundbausteine eines jeden Krankenhauses sein.

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Das Smartphone und seine Gefahren! Teil 2

Bereits im ersten Teil des Interviews hat der ärztlicher Direktor der Uniklinik Ulm, Prof. Dr. Manfred Spitzer, der Augsburger Allgemeinen einige Fragen zu den Gefahren bei der Benutzung von Smartphones im Kindes- und Jugendalter beantwortet. Im zweiten Teil geht Herr Spitzer auf spezielle Methoden ein, die Eltern ergreifen können, um ihre Kinder möglichst lange vor den Gefahren der Smartphones zu schützen.

Heißt das, Sie würden das Smartphone auch erst ab 18 erlauben?

Spitzer: So ist es, ohne Aufsicht erst ab 18.

 Aber ist das nicht realitätsfern? So gut wie jeder trägt eines mit sich herum…

Spitzer: Während meiner Schulzeit war das Rauchen an Schulen nicht wegzudenken. Über Jahrzehnte hat es eine reiche Lobby geschafft, uns einzureden, Zigaretten mit Freiheit und Abenteuer zu verbinden. Die gesundheitlichen Folgen wurden verharmlost. Dies hat alleine in Deutschland über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren für 140 000 Tote pro Jahr gesorgt! Ein besseres Beispiel, was Lobbyarbeit anrichten kann, gibt es gar nicht. Und ich kann Ihnen versichern, der Einfluss und vor allem die Finanzkraft der digitalen Lobby sind um ein Vielfaches größer als bei jeder anderen Lobby – schließlich handelt es sich um die reichsten und mächtigsten Firmen der Welt.

 Aber auch vor diesem Hintergrund ist doch das Erlernen des verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Medien umso wichtiger. Mit Verboten werden Smartphones doch noch interessanter.

Spitzer: Seit etwa zehn Jahren sind Smartphones in unserem Alltag. Keiner, weltweit keiner, hat sich um die Folgen dieses massenhaften Einsatzes auf unsere Gesundheit, auf die Entwicklung unserer Kinder gekümmert. Im Gegenteil: In den Schulen werden Milliarden für digitale Medien ausgegeben. Sogar das Grundgesetz soll verändert werden, damit den Ländern die Bildungshoheit vom Bund genommen werden kann, um sie an kalifornische superreiche Firmen wie Apple, Microsoft, Google und Co. Weiterzugeben. Das ist ein Skandal! Denn diesen Firmen geht es nicht um Bildung, sondern einzig und allein um ihren Profit. Profitorientierte Firmen steuern unser Leben. Bis ins intimste Detail. Das lassen wir zu.

 Sie selbst sind Vater von sechs Kindern. Haben Ihre Kinder kein Smartphone?

Spitzer: Fünf meiner Kinder sind erwachsen, meine jüngste Tochter Anna ist neun Jahre alt und hat kein Smartphone. Ich werde ständig von Eltern um Rat gebeten, und ich sage immer wieder: Erstens, was Sie Ihrem Kind nicht kaufen oder schenken, müssen Sie ihm später auch nicht wegnehmen oder verbieten. Das ist die wichtigste Regel für Eltern. Zweitens: Ein Smartphone ist der Zugang zum größten Rotlichtmilieu und größten Kriminellen-Treffpunkt der Welt. Wenn mich Eltern fragen, ab welchem Alter ich zu einem Smartphone rate, sage ich stets: Ab wann würden Sie ihr Kind ohne Begleitung ins Rotlichtmilieu oder zu Kriminellen lassen? Dann fangen viele Eltern an, nachzudenken. Und das ist gut so.

 Viele Eltern fürchten aber, dass ihr Kind ohne Handy ausgegrenzt wird.

Spitzer: Auch auf dieses Problem werde ich oft angesprochen: „Alle haben ein Smartphone, und wer keines hat, ist ausgegrenzt“, so das Argument. Es gibt aber Fälle, wo die Eltern aller Kinder einer Klasse sich absprechen und den Kindern kein Smartphone in die Schule mitgeben. Dann entfällt der Hauptgrund „alle anderen haben eins“, und die Kinder reden wieder miteinander, sind sozial zufriedener und lernen besser. Es ist nachgewiesen, dass die soziale Zufriedenheit zunimmt, wenn Facebook und Co. Abgeschaltet werden.

 Aber auch in der Ausbildung, im Beruf, ist die Digitalisierung längst Realität. Digitale Kompetenzen werden von jungen Leuten erwartet.

Spitzer: Ausbilder wollen vor allem klare Köpfe, gute Sprache, Motivation, soziale Kompetenzen, Kreativität, Einfühlungsvermögen, Engagement und einen guten Umgangston. Digitale Medien beeinträchtigen die Entwicklung von allem. Und die Ausbilder von Berufsschülern bemerken dies mit großer Sorge. Kenntnisse im praktischen Umgang mit digitaler Informationstechnik lernt ein junger, aufgeschlossener Mensch leicht dazu.

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 Sie wurden kürzlich von der AfD gefragt, ob Sie an einer Enquete-Kommission als Experte teilnehmen, die sich mit den beruflichen Herausforderungen beschäftigt. Für viele Ihrer Kritiker passte diese Nähe zur AfD.

Spitzer: Aber das stimmt einfach nicht. Erstens habe ich abgelehnt, und zweitens teile ich keiner Weise die Ansichten der AfD.

Auch in der Wissenschaft haben Sie viele Kritiker, die Ihnen vorwerfen, dass Sie digitale Medien zu pauschal verteufeln und in Studien nur das hervorheben, was zu Ihren Thesen passt.

Spitzer: Die sollten dann einmal sagen, worauf sie sich genau beziehen. Diese Leute machen pauschal Vorwürfe, die nicht zutreffen, wohingegen ich mich bei allem, was ich beschreibe, auf Quellen beziehe, die ich auch nenne. Diese Vorwürfe gibt es seit langem, und ich bin ihnen schon mehrfach und deutlich begegnet. Sie sind nicht haltbar. Aber es ist leider so unglaublich leicht, unhaltbare Vorwürfe pauschal öffentlich zu erheben.

 Auf der Hand aber liegt doch, dass Smartphone und Internet Senioren, gerade, wenn sie nicht mehr so mobil sind, wirklich viele Vorteile bringen…

Spitzer: Auch hier wird viel versprochen, wo Fakten fehlen. Aber wenn es eine Personengruppe gibt, die unter dem Strich vom Smartphone profitieren kann, dann sind das tatsächlich Rentner. Ich sage es mal salopp: In ihren Gehirnen lässt sich nichts mehr kaputt machen, weil diese Menschen in ihrer Jugend ja alle Möglichkeiten hatten, ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten zu entwickeln.

Das Smartphone und seine Gefahren! Teil 1

Die Augsburger Allgemeine hat den Ulmer Gehirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer, der gleichzeitig auch ärztlicher Direktor der Uniklinik Ulm ist, zum Thema Smartphone und die Gefahren bei Kindern interviewt. Generell warnt Herr Spitzer vor Suchtgefahren, zu wenig Bewegung und Schlaf.

Ab wann ist man krampfhaft smartphonesüchtig, Herr Professor Spitzer?

Prof. Dr. Manfred Spitzer:Eine Sucht liegt prinzipiell vor, wenn man etwas nicht lassen kann, obgleich es einem schadet; wenn man mit Anspannung, Gereiztheit, Angst, Aggressivität reagiert, sobald man von einem Verhalten abgehalten wird. Und dieses Verhalten zerstört das Leben, indem es etwa die sozialen Kontakte kaputt macht, die Beziehung, den Job gefährdet. Zudem sind Veränderungen im Gehirn zu beobachten.

 Kann man nicht sagen, ab wie vielen Stunden am Tag es riskant wird?

Spitzer:Nein, entscheidend ist, wie beeinträchtigt das normale Leben ist.

 Aber kaum einer wird doch von sich behaupten: Ich bin smartphonesüchtig?

Spitzer:Das ist das Problem vieler Suchterkrankungen. Nur wenige Betroffene erkennen rechtzeitig, wie abhängig sie sind, und gehen zum Arzt. Die Computer und Internetsucht ist mittlerweile von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt. Viele Menschen geben zumindest selbst zu, Schwierigkeiten zu haben, das Smartphone wegzulegen. Selbst Kinder sind da schon ehrlich. So hat eine große Mannheimer Studie ergeben, dass von 500 befragten Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren acht Prozent im Risikobereich lagen oder bereits süchtig sind. Auf einem Suchtkongress kürzlich hat sich aber ein ganz anderes Problem ergeben: Während die Zahl der Internet- und Smartphonesüchtigen massiv steigt, haben wir in Deutschland nur etwa 200 Behandlungsplätze gerade für junge Patienten. Glaubt man der Suchtbeauftragten der Bundesregierung, so geht es um zehntausende Betroffene, sodass hier ein großes Missverhältnis herrscht, das dringend gelöst werden muss.

 Was richtet das Smartphone in uns an?

Spitzer: In der medizinischen Fachliteratur nachgewiesen sind Ängste, Aufmerksamkeitsstörungen, Depression, Bewegungsmangel, Übergewicht, Haltungsschäden, ein verstärktes Suchtverhalten – im Übrigen auch, was Tabak und Alkohol angeht. Durch die Nutzung von sogenannten Geosocial Networking Apps kommt es zudem zu mehr Gelegenheitssex, was die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten verstärkt. Smartphones sind zudem bei jüngeren Verkehrsteilnehmern Unfallursache Nummer eins!

Bewegungsmangel ist nachvollziehbar, aber Sie warnen auch davor, dass Smartphones Diabetes auslösen. Wie kann das denn überhaupt sein?

Spitzer: Es ist erwiesen, dass die Nutzung von Smartphones den Schlaf deutlich beeinträchtigen. Lehrer klagen, dass Schüler viel müder sind. Insbesondere schauen über 90 Prozent der jungen Leute abends kurz vor dem Schlafengehen auf ihr Handy und schlafen ein bis zwei Stunden weniger. Schlafmangel erhöht aber eindeutig das Diabetesrisiko, was man noch gar nicht so lange weiß. Auch den Mechanismus kennt man noch nicht vollständig. Fest steht aber: Diabetes erhöht wiederum das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

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 Sie warnen vor allem vor den digitalen Gefahren für Kindern?

Spitzer: Weil Kinder und Jugendliche von nahezu allen Risiken und Nebenwirkungen des Smartphones stärker betroffen sind als Erwachsene. Störungen der Sprachentwicklungen, der Aufmerksamkeit, des Lernens und der Motivation bis hin zur Willensbildung sind allesamt vor allem bei jungen Menschen anzutreffen. In diesem Alter befindet sich das Gehirn noch in der Entwicklung, und genau diese normale Gehirnentwicklung wird durch das Smartphone gestört. Manche Schäden sind irreparabel.

 Welche?

Spitzer:Kurzsichtigkeit zum Beispiel. Die Augen sind Teil des Gehirns. Sie wachsen, bis sie scharf sehen. Diese Entwicklung geht bis ins junge Erwachsenenalter hinein. Wenn man nun in jungen Jahren sehr viel in die Nähe schaut, werden die Augen angeregt, in die Länge zu wachsen – Folge ist Kurzsichtigkeit. Davon sind in Europa 30 Prozent aller jungen Menschen betroffen, in China 80 Prozent und in Südkorea über 90 Prozent.

 Es gibt aber auch viele Gesundheits-Apps, die zu mehr Bewegung anregen, und viele Krankheiten lassen sich digital unterstützt leichter behandeln.

Spitzer: Von über 25 000 überprüften Gesundheits-Apps geben über 90 Prozent die Daten der Nutzer ungefiltert weiter, ohne die Nutzer überhaupt zu fragen. Die Weltgesundheitsorganisation hat vor den Sicherheitslücken gewarnt. Wenn in der Medizin ein neues Medikament auf den Markt kommt, muss die Wirksamkeit nachgewiesen sein. Zu Recht. Für Gesundheits-Apps gilt dies aber nicht. Und auch in der Bildung muss dieser Nachweis aus unerfindlichen Gründen nicht erbracht werden.

 Sie kämpfen massiv gegen den Einzug digitaler Medien in den Schulen…

Spitzer: Ja, aus gutem Grund: Es gibt Studien, die deutlich zeigen, dass die Schüler durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht schlechter und unaufmerksamer werden. Zudem werden die Computer während des Unterrichts für fachfremde Tätigkeiten, etwa Video schauen oder chatten, genutzt. Einmal angenommen, man würde die Studien zu Computern im Unterricht bei der deutschen Gesundheitsbehörde als „Therapie gegen Dummheit“ einreichen, würde die Beurteilung der Datenlage ganz klar Folgendes ergeben: Die Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen, viele Nebenwirkungen dagegen treten ganz klar auf. Eine Ablehnung wäre die Folge. Warum sind wir in der Pädagogik so nachlässig? Sind unsere Kinder unwichtiger als unsere Gesundheit?

 Aber wo, wenn nicht in der Schule, ist ein besserer Ort, Medienkompetenzen zu erlernen?

Spitzer: Medienkompetenz gibt es nicht. Was heißt das überhaupt?

 Ein sorgsamer Umgang mit digitalen Medien.

Spitzer:Aber das wollen Kinder doch genau nicht.

 Daher müssen sie es unbedingt lernen.

Spitzer: Nein. Digitale Medien erzeugen Sucht und schaden der Gehirnentwicklung der Kinder und Jugendlichen. Daraus zu folgern, dass wir ihnen so früh wie möglich den Umgang mit digitalen Medien beibringen müssen, ist falsch! Wir machen doch auch kein Alkoholkompetenztraining in Kindergärten und Grundschulen. Von Alkohol wissen wir auch, dass er der Gehirnentwicklung schadet und Sucht erzeugt. Daher halten wir Kinder und Jugendliche davon so lange fern, bis sie so weit stabil sind und sich in der Regel – das klappt nicht bei allen, das weiß ich als Psychiater – selbst kontrollieren können. Das ist ab dem 18. Lebensjahr.

Im zweiten Teil des Interviews berichtet Herr Spitzer über Methoden, die Eltern ergreifen können, um ihre Kinder möglichst lange vor den Gefahren der Smartphonenutzung zu schützen.

Stay tuned! 😉

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Robotik in der Pflege – gegen den Pflegenotstand?

In den Operationssälen Deutschlands sind sie schon längst ein gern gesehener Begleiter, die Rede ist von Robotern. Bei medizinischen Eingriffen ist die Akzeptanz von Robotern schon deutlich gestiegen in den letzten Jahren, denn die Vorteile liegen auf der Hand. Ein Roboter zittert nicht, wenn er an sensiblen Arealen im menschlichen Körper arbeitet. Ein Roboter kann keine Keime übertragen, wenn er fachgerecht desinfiziert und abgedeckt ist. Außerdem können Roboter in der Medizin verschiedene Bilder (Röntgen, MRT, Ultraschall) zu einem Ganzen zusammenfügen und somit für eine deutlich besser Orientierung sorgen. Aber wie sieht es mit der Robotik in der Pflege aus? Dieser aktuellen Frage sind wir von Carewelt nachgegangen um Euch die Zukunft etwas näher zu bringen.

Robotik in der Pflege – Übersicht der Geräte

Die Entwicklung und Forschung in diesem Gebiet geht schnell voran. Vielleicht sogar etwas zu schnell für unsere Gesellschaft. Trotz allem werden wir euch im Folgenden die verschiedenen Modelle und deren Fähigkeiten kurz auflisten:

Der Pflegeroboter Pepper

Pepper ist ein Roboter, der auf die Interaktion mit Menschen spezialisiert ist. Also geht es vornehmlich um die Kommunikation und nicht um die aktive Versorgung von Pflegebedürftigen. Jedoch spielt die Kommunikation und Interaktion zwischen Pflegenden und Pflegeempfänger eine wichtige Rolle. Als Folge des demographischen Wandels und dem damit verbundenen Mehraufwand in der pflegerischen Versorgung kommt die Kommunikation und Beschäftigung von Pflegebedürftigen immer kürzer. Abhilfe könnte dabei ein Pflegeroboter bringen. Ob dieser Roboter dann Pepper wird, bleibt fraglich, da Pepper noch voll und ganz von der händischen Programmierung abhängig ist. Das bedeutet, er kann nur mit vorprogrammierten Antworten kommunizieren oder voreingestellte Fragen stellen und Übungen zeigen.

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Zum Glück macht jedoch gerade die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) riesige Fortschritte. Ein selbst-referenzielles System, welches die Menschen, die es betreut kennen lernt und aus den Reaktionen und Bedürfnissen lernt, könnte somit die Entwicklungen im Pflegeprozess und Therapieprozess nachhaltig verbessern. Zum Beispiel wäre eine spezialisierte Therapie im Rahmen der Logopädie möglich. Dabei könnte der Roboter die Stimme analysieren und mit Hilfe der KI einen Therapieplan erstellen, der auf die jeweiligen Patienten zugeschnitten ist.

 

Der Pflegeroboter Robear

Dieser Ansatz der Robotik in der Pflege stammt aus Japan. Das dürfte wohl niemanden wundern, denn Japan ist Deutschland in Sachen künstlicher Intelligenz, Robotik und Glasfaser viele Jahre voraus. Somit hat auch Japan eine sehr gutes Modell für einen Pflegeroboter entwickelt. Genauer stammt der Robear aus dem Hause Riken. Eine große Gemeinschaft von Forschern und Unternehmen aus der freien Wirtschaft. Der Robear ist besonders geeignet die Transfer eines Patienten vom Bett in den Stuhl zu übernehmen. Dabei handelt er nicht „frei“ , sondern wird über ein Tablet gesteuert.

Menschliche Interaktion mittels Roboter ersetzen?

Eine beängstigende Vorstellung wohl für die meisten unter uns. Jedoch sprechen wir immer häufiger mit Robotern oder Assistenzsystemen. Wer es nicht glauben möchte, hier ein paar Beispiel: Alexa von Amazon, Siri von Apple, der Google-Assistant oder auch der Anruf bei einer Servicehotline, wird häufig zum Teil durch eine künstliche Stimme geführt.

Aber ist eine Kommunikation auch mit schwer kranken oder pflegebedürftigen Menschen möglich? Heutzutage wohl eher nicht, jedoch hat sich ein kleines Kuscheltier, das sprechen kann, auf dem Markt etabliert. Die Rede ist von der Robbe Paro. Sie wird hauptsächlich bei der Betreuung von Menschen mit Demenz angewendet. Dabei geht es jedoch nicht um die Behandlung, sondern eher um eine Art „Betreuung“oder „Beschäftigung“. Sicherlich nicht von der Qualität so hochwertig wie eine Mensch-Mensch-Interaktion, aber in Zeiten des Pflegenotstandes, besser als nichts.

Führungskraft Teil 1 – was macht einen guten Chef aus?

Gute Führungskraft bedeutet effizientes Team

Was brauchen bzw. was kann man für seine Mitarbeiter tun, damit sie gute Arbeit leisten, diese gerne ausüben und sich dabei noch wohl fühlen? Und welche Rolle spielt dabei der Chef bzw. die Führungskraft? Fragen mit denen man sich auch in einem betrieblichen Gesundheitsmanagement zukünftig öfter auseinandersetzen müssen wird.

Auf Grund zahlreicher Untersuchungen steht fest, dass Führungskräfte auf unterschiedliche Art und Weise die Arbeitszufriedenheit, die Motivation, die Gesundheit und das psychische wie physische Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter/innen erheblich beeinflussen. Folglich hat das auch Auswirkungen auf Fehlzeiten und Lebensqualität. Eine gute Führungskultur auf allen Hierarchieebenen ist maßgeblich für eine gesunde Unternehmenskultur verantwortlich und bildet somit die Basis. Doch wann spricht man von einer guten Führungskultur und aus was setzt sie sich zusammen? Eine gute Führungskultur setzt sich aus dem Führungsverhalten einer jeden Führungskraft, angefangen beim Geschäftsführer bis zum Vorarbeiter, zusammen. Das jeweilige Führungsverhalten stellt somit eine wichtige Arbeitsbedingung für die Mitarbeiter/innen dar.

Die Führungskraft als Schlüsselfigur

Führungskräfte zählen zu den essentiellen Gestaltern von Arbeits- und Rahmenbedingungen.

Konkrete Beispiele dafür sind:

  • Verteilung von Aufgaben
  • Bereitstellung adäquater Arbeitsmittel
  • (Für-) Sorge für eine Balance zw. Anforderungen und Ressourcen für die Mitarbeiter/innen
  • Aufstellen von Werten und Zielen

Zudem fungieren Führungskräfte nicht nur als Vorbild im Arbeitsalltag, sondern auch mehr und mehr im Umgang mit dem Thema Gesundheit. Um hier einen Zugang zu seinen Mitarbeitern/innen zu bekommen, ist eine zentrale Führungsaufgabe, die bewusste und aktive Gestaltung der Beziehungen untereinander. Dazu zählen:

  • Mitarbeiter involvieren
  • Gegenseitige Wertschätzung
  • Soziale Unterstützung leisten
  • Förderung der Teamkultur
  • Respektvolle Kommunikation

In unserem zweiten Teil zum Thema „Führungskraft“, werden wir speziell auf die „Gesunde Führung“ eingehen. Dabei werden wir euch das Online-Programm der AOK Bayern, was im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements Anwendung finden kann, vorstellen. Ziel ist es, Unternehmen ein Werkzeug an die Hand zu geben und sie im Handlungsfeld „Gesundheitsgerechte Führung“ zu unterstützen und auf die zukünftigen Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu sensibilisieren.

Familienbewusste Personalpolitik für Väter

Familienbewusste Personalpolitik Vater Mutter Kind

Im Bereich von Beruf & Familie, insbesondere beim Thema familienbewusste Personalpolitik, scheint sich etwas zu tun – Auswertungen des Statistischen Bundesamtes haben ergeben: Seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 ist ein konstanter Anstieg der Zahl von Vätern, die diese Leistungen in Anspruch nehmen, zu verzeichnen. Es wird also öfter die Arbeitszeit reduziert bzw. teilweise lassen die Erwerbstätigen für eine bestimmte Zeitspanne ihre Arbeit komplett ruhen. Vier von Fünf Vätern, das sind ca. 80 Prozent, greifen auf das Elterngeld lediglich für zwei Monate zurück. Anschließend versuchen sie wieder voll in das Berufsleben einzusteigen. Dies ist speziell bei Beschäftigten zu beobachten, die in kleinen und mittelständischen Unternehmen tätig sind. Noch extremer sind Mitarbeiter mit Führungsverantwortung.

Ein neu entwickelter Leitfaden des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ zeigt, welche Möglichkeiten bestehen und wie man eine Personalpolitik ausgestaltet, damit auch Männer bzw. Väter mehr Freiräume für eine partnerschaftliche Mitwirkung an der Kindererziehung und Familienarbeit erhalten. Dieser Leitfaden setzt mit Hilfe von Experteninterviews, Checklisten, Praxisbeispielen usw. Impulse für die Verwirklichung einer väterbewussten Personalpolitik.

Organspendegesetz soll Transplantationen fördern

bundestag, Organspendegesetz, Deutschland

Vergangenes Jahr erreichte die Zahl der Organspender in Deutschland einen historischen Tiefstand von 797. Das Bundesgesundheitsministerium (BGM) möchte nun eine Wende herbeiführen. Jens Spahn (CDU) legte Ende August den Entwurf für ein neues Organspendegesetz vor. Ziel des Organspendegesetzes ist es, die wirtschaftlichen Risiken der Kliniken bei der Organentnahme zu reduzieren und die Rolle der Transplantationsbeauftragten zu stärken. Auch die Einführung der Widerspruchslösung hat Spahn in der Vorstellung des Referentenentwurfs nicht ausgeschlossen.

Entnahmekliniken sollen durch das Organspendegesetz künftig mehr Geld erhalten

Im Entwurf ist festgehalten, dass die rund 1250 Entnahmekliniken zukünftig eine bessere finanzielle Vergütung für Organentnahmen erhalten. Derzeit zahlt man Pauschalen, die allerdings die Kosten nicht abdecken. Nun ist eine Grundpauschale für die intensivmedizinische Versorgung und Organentnahme geplant, die sämtliche Leistungen zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls abdecken soll. Das Vorhalten der notwendigen medizinischen Infrastruktur wird neben den Pauschalen ebenfalls bezuschusst. Die aktuelle Fallpauschale wird verdreifacht, was laut BGM zu Mehrkosten von ca. zehn Millionen Euro führt.

Die Einrichtung eines neurologischen konsiliarärztlichen Bereitschaftsdienstes, zur zweifelsfreien Feststellung des Hirntods, hat bereits begonnen. So können Entnahmekliniken diesen Dienst zu jeder Zeit in Anspruch nehmen. Wie zuvor erwähnt subventioniert man auch die Transplantationsbeauftragten. Die Kassen sollen künftig diese Kosten (Mehrkosten 24 Mio. Euro) übernehmen. Gleichzeitig sind die Kliniken verpflichtet deren korrekte Verwendung zu überprüfen. Hinzu kommt, dass die Beauftragten mehr Zeit für ihre Tätigkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, einen uneingeschränkten Zugang zu den Intensivstationen und komplette Akteneinsicht erhalten. Auch Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen bzgl. Organspende werden zukünftig vollständig erstattet.

Online Medizinstudium – Pionierarbeit in Malta!

Das erste online Medizinstudium nach europäischem Recht geht in Malta an den Start. Klinikriese Helios geht in Kooperation mit maltesischer Digital-Uni. Allerdings stellt die Bundesärztekammer (BÄK) sofort klar, dass eine Zulassung zum Arztberuf mit dem online Medizinstudium derzeit nicht gegeben ist.

Online Medizinstudium Flagge Malta

Der Minister für Bildung und Arbeit der Republik Malta, Evarist Bartolo, hat der Digital Education Holdings (DEH) die Zulassung als Hochschule genehmigt. Noch diese Wintersemester vergibt die Hochschule die ersten 75 Plätze für einen „Bachelor of Medicine-Studiengang“ (dreijährig), den das maltesische Ministerium akkreditierte. Die Akkreditierung für das zweijährige Masterstudium ist noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen. In einer Mitteilung wurde erklärt, dass zukünftig und langfristig bis zu 3000 Studenten bei der EDU ein Medizinstudium absolvieren können. Das Besondere ist, dass die Studierenden nicht in Malta leben oder arbeiten müssen. Auf klassische Vorlesungen und Seminare verzichtet man. Die theoretischen Lerninhalte sind digital und auf Englisch bereitgestellt. Praxiserfahrung am Patienten sammeln die Studenten beim Klinikbetreiber Helios, der als Kooperationspartner der maltesischen Holding fungiert. Standorte der Ausbildung sind zunächst die Helioskliniken Berlin-Buch, Krefeld, Erfurt, Wiesbaden, Oberhausen, Hildesheim und Bad Saarow. Weitere Standorte gibt es derzeit nicht, da Helios der einzige Ausbildungspartner ist Online-Universität ist. Die Studiengebühren belaufen sich jährlich auf 19.500 Euro.

BÄK-Chef Montgomery ist vom Online Medizinstudium nicht überzeugt

Anders als Deutschland entfällt der Numerus Clausus. Lediglich ein Einstiegstest und Auswahlgespräch entscheidet über eine Zulassung an der EDU. Prof. Andreas Meier-Hellmann, Geschäftsführer der Helioskliniken, ist der Meinung, dass zukünftig mit Hilfe dieses online Medizinstudiums das Fach Medizin auch Menschen zugänglich gemacht wird, die bisher nicht für ein Medizinstudium in Frage kamen. Frank Montgomery, Präsident der BÄK, ist von dem Studiengang an der EDU nicht überzeugt. Seiner Ansicht nach handelt es sich dabei um keinen berufsqualifizierenden Abschluss in der Medizin und somit ist auch keine Zulassung zum Arztberuf möglich. Da es sich bei der EDU lediglich um eine höhere Bildungseinrichtung nach maltesischem Recht handelt und diese nicht über die notwendige Zulassung als Universität verfügt, ist eine Anerkennung der Abschlüsse in Deutschland derzeit nicht möglich. Außerdem sieht Montgomery die Ausrichtung des Studiums äußerst kritisch. Er bemängelt ganz klar, dass ca. zwei Drittel der Lehreinheiten am Computer zu absolvieren sind und nur ein Drittel in die praktische Ausbildung fließt. Im Gegensatz dazu ist man in Deutschland gerade dabei einen komplett anderen Weg einzuschlagen. In den modernen Modellstudiengängen nach der deutschen Approbationsverordnung sind zunehmend mehr praktische Unterrichtseinheiten am Patientenbett oder in klinischen Einrichtungen vorgesehen. In Malta erinnert das ganze Vorhaben eher an „Medizin im Fernstudium“ und nicht an eine „moderne“ Ausbildung.

Pflege: Neue Personaluntergrenzen in Deutschland

Personaluntergrenzen Pflege, Gruppe, Team

Das über was man die letzten Wochen und Monate diskutierte, ist nun eingetroffen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat verbindliche Personaluntergrenzen in der Pflege festgelegt. Grund dafür sind gescheiterte Verhandlungen zwischen der Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). „Das Versagen der Selbstverwaltung erfordert unser Handeln zum Schutz der Patienten und Pflegekräfte“, so Jens Spahn. Die Verordnung des Bundesgesundheitsministers trat am 1. Oktober in Kraft und gilt bis Ende 2019. Vier Krankenhausbereiche sind dabei betroffen. Darunter sind Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie. Erst ab 1. Januar 2020 werden dann verbindliche Untergrenzen auf die Pflege im gesamten Krankenhaus ausgeweitet. Die DKG und der Spitzenverband der Kassen sollen bis dahin die Grundlagen dafür schaffen.

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Für die vier Bereiche wird während der Übergangszeit bis Ende 2019 ein festes Verhältnis von Pflegekraft zu betreuenden Patienten vorgegeben. Dabei ist nach Bereich, Schicht sowie einem vorgegebenen Verhältnis zwischen examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und Pflegehilfskräften zu differenzieren. So wird beispielsweise auf der Intensivstation während der Tagschicht ein Betreuungsverhältnis von 2:1 (Patient zu Pflegekraft) und in der Nachtschicht 3:1 vorgegeben. In der Geriatrie wurde der Schlüssel auf 10:1 tagsüber und 24:1 nachts festgesetzt. Basis für die Berechnung dieser Werte ist ein statistischer Perzentilansatz. Um die Einhaltung der Untergrenzen zu überprüfen, ist ein monatlicher Durchschnittswert zu ermittelt. Nach jedem Quartal sind zudem alle Schichten zu melden, in denen die Personaluntergrenzen nicht eingehalten worden sind. Kliniken, die die Vorgaben der Verordnung nicht einhalten, müssen ab dem 2. Quartal 2019 mit Abschlägen bei der Vergütung rechnen.