Kommentar zum Artikel: Organspenden / Der Staat als Firma (FAZ)

Kommentar und Meinung  von Oliver Weymann zum Bericht: Organspenden | Der Staat als Firma von Christian Geyer für die Frankfurter Allgemeine. Link zum Artikel.

Die doppelte Widerspruchslösung von Bundesminister Spahn bei der Organspende sorgt für viel Aufsehen. Über die Empörung und Unzufriedenheit mit seinen Plänen hat die FAZ gestern, am 03.04.2019, berichtet. Neben der berechtigten Kritik von Christian Geyer an dem Plänen von Herrn Spahn und der detaillierten Analyse der möglichen Folgen, hat sich aber leider ein gravierender Fehler eingeschlichen. Ein Fehler der das Gefühl von Hoffnung schaffen kann, wo keine mehr ist oder sein sollte.

Der Fauxpas der FAZ

Im Grunde hat sich der Gesundheitsminister zu solcher Sozialpflichtigkeit des menschlichen Körpers aber bekannt, als er bei „Hart aber fair“ die entscheidende Prämisse offenlegte, um von Staats wegen dem Sterbenden Organe zu entnehmen, wenn dieser dazu geschwiegen hat (es scheint tatsächlich angemessener, vom Sterbenden zu sprechen als vom Toten, denn das Herz schlägt noch und der Körper ist noch warm, wenn nach dem festgestellten Hirntod die Organe entnommen werden). Was also ist Spahns Prämisse? Spahn erklärte, er verfolge mit seiner Widerspruchslösung im Gegensatz zur geltenden Entscheidungslösung einen „gesellschaftlich-moralischen Ansatz“ und nicht länger den „individuellen Ansatz“. (Quelle: faz.net – Artikel Der Staat als Firma)

Als ich den rot markierten Abschnitt gelesen hatte, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Die FAZ, eine Tageszeitung die von so vielen Menschen gelesen wird, untergräbt mit dieser Aussage die Hirntod-Diagnostik in Deutschland. Damit nicht genug, weit schlimmer wiegt die Tatsache, dass durch diese Äußerung der Eindruck bei Angehörigen entstehen könnte, das ein „Aufwachen“ oder „doch nicht Tod sein“ im Bereich des Möglichen liegt. Nein, das sind falsche Hoffnungen, die nicht geweckt werden dürfen. Wenn bei einem Menschen nach einem Unfall oder einer massiven Hirnblutung der Hirntod festgestellt wird, dann ist dieser Mensch unwiderruflich tot. Herz und Lunge arbeiten, wenn überhaupt nur noch temporär und ansonsten wird die Funktion durch Maschinen künstlich verlängert. Die Verlängerung findet statt um die potentiellen Spenderorgane weiter mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Hirntod-Diagnostik in Deutschland

In der Medizin ist der Hirntod gleichbedeutend mit dem Tode eines Menschen. Nur ist die Diagnose dieser Todesart weit aufwendiger als bei einem „normalen“ Ableben.

Die Diagnostik wird dabei von zwei erfahrenen Ärzten durchgeführt, die aus der Intensivmedizin stammen müssen und Experten bei Hirnschädigungen sind.

Der Hirntod wird mit Hilfe eines 3-Stufen-Modells diagnostiziert:

1. Es müssen Voraussetzungen vorliegen, die einen Hirnschaden verursachen können oder die umkehrbaren Ursachen einer Hirnschädigung (z.B. Vergiftung, Beruhigungsmitteleinnahme, Unterkühlung, Sauerstoff-Mangel, Hirnnervenentzündungen, Stoffwechselentgleisungen, Schock) müssen ausgeschlossen worden sein.

2. Anschließend werden die verschiedenen Ausfallsymptome des Gehirns diagnostiziert

  • Patient ist komatös: keine Augenöffnung; keine Reaktion auf äußere Schmerzreize – diese Tests finden regelmäßig statt und werden häufig wiederholt
  • Hirnstamm-Areflexie: die Pupillen sind lichtstarr und entrundet; fehlender Hornhautreflex (Schließen des Augenliedes bei Berührung); fehlende Augenbewegung beim Spülen des Gehörganges mit Eiswasser; fehlende Würde- und Hustenreflexe
  • Apnoe: Es tritt ein Atemstillstand nach Ausschalten der Beatmungsmaschine ein; Dauer der Wartezeit ist festgelegt

3. Unwiederbringlichkeitsnachweis: Hierbei wird die klinische Untersuchung nach vorgegebener Zeit wiederholt. Es können auch apparative Zusatzuntersuchungen durchgeführt werden, z.B. ein EEG (Ausfall der hirneigenen elektrischen Aktivität).

Hirntod = Tod

So hart es für die Angehörigen ist, ihre Liebste oder ihren Liebsten beatmet vor sich liegen zu sehen, er oder sie ist tot. Wärme, eine sich bewegende Brustwand und ein schlagendes Herz können an diesem finalen Zustand nichts ändern. Und so ist es für mich gänzlich erschreckend zu lesen, dass ein Redakteur der FAZ lieber von „Sterbenden“ spricht, als von „Toten“. Die Wahrheit ist schmerzhaft aber absolut alternativlos. Angehörige müssen verstehen, dass der Körper tot ist und nur mit Maschinen am „Laufen gehalten wird“. Wenn bei mir in der beruflichen Praxis ein Patient einen fulminanten Herzinfarkt erleidet oder eine große Lungenembolie, dann befindet er sich auf dem Weg des Sterbens. Dort wäre der Begriff „Sterbender“ angebracht. Doch durch Reanimationsmaßnahmen und andere therapeutische Eingriffe kann das Leben gerettet werden. Bei einem Menschen mit einem diagnostizierten Hirntod, weckt der Begriff „Sterbender“ falsche Hoffnungen. Es ist ein toter Mensch.

Kabinett beschließt Implantatregister

Gestern hat das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel das „Gesetz zur Errichtung eines Implantateregisters Deutschland und zu weiteren Änderungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch“ (Implantateregister-Errichtungsgesetz, EIRD) beschlossen.

Dazu der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Das Implantateregister ist ein wichtiger Schritt für mehr Patientensicherheit. Dadurch wissen wir künftig, wer welches Implantat bekommen hat. Wenn wir Probleme mit einem Produkt feststellen, können wir dann schnell abfragen, ob es ähnliche Fälle gibt und im Zweifelsfall Patienten warnen.“

geplante Veränderungen und Reformen aus dem Gesetzesentwurf:

  • Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wird als Registerstelle die zentrale Datensammlung übernehmen.
  • Das Robert Koch-Institut richtet eine unabhängige Vertrauensstelle ein, die alle personenbezogenen Daten pseudonymisiert.
  • Um die Aussagefähigkeit des Registers zu gewährleisten, ist die Meldung an das Register für Gesundheitseinrichtungen, gesetzliche und private Krankenversicherungen und alle Patientinnen und Patienten verpflichtend.
  • Die Hersteller sind verpflichtet, ihre Produkte in der Produktdatenbank des Registers zu registrieren. Bei Meldeverstößen der implantierenden Einrichtung oder der Verwendung von nicht in der Produktdatenbank registrierten Implantaten sieht der Gesetzentwurf einen Vergütungsausschluss vor.
  • Es sind umfassende Vorgaben an die Transparenz enthalten, wie zum Beispiel jährliche Berichte durch die Registerstelle und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Der Aufwand, der den Gesundheitseinrichtungen durch die verpflichtende Meldung an das Register zusätzlich entsteht, wird erstattet.
  • Es werden die Rahmenbedingungen für die Datenübernahme von bestehenden Registern geregelt.
  • Der tatsächliche Beginn der Meldepflicht für die einzelnen Implantattypen hängt jeweils von dem Vorliegen aller technischen Voraussetzungen für die Entgegennahme der Meldung durch das Register ab und wird durch Rechtsverordnung konkretisiert.
  • Voraussichtlich werden Hüftgelenk- und Knie-Endoprothesen sowie Brustimplantate ab Mitte 2021 als erste Implantate erfasst werden können.

Neben dem Register über Implantate sind auch Veränderungen enthalten, die die Arbeit des gemeinsamen Bundesausschusses beeinflussen werden. Dabei geht es um die Bewertung von neuen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, ob diese dann in die Kataloge aufgenommen werden sollen. Hierzu wird die bisherige Fristvorgabe für den G-BA von drei auf zwei Jahre verkürzt.

 

Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/4_Pressemitteilungen/2019/2019_2/2019-04-03-10_PM_Kab_Implantateregistergesetz.pdf

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Forschung mit Viren

(ots) Gentechnisch veränderte Viren können bei der Krebstherapie zum Einsatz kommen. Insbesondere beim Prostatatumoren können Viren das Wachstum aufhalten oder sogar den Tumor zerstören. Diese Art der Therapie wird Virotherapie genannt. Kieler Wissenschaftler untersuchen nun, ob sogenannte Lentiviren dabei helfen können, Prostatakrebszellen zu zerstören. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Forschungsprojekt mit rund 266.000 Euro. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern.

Die Forschung wird von Professor Dr. Stefan Rose-John vom Institut für Biochemie der Christian-Albrechts-Universität Kiel und seinem Team vorangetrieben. Neben der Blockade des Signalweges von Prostatakrebszellen wurde auch ein neues Gen geschaffen. „Zunächst haben wir ein sogenanntes Designer-Gen erzeugt, das den Signalweg dauerhaft aktiviert“, erläutert Professor Rose-John seinen Forschungsansatz. „Nun wollen wir dieses Designer-Gen in die Krebszelle einschleusen.“ 

Genau um dieses Ziel erreichen zu können haben die Wissenschaftler die oben aufgeführte Lentiviren genetisch verändert. „Lentiviren sind Experten darin, sich in einer fremden Zelle einzunisten, diese unter ihre Kontrolle zu bringen und für ihre eigenen Zwecke zu benutzen“, erklärt Professor Rose-John. Das macht sie zu gefährlichen Krankheitserregern – in der Virotherapie kommen jedoch nur harmlose Varianten zum Einsatz. „Wir bauen die Viren im Labor um, so dass sie keine Krankheiten mehr verursachen können und ausschließlich Prostatakrebszellen befallen: sie dienen dann einzig und allein dem Einschleusen des nützlichen Gens.“

Die Deutsche Krebshilfe sieht die Virotherapie als wichtigen Baustein in der Bekämpfung von Krebs. „In den vergangenen Jahren sind Viren verstärkt in den Fokus der Krebsforschung und -therapie gerückt“, erklärt Gerd Nettekoven, Vorstandvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Innovative Krebsforschung zu fördern, sieht die Deutsche Krebshilfe als eine ihrer vordringlichsten Aufgaben an, um neue und effektivere Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene zu entwickeln.“

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe / https://www.krebshilfe.de/informieren/presse/pressemitteilungen/aktuelle-meldungen/virotherapie-aus-feind-wird-freund/

 

Die DMEA in der Messe Berlin informiert wieder von IT bis KI

Wie kann Deep Learning und Künstliche Intelligenz (KI) zukünftig in der Gesundheitsversorgung eine Rolle spielen? Wie sehr ist das Thema Cloud-Computing im deutschen Gesundheitswesen verbreitet? Und wie ist eigentlich der aktuelle Stand bei dem Aufbau der Telematikinfrastruktur? Im Rahmen des inhaltlichen Gesamtprogamms bietet die DMEA 2019 für all diese Fragen eine Diskussions-Plattform. Veranstaltungsort ist wieder die Messe Berlin.

Die DMEA von 9. bis 11. April 2019

Im Fokus steht dieses Jahr die Telematikinfrastruktur (TI). Diese soll im ambulanten Bereich die verschiedenen Leistungserbringer miteinander vernetzen. Die aktuelle Situation schätzt Uwe Eibich, Vorstandsmitglied und Leiter des Segments Telematik und eHealth-Plattform von CompuGroup Medical SE, wie folgt, ein: „Aus unserer Sicht schreitet der Rollout gut voran. Wir verzeichneten zum Jahresende 2018 rund 40.000 Installationen oder Bestellungen für unseren Konnektor bzw. TI-Anschluss. Unsere Konnektoren sind zwischenzeitlich mit mehr als 100 verschiedenen Praxissoftwaresystemen im Einsatz. Die Frist für die Anbindung der Arztpraxen bis Ende Juni ist aus unserer Sicht kein Problem, sofern die Ärzte rechtzeitig bestellen. Die sichere Lieferung und die Ausbildung der Techniker sind allerdings schon eine gewisse Herausforderung. Hier hat die CGM die meiste Erfahrung. Wir installieren übrigens auch schon in rund 50 Krankenhäusern, bisher aber nur in Ambulanzen und Abteilungen mit KBV-Förderung.“

Neben der Telematik und neuen Formen von Datenverarbeitung und Speicherung (Cloud Computing) wird auch zunehmend kontrovers der Einsatz der künstlichen Intelligenz in der Medizin diskutiert. Dazu André Sander, Software- Entwicklungsleiter bei ID: „Künstliche Intelligenz wird aus der medizinischen Versorgung künftig nicht mehr wegzudenken sein. Aber bei den ganzen Erfolgsmeldungen, mit denen wir im Moment überhäuft werden, wird mitunter etwas sehr vereinfacht. Nicht alles lässt sich mit neuronalen Netzen und Deep Learning Algorithmen lösen. Ich denke schon, dass die KI bei der Mustererkennung mittlerweile den Menschen eingeholt hat. Das führt dazu, dass solche Algorithmen bei einigen Fragestellungen in der Bildgebung auf Facharztniveau agieren, teils sogar besser sind. Man muss aber auch die Grenzen kennen. Die Diversität der Sprache bleibt für die modernen Algorithmen ein Problem. Das gilt für die im Deutschen typischen, zusammengesetzten Substantive, aber genauso für die sprachlichen Eigenheiten unterschiedlicher medizinischer Einrichtungen, zum Beispiel unterschiedlich genutzte Abkürzungen. Auch Rechtschreibung und Grammatik können eine Herausforderung sein, zumindest bei Nicht-Muttersprachlern. Wer Analyse-Tools entwickeln will, sollte diese Grenzen kennen.“

Das komplette Programm der DMEA

Erster DMEA-Tag (09. April 2019):

· Kongress-Session: Standards und Interoperabilität für Patientensicherheit und innovative Diagnostik und Therapie (Zeit: 09:30 – 11:00 Uhr | Ort: Stage B, Halle 2.2)

· Kongress-Session: Zukunft der Gesundheitsversorgung (Zeit: 09:30 – 11:00 Uhr | Ort: Stage A, Halle 1.2)

· Messeführung: Tour 1: Digital Health Innovations (Zeit: 14:30 – 15:30 Uhr | Ort: Mittelfoyer, Halle 3.2 | 4.2)

· Talk: KI in der Gesundheitsversorgung – Teil 1: Data Knows Better (Zeit: 14:30 – 15:30 Uhr | Ort: Hub 4, Halle 4.2)

· Talk: Sprachverarbeitung und KI: Digitale Transformation beginnt bei der Informationserfassung (Zeit: 17:00 – 18:00 Uhr | Ort: Hub 2, Halle 2.2)

· Talk: TI-Finanzierung für Krankenhäuser steht: Was nun? (Zeit: 17:00 – 18:00 Uhr | Ort: Hub 1, Halle 2.2)

· Messeführung: Tour 9: Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen. Auf dem Weg in die Zukunft (Zeit: 17:00 – 18:00 Uhr | Ort: Mittelfoyer, Halle 3.2 | 4.2)

Zweiter DMEA-Tag (10. April 2019):

· (Akademie-)Seminar: Künstliche Intelligenz in der Medizin (Zeit: 09:30 – 13:15 Uhr | Ort: Raum Nightingale, Halle 1.2)

· Panel: VSDM, NFDM, eMedikationsplan…whats next? Anwendungen auf der Telematikinfrastruktur (Zeit: 13:15 – 14:15 Uhr | Ort: Hub 4, Halle 4.2)

· Messeführung: Tour 16: Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen (Zeit: 14:30 – 15:30 Uhr | Ort: Mittelfoyer, Halle 3.2 | 4.2)

· Talk: N³: Wie kann die Digitalisierung die Arbeit im Krankenhaus verbessern? (Zeit: 17:00 – 18:00 Uhr | Ort: Hub 2, Halle 2.2)

Dritter DMEA-Tag (11. April 2019):

· Kongress-Session: Precision Medicine zum Wohl des Patienten? (Zeit: 09:30 – 11:00 Uhr | Ort: Stage C, Halle 4.2)

· Kongress-Session: Künstliche Intelligenz für Ärzte und Patienten: Chancen und Herausforderungen für die praktische Anwendung (Zeit: 11:30 – 13:00 Uhr | Ort: Stage C, Halle 4.2)

· Workshop: Big Data und Künstliche Intelligenz aus Sicht der Systemmedizin (Zeit: 14:30 – 15:30 Uhr | Ort: Box, Halle 1.2)

 

Quelle: Pressemitteilung der DMEA / Link: https://www.dmea.de/Presse/Pressemitteilungen/News_62976.html?referrer=/de/Presse/Pressemitteilungen/#news-de-62976

Märkische Kliniken informieren über Multiple Sklerose

Am Samstag den 06. April veranstalten die Märkischen Kliniken GmbH den Tag der Multiplen Sklerose im Kulturhaus Lüdenscheid. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über Themen wie Sozialrecht, Sport, Kinderwunsch und Blasenfunktion zu informieren.

„Auch wenn die Multiple Sklerose noch nicht heilbar ist, gibt es mittlerweile viele Therapiemöglichkeiten, um die Krankheitsaktivität zu stoppen oder zumindest das Fortschreiten zu verlangsamen“, weiß Dr. Sebastian Schimrigk, Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Lüdenscheid, der gemeinsam mit Dr. med. Markus Heibel, Ärztlicher Direktor der Sauerlandklinik Hachen, die Veranstaltung organisiert und leitet. Genau aus diesem Grund möchten die Initiatoren mit ihrer Veranstaltung ein möglichst großes und breites Publikum erreichen. Wie breit das Therapiefeld der Multiplen Sklerose ist, lässt sich am diesjährigen Programm ablesen:

  • sozialrechtliche Aspekte bei der MS
  • Individuelle Therapien, je nach Erkrankungsverlauf. Denn keine MS gleicht der anderen
  • über Sport, Krankengymnastik und Rehabilitation wird ein renommierter Sportwissenschaftler berichten
  • und Organisator Markus Heibel wird in seinem Vortrag das Pro und Kontra von Cannabis diskutieren
  • die Themen Kinderwunsch und Schwangerschaft werden ebenfalls behandelt, da viele erkrankte Frauen im gebährfähigen Alter sind
  • ebenso wird eine „Nebenwirkung“ von MS näher erklärt, die Blasenfunktionsstörung

Nach den Fachvorträgen werden jeweils kleinere Diskussionsrunden angeboten, in denen die Referenten sich Zeit für individuelle Fragen der Zuhörer nehmen. Also eine tolle Möglichkeit mit Experten der MS ins Gespräch zu kommen.

 

Quelle: https://www.openpr.de/news/1043115/Therapie-und-Behandlung-bei-Multipler-Sklerose-Neuigkeiten-und-Trends.html

 

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Krankenhäuser hinken bei der Digitalisierung hinterher

Großer Nachholbedarf besteht bei den deutschen Krankenhäusern im Bereich der Digitalisierung. Zu diesem Schluss ist der Krankenhaus-Report 2019 vom wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) gekommen. So erreichten die deutschen Krankenhäuser 2017 in einem internationalen Vergleich auf einer Digitalisierungs-Skala von Stufe 0 bis 7 im Durchschnitt nur den Wert 2,3 und lagen damit unter dem EU-Durchschnitt von 3,6. Stufe 0 bedeutet, dass kaum digital gearbeitet wird, während Stufe 7 einem papierlosen Krankenhaus entspricht.

„Der Digitalisierungs-Rückstand in deutschen Krankenhäusern ist mehr als deutlich. Dies ist das klare Fazit, auch wenn für die Studie nur die zertifizierten Krankenhäuser ausgewertet wurden“, sagt Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO.„Für die unzureichende Digitalisierung gibt es viele Ursachen. Dazu gehört neben der mangelhaften Investitionskostenfinanzierung durch die Bundesländer auch eine mangelnde Innovationskultur in den Häusern. Vollzieht man die aufgrund von Überkapazitäten und Qualitätsdefiziten zweifellos notwendige Strukturbereinigung, hätte dies auch positive Konsequenzen für den notwendigen Fortschritt bei der Digitalisierung. Digitale Systeme könnten dann deutlich leichter Einzug halten.“

Festgestellt wurden neben Unterschieden zwischen kleinen Krankenhäusern und großen Krankenhäusern, auch Unterschiede in den verschiedenen Abteilungen von Krankenhäusern. So zum Beispiel sind die Prozesse der Patientenaufnahme mit am wenigstens digitalisiert, während die Prozesse bei OP-Vorbereitung sehr gut digitalisiert sind.

Das Potential muss in Zukunft besser ausgeschöpft werden. Dazu Jürgen Klauber: „Dabei bietet eine stärkere Digitalisierung viele Vorteile. Durch die Veränderung interner Abläufe und institutionenübergreifender Prozesse lässt sich beispielsweise die Versorgungskette wirtschaftlicher gestalten. Zudem werden interne und externe Vernetzungen erleichtert und Informationsströme beschleunigt, was die Qualität der Patientenversorgung verbessert“.

Weitere Informationen und Download des Buches unter www.wido.de

Quelle: ots, https://www.presseportal.de/pm/32063/4230056

Klauber J, Geraedts M, Friedrich J, Wasem J (Hrsg.) 
Krankenhaus-Report 2019, Schwerpunkt: Das digitale Krankenhaus. 
Springer, Berlin Heidelberg 2019. 
ISBN Printausgabe: 978-3-662-88224-4, 376 Seiten; 53,49 EUR 
E-Book 978-3-662-58225-1; Open Access: 
https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-58225-1

Erster Cannabisblüten-Vollextrakt

Cannabisblüten-Vollextrakt

Einer der führenden Importeure und Großhändler von medizinischem Cannabis, Aurora Deutschland GmbH, hat ab sofort sein Produktportfolio um einen Cannabisblüten-Vollextrakt erweitert. Damit leitet die Aurora Deutschland die nächste Stufe der medizinischen Versorgung von Patienten mit Cannabis-Arzneimitteln (CAM) ein.

Der Cannabisblüten-Vollextrakt ist ab sofort erhältlich. Die Aurora Deutschland GmbH garantiert eine standardisierte und unter hoch kontrollierten Bedingungen stattfindende Herstellung, sowie eine gleichbleibende pharmazeutische Qualität. Gewährleistet wird diese durch – z.B. in Bezug auf Wirkstoffkonzentration und -zusammensetzung – durch die hochmoderne CO2-Extraktion. Sowohl der gesamte Herstellungsprozess als auch die Produktionsstätten unterliegen strengen GMP-Regularien („Good Manufacturing Practice“). Apothekern wird eine einfache Zubereitung der oral einzunehmenden Rezeptur und Ärzten eine genaue Dosierung sowie bessere Titration ermöglicht, indem der Cannabisblüten-Vollextrakt als Ausgangsstoff für ein Rezepturarzneimittel in die Apotheken geliefert wird. Hauptbestandteil der Cannabisblüten-Vollextrakte sind neben den Cannabinoiden Dronabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) auch weitere natürliche Pflanzenstoffe, wie beispielsweise Terpene, welche zusätzlich therapeutisch wirksam sein können. Dr. Sandra Bütow, Director Marketing & Medical Education bei Aurora Deutschland betont:

„Wir freuen uns, mit optimierten Produkten die Patientenversorgung in Deutschland verbessern zu können. Mit diesem nicht zu inhalierenden Cannabisprodukt bieten wir Arzt und Patient die Möglichkeit einer weiteren Therapieoption.“

Cannabisblüten-Vollextrakt: Neue Möglichkeiten durch Produkterweiterung

Der Cannabisblüten-Vollextrakt wurde in Kanada bereits als erweiterte Therapiemöglichkeit gut angenommen. Die kanadische Muttergesellschaft von Aurora Deutschland, Aurora Cannabis Inc., verzeichnete im Mai 2017, nach der Einführung des Cannabisblüten-Vollextrakts im April 2017, ein Umsatzplus von 38% gegenüber dem Januar 2017.

Dr. Florian Holzapfel, Geschäftsführer von Aurora Deutschland, ist folgender Ansicht: „Mit der Einführung des Vollextrakts rechnen wir mit einem deutlichen Zuwachs der Cannabis-Verordnungen. Durch die Produkterweiterung erwarten wir, unsere Führung im deutschen Markt deutlich ausbauen zu können.“

Die Einführung des Extraktes in den deutschen Markt ist Teil der Strategie. Ziel der Aurora Cannabis Inc. ist die Patientenversorgung zu verbessern. So sollen die GMP-zertifizierten Produktionskapazitäten schrittweise angehoben werden. Eine breitere Produktpalette in Europa und besonders in Deutschland soll auf lange Sicht Umsatzwachstumspotenziale nutzbar machen.

Die Heilpflanze Cannabis

Seit Jahrtausenden wird Cannabis als medizinische Heilpflanze angewendet und kann die Lebensqualität von schwer kranken Patienten verbessern. Seit einer Gesetzesänderung vom 10. März 2017 können in Deutschland medizinische Cannabisprodukte wie Cannabisextrakte auf Rezept verschrieben und von den Krankenkassen erstattet werden. Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich können diese Arzneimittel eingesetzt werden. Ist eine schwerwiegende Erkrankung diagnostiziert und andere Medikamente wirken nicht oder eine Anwendung ist ausgeschlossen, kann die Genehmigung zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen erfolgen. Die Einschätzung des jeweiligen Arztes ist dabei essentiell, ob durch Medizinal-Cannabis eine spürbare Symptomlinderung erreicht und/oder der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann. Bei verschiedenen Indikationen ist bereits in zahlreichen signifikanten Studien eine positive therapeutische Wirkung von medizinischem Cannabis belegt.

Mehr Informationen zum medizinischen Marihuana finden Sie hier.

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Ärzte aus kommunalen Kliniken werden streiken

Der Marburger Bund ruft zu einem Warnstreik der Ärzte aus den kommunalen Kliniken auf. Geplant ist der ganztägige Streik für den 10. April 2019. Die große Hauptveranstaltung wird in Frankfurt am Main stattfinden. Dazu sind noch weitere Parellelveranstaltungen geplant.

Neben den Streikvorbereitungen ist auch eine Urabstimmung in Planung. Das Ergebnis der Abstimmung soll dann Klarheit schaffen, ob es zu einem unbefristeten Vollstreik kommt oder eben nicht.

Die Gründe für den Streik formuliert Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes wie folgt: „Der Unmut über die Haltung der kommunalen Arbeitgeber ist groß. Die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern haben sich ihren eigenständigen Tarifvertrag vor 13 Jahren hart erkämpft und werden diese Errungenschaft nicht wieder preisgeben. Die Vorschläge der VKA wirken wie falsches Spiel. Mit unwürdigen Tricks und fadenscheinigen Formalien bringt die VKA die kommunalen Kliniken in große Schwierigkeiten. Das schadet einem vertrauensvollen Miteinander in den Häusern.“

Der entscheidende Streitpunkt zwischen dem Marburger Bund und dem Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) ist die dauerhafte Absicherung des Ärztetarifvertrages.

Neben den Verhandlungen mit dem VKA hat der Marburger Bund in der Vergangenheit auch Verhandlungen mit anderen Arbeitgebern geführt. So konnte erst vor kurzem eine Einigung mit dem Klinikkonzern „Helios“ erzielt werden.

weitere Streitpunkte zwischen Marburger Bund und VKA:

  • geforderte Gehalterhöhung
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereitschaftsdienst
  • manipulationsfreie, automatisierte Arbeitszeiterfassung

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Mehr Erste-Hilfe-Unterricht an deutschen Schulen

So lautet die Forderung der Notfallmediziner in Deutschland. Auf diversen Kongressen diskutieren Experten immer häufiger über die Belastung von Rettungsdiensten. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Notfallversorgung neu ordnen.

Koblenz: Die führenden Experten der deutschen Notfallmedizin fordern die flächendeckende Einführung von Erste-Hilfe-Schulungen und Herz-Lungen-Wiederbelebung im Schulunterricht. „Wir müssen da beginnen, wo man die Menschen noch prägen kann, nämlich in der Schule“, äußerte Professor Dr. Rossaint, Präsident der “Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ auf dem Notfallmedizinkongress (DINK) in Koblenz. Knapp 1500 Teilnehmern besuchten den Kongress. Als überzeugendes Argument dient eine simple Rechnung: Würde man alle Kosten, die für den Unterricht anfallen, zusammenrechnen und diesen Wert dann durch die Anzahl der Menschen, die durch helfende Schüler wahrscheinlich gerettet werden könnten, teilen, würde das pro Patient circa 3000 € kosten. In den Augen von Dr. Rossaint ein “lächerlicher Betrag“, da die anderen Versorgungskosten im Deutschen Gesundheitswesen deutlich höher sind.

Notarzt
Quelle: Pixabay

Diese Forderungen kommen jedoch nicht von ungefähr. Mit rund 30.000 Rettungseinsätzen in ganz Deutschland pro Tag, geraten die Notfallmediziner immer öfter an ihre Grenzen. Professor Dr. Paul Grützner, Präsident der “Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie“, wird in seinem Vortrag auf dem DINK noch konkreter: „Die Hausärztliche Notfallversorgung ist praktisch zusammengebrochen“

Spürbar wird dies mittlerweile auch in anderen medizinischen Bereichen wie zum Beispiel dem Rettungsdienst oder die überlaufenen Notaufnahmen in den deutschen Kliniken. „Politik hat es verpasst, Rahmenbedingungen anzupassen“, beklagte auch Professor Dr. Uwe Janssens, Präsident der “Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv – und Notfallmedizin“. Er ist davon überzeugt, dass die Politik es in den letzten Jahrzehnten versäumt hat, die Rahmenbedingungen an die sich rasant ändernden Verhältnisse anzupassen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war es leider nicht möglich direkt vor Ort anwesend zu sein. Allerdings kündigte er mit einer Videobotschaft auf dem DINK an, dass er die Notfallversorgung in Deutschland neugestalten möchte, auch mit Hilfe von neuen Gesetzen. Das Ziel müsse sein, da anzusetzen, wo es im Moment “nicht so rund“ läuft. Jens Spahn appelliert auch an die notfallmedizinischen Experten, sich aktiv an der Diskussion um die Neuordnung zu beteiligen.

Auf dem diesjährigen DINK standen mehr als 20 Fachsitzungen mit über 50 Vorträgen auf dem Programm. Unter anderem ging es auch um die Versorgung schwerverletzter Kinder, bei der die Eltern immer miteinzubeziehen sind, um die Bedeutung von Herzinfarktzentren, in die Patienten mit Brustschmerzen gebracht werden sollten, und um das Erkennen lebensgefährlicher Infektionen, die den ganzen Körper befallen.

Außerdem wurde der Ulmer Bundeswehrarzt, Professor Dr. Matthias Helms, mit dem ersten “Deutschen Notfallmedizin-Preis“ ausgezeichnet. Er hatte seit Jahrzehnten wertvolle Impulse im Rettungsdienst gesetzt und diesen mitgeprägt.

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FSME: Neue Risikogebiete in Deutschland

Zunächst sollte kurz geklärt werden, was unter den vier Buchstaben FSME zu verstehen ist. FSME bedeutet Frühsommer–Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine virusbedingte akute Entzündung der Hirnhäute (Meningitis). Von der Entzündung können aber auch das Gehirn (Enzephalitis) und das Rückenmark (Myelitis) betroffen sein. Welche Krankheitszeichen treten bei einer FSME-Erkrankung typischerweise auf? Zunächst zeigen sich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Betroffenen bekommen ein allgemeines Krankheitsgefühl. Kommt es allerdings zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks können sich die Beschwerden verstärken. Zu den eben genannten Symptomen können Übelkeit, Erbrechen sowie Ausfälle des Nervensystems hinzukommen. In ganz schweren Fällen kann es zu Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen kommen. Auch Schluck- und Sprechstörungen sowie Atemlähmungen oder starke Schläfrigkeit können auftreten. Die Behandlung einer FSME-Erkrankung kann nur symptomatisch erfolgen. Es können schmerzstillende und krampflösende Medikamente verabreicht werden. Bei neurologischen Symptomen wie Lähmungen oder Störungen des Bewegungsapparates können Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie hilfreich sein. In Extremfällen erfolgt eine Behandlung auf der Intensivstation. Doch in der Regel heilt FSME folgenlos aus. Letztendlich hängt es immer von der Schwere der Krankheitsverläufe ab.

Um die deutsche Bevölkerung nun frühzeitig über FSME zu informieren, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) eine aktualisierte Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland veröffentlicht. Die Karte wurde um fünf neue Risikogebiet erweitert, darunter auch der Landkreis Emsland (Niedersachsen). Die anderen vier neuen Gebiete grenzten bereits an bestehende Risikogebiete an (Ein Kreis in Sachsen und drei Kreise in Bayern). Allerdings sind in den letzten Jahren auch bundesweit Einzelfälle von FSME registriert worden. Kommt es zum Aufenthalt in einem Risikogebiet und zum möglichen Kontakt mit Zecken empfiehlt die ständige Impfkommission am RKI sich schutzimpfen zu lassen.

Deutsche FSME-Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes

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