Generalistik – Juristische Unklarheiten und offene Fragen

Die neue generalistische Pflegeausbildung steht vor der Tür. Sämtliche Ausbildungsstätten und Pflegeschulen befassen sich derzeit mit der konkreten Umsetzung, damit die neue Pflegeausbildung ab dem 1. Januar 2020 möglichst reibungslos starten kann.

Doch führen nach Ansicht des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) juristische Unklarheiten im Pflegeberufegsetz (PflBG) zu wachsendem Unmut an Schulen und unter den Trägern der praktischen Ausbildung. Fundamentale Fragen seien noch immer unbeantwortet. Viele Pflegeschulen werden deshalb erst im September 2020 mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung starten. „Je konkreter die Umsetzungsprozesse voranschreiten, umso deutlischer wird, dass elementare Regelungen im PflBG widersprüchlich und stark interpretationsbedürftig sind. Die Arbeit muss immer wieder unterbrochen werden, weil immer weitere Fragen auftauchen und wir juristisch im Nebel stochern“, äußerte BLGS-Bundesvorsitzender Carsten Drude. Aktuelle stehen Anfragen zum Status der psychiatrischen Krankenhäuser und insbesondere zur Anrechenbarkeit von Praktikumseinsätzen im Vordergrund. Nur „wenn die Ausbildungsinhalte der allgemeinen Akutpflege vermittelt werden können“, dürfen psychiatrische Kliniken als Ausbildungsträger fungieren. Jedoch ist nicht definiert, was unter allgemeiner Akutpflege zu verstehen ist und welche Ausbildungsinhalte gemeint seien, kritisiert das BLGS. Folge ist, dass psychiatrische Krankenhäuser und Pflegeschulen in der Luft hängen und man die praktischen Einsätze ihrer Auszubildenden in diesem Bereich nicht zu 100 Prozent verbindlich planen kann. Auch entsprechende Kooperationsverträge müssen aufgeschoben werden.

Da die Zeit drängt, sind nun die verantwortlichen Bundesministerien und die Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung gefordert, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Schon vor geraumer Zeit hatte der BGLS auf Mängel in der Gesetzgebung der generalistischen Ausbildung hinsichtlich der vorbehaltenen Tätigkeiten aufmerksam gemacht.

Pflegepersonaluntergrenzen: Neue Regelungen für weitere Bereiche!

Im Streit um die Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in der Pflege schlägt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erneut den Weg über eine Ersatzvornahme ein. Bislang ist in einem Referentenentwurf vorgesehen, vier weitere pflegesensitive Bereiche festzulegen. Bestehende Regelungen sollen teilweise sogar verschärft werden.

Demzufolge gelten ab dem 1. Januar 2020 die Pflegepersonaluntergrenzen nicht nur für die aktuellen Bereiche (Intensivmedizin, Unfallchirurgie, Geriatrie und Kardiologie), sondern auch für Herzchirurgie, Stroke-Units, Neurologie und neurologische Frührehabilitation. Pflegepersonalverlagerungen aus anderen Pflegebereichen in die als pflegesensitive Bereiche definierten Stationen sind laut Referentenentwurf verboten. Ob unzulässige Verlagerungen von Pflegepersonal vorliegen, wird vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) überprüft. Deshalb sind alle Kliniken dazu verpflichtet dem InEK mitzuteilen, wenn die Pflegepersonaluntergrenzen unterschritten werden. Laut Referentenentwurf liegt das vor, „wenn sich das Verhältnis von Pflegekräften in Vollkräften zu Belegungstagen in den anderen Bereichen in der unmittelbaren Patientenversorgung um mehr als drei Prozent reduziert hat“.

Nachdem sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband im laufenden Jahr nicht einig werden konnten, hatte das BMG Regelungen für vier pflegesensitive Bereiche vorgeschrieben.

Erste Zwischenergebnisse des Krankenhaus Barometers 2019 des Deutschen Krankenhausinstituts zeigen, dass mittlerweile 37 Prozent aller Kliniken Intensivbetten schließen mussten, um die Pflegepersonaluntergrenzen einhalten zu können. Auf pflegesensitiven Allgemeinstationen mussten bislang 23 Prozent der Krankenhausbetten gesperrt werden. Noch alarmierender ist jedoch, dass zeitweise 29 Prozent der Kliniken gesamte Bereiche von der Notfallversorgung bei der Leitstelle des Rettungsdienstes abmelden mussten.

Konzertierte Aktion Pflege

Symbolik Konzertierte Aktion Pflege

Was ist die Konzertierte Aktion Pflege?

Bei der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) handelt es sich um eine gemeinsame Initiative zur Stärkung der Pflege in Deutschland. Man möchte mehr Menschen für die Pflege begeistern. Dafür haben vergangenes Jahr 2018 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Sie ist sozusagen ein Projekt der drei Bundesministerien.

Mit fünf Arbeitsgruppen zu einer besseren Pflege

Um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, wurden im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege fünf Arbeitsgruppen (AG) gebildet.

  • Arbeitsgruppe 1: Ausbildung und Qualifizierung
  • Arbeitsgruppe 2: Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung
  • Arbeitsgruppe 3: innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung
  • Arbeitsgruppe 4: Pflegekräfte aus dem Ausland
  • Arbeitsgruppe 5: Entlohnungsbedingungen in der Pflege

Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege

Mehr Personal durch die KAP

Zukünftig sollen für die Besetzung von Pflegeheimen und Krankenhäusern mit Pflegenden verbindlichere Regeln eingeführt werden. Dafür entwickelt und erprobt man bis Juni 2020 ein Personalbemessungsverfahren, um es dann in Pflegeeinrichtungen zu implementieren. Ein entsprechendes Konzept für die deutschen Krankenhäuser wird von den Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem Verband der privaten Krankenversicherungen, dem deutschen Pflegerad (DPR) sowie den Gewerkschaften und Arbeitgebern entwickelt. Bis zum Ende dieses Jahres legen der DPR, die DKG und Verdi einen Interims-Vorschlag dazu vor. Eine zentrale Servicestelle für berufliche Anerkennung soll die Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland erleichtern. Zusätzlich soll es künftig für private Vermittler ausländische Pflegekräfte ein Gütesiegel geben. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden u.a. dazu aufgefordert verlässliche Dienstpläne sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu schaffen, um dadurch die Arbeitsbedingungen von Pflegenden zu verbessern.

Mehr Geld durch die KAP

Bisher werden Pflegekräfte sehr unterschiedlich und häufig auch zu niedrig entlohnt. Auch die Entlohnungsbedingungen in der Altenpflege sollen sich über Mindestlöhne und Tarifverträge verbessern. Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland in Bezug auf den Pflegemindestlohn sollen künftig entfallen. Um diese Ziele umsetzen zu können, kommen nach Auffassung der AG nur zwei unterschiedliche Wege in Frage.

  • Die Mindestlöhne werden auf Vorschlag der Pflegekommission festgesetzt.
  • Ein Tarifvertrag, der auf der Grundlage des Arbeitnehmer–Entsendegesetzes unter Berücksichtigung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts flächendeckend erstreckt werden kann.

Die gesetzlichen Änderungen, die dafür erforderlich sind, werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Bundesministerium für Gesundheit auf den Weg gebracht. In Sachen Finanzen einigte man sich auch darüber, dass eine Verbesserung der Entlohnung eine optimierte Finanzausstattung der Pflegeversicherung erforderlich macht. Pflegebedürftige möchte man vor einer finanziellen Überbelastung durch steigende Eigenanteile schützen.

Mehr Ausbildung durch die KAP

Ziel ist es, die Zahlen der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen bis 2023 im Bundesdurchschnitt um jeweils 10 % zu steigern. Des Weiteren will man mindestens 5000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern schaffen. Zum 1. Januar 2020 starten die neuen Pflegeausbildungen, welche durch die „Ausbildungsoffensive Pflege“ (2019 – 2023) begleitet werden.

Mehr Verantwortung durch die KAP

Deutsche Pflegefachkräfte sollen mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen, indem man den Verantwortungsbereich ausweitet. Noch in diesem Jahr entwickelt man Standards zur Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen wie z.B. Ärzten. Die bestehenden Möglichkeiten in Bezug auf delegationsfähige Tätigkeiten sollen besser genutzt werden, um bestehende Hürden effizienter bewältigen zu können.

Mehr Digitalisierung durch die Konzertierte Aktion Pflege

Der hohe Dokumentationsaufwand in der Pflege soll endlich abgeschafft und mittelfristig komplett auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt werden (Elektronische Pflegeakte bzw. Patientenkurve, Entlassmanagement, Verordnungen). Ambulante Pflegedienste sollen ab 1. Oktober 2022 Leistungen der Pflegeversicherung nur noch auf elektronischem Weg mit den Kassen abrechnen. Ab dem 1. April 2023 soll dies auch für Leistungen der häuslichen Krankenpflege gelten. Auch der Bereich der Telepflege, um Pflegebedürftige und Angehörige zu beraten, soll weiterentwickelt werden. Technische Systeme zu Kontroll-, Routine- und logistischen Tätigkeiten sollen vermehrt als Unterstützung eingesetzt werden. Damit sind speziell robotische Systeme zum Transport, zur Lagerung und zur Mobilisierung von Personen, intelligente Pflegewägen sowie Systeme zur Risikovermeidung wie Tür-auf-Sensoren, Aufstehmelder, Sturzerkennung und Orientierungslichter gemeint. Dabei ist die Einbindung der Pflegekräfte bei Einführung digitale Techniken von Beginn an essenziell. Nur so kann man die Akzeptanz und den alltäglichen Nutzen der digitalen Hilfsmittel fördern bzw. transparent machen.

Pflegenotstand in Hamburg: Volksbegehren wurde abgeschmettert

Stadt Hamburg

Gegen Anfang Mai hat das Verfassungsgericht in Hamburg entschieden, dass das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand rechtlich unzulässig ist. Mit dem Volksbegehren wollte das „Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“ die Anzahl der Pflegefachpersonen in Kliniken erhöhen. Auslöser ist das mittlerweile unzureichende Bundesgesetz für Pflegepersonaluntergrenzen. Dieses wurde vergangenes Jahr im August 2018 beschlossen. „Die Länder sind nicht berechtigt, eine konkurrierende Gesetzgebungskompetenz dort in Anspruch zu nehmen, wo sie eine abschließende Bundesgesetzgebung für unzulänglich und deshalb reformbedürftig halten“, lautete die Begründung des Gerichts.

Auch die Hamburger Ärztekammer wies darauf hin, nicht das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Kammerpräsident Pedram Emami äußerte in seiner Stellungnahme: „Und das ist für mich die Tatsache, dass die Mitarbeiterschaft ebenso wie Bürgerinnen und Bürger mit der personellen Situation in den Kliniken offenbar absolut unzufrieden sind.“ Innerhalb von drei Wochen hatten mehr als 27.000 Hamburgerinnen und Hamburger die Forderungen nach mehr Personal in den Krankenhäusern vor Ort unterschrieben. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema und die Entwicklung von Zukunftskonzepten wurde ganz klar versäumt. „Die personellen Probleme, die wir aktuell haben, sind Ausdruck eines institutionellen Versagens der vergangenen Jahre“, so Emami.

Die neue Datenbank für Pflegeberatung im Praxis-Check

Datenbank für Pflegeberatung

Sie pflegen einen Angehörigen zu Hause – Sie haben Fragen zu Wohnangeboten in Ihrer Nähe oder benötigen Beratung bei der Bewältigung von Demenz – Sie wollen sich über Missstände beschweren oder Ihr Recht auf Leistungen mit einem Partner durchsetzen?

Dann finden Sie die richtigen Ansprechpartner in der neuen Datenbank der Stiftung ZQP.

Über das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)

Das ZQP ist eine gemeinnützige Stiftung, mit dem Ziel die Versorgungsqualität der Pflege durch Wissen und Wissenschaft zu verbessern. Da Pflege aber ein so weites Themengebiet ist, hat das ZQP sich einige Schwerpunkte gesetzt, die besonders intensiv bearbeitet werden:

  • Prävention und Reha im Kontext Pflege
  • Patientensicherheit und Gewaltprävention
  • Stärkung von Pflegekompetenz und Pflegewissen
  • Qualitätsdarstellung und -entwicklung von Pflege
  • Pflegeberatung

Auf den dritten und fünften Punkt dieser Liste zielt das neue Projekt der Stiftung ab. Sie wollen Kompetenzen und Wissen in die Breite liefern. Erfolgen soll dies Großteils durch die Pflegeberatungen vor Ort. Und genau bei der Suche der örtlichen Angebote wird die Datenbank nun in Zukunft helfen.

Funktionen der Pflegeberatung Datenbank

Die Suchmaske ist sehr einfach und verständlich aufgebaut. Zu Beginn muss der Nutzer das Umfeld eingrenzen, in welchem er nach Angeboten sucht, damit die regional passenden Suchergebnisse angeboten werden können. Dazu wird eine Postleitzahl, Adresse oder Ort benötigt. Auch eine Standortbestimmung durch das ZQP selbst ist möglich, wenn eine Einwilligung vorliegt, die Standortdaten zu übermitteln.

Bildschirmfoto von https://www.zqp.de/beratung-pflege/ mit freundlicher Genehmigung des ZQP

Unter dem Eingabefeld können anschließend Schwerpunkte gesetzt werden, in welchen Bereichen der Nutzer nun Hilfsangebote benötigt. Die Einträge in der Datenbank werden dann nach den Kategorien Pflege, Demenz, Wohnen, Betreuungsrecht, Selbsthilfe und Beschwerden gefiltert.

Bildschirmfoto von https://www.zqp.de/beratung-pflege/ mit freundlicher Genehmigung des ZQP

Suchergebnisse der Datenbank für Pflegeberatung

Je nach Region kann die Liste der Ergebnisse unterschiedlich lang sein. Auch die Entfernungen zur nächstgelegenen Beratungsstelle, können im ländlichen Raum gut und gerne mal über 50 km betragen. Da das ZQP jedoch keinerlei Einfluss auf die Infrastruktur der Beratungsangebote in der Pflege hat, kann man ihm dort keinen Vorwurf machen. Viel mehr begeistert die übersichtliche Anzeige der Suchergebnisse.

Alleine die interaktive Karte, die von Google zur Verfügung gestellt wird, überzeugt im Praxistest. Eine intuitive Bedienung und schnelle Ladezeiten (abhängig von der eigenen Internetverbindung) lassen so schnell einen geeigneten, örtlichen Ansprechpartner finden.

Unter der Karte wird dann der erste Treffer der Suche in einer Art Detailansicht dargestellt. Dort finden sich Kontaktinformationen, ein Überblick über die angebotenen Leistungen und den Träger. Außerdem ist direkt einsehbar, ob Hausbesuche geleistet werden oder die Beratung in einer anderen Form erfolgt (z.B. telefonisch, im eigenen Haus, etc.).

Bildschirmfoto von https://www.zqp.de/beratung-pflege/ mit freundlicher Genehmigung des ZQP

Unter dem ersten Treffer werden die anderen Ergebnisse in einer schlichten Reihung ohne die Detailansicht dargestellt. Durch eine simplen Klick auf das „PLUS“ kann man als Nutzer aber auch sofort die Details der unteren Suchtreffer aufrufen und durchlesen.

Bildschirmfoto von https://www.zqp.de/beratung-pflege/ mit freundlicher Genehmigung des ZQP

Wenn man keinen passenden Treffer gefunden hat, kann man als Nutzer als durch einen Klick auf „Suche ändern“ zur Suchmaske zurückkehren und dort eine neue Suche mit anderen Parametern starten.

Feedback zur neuen Pflegeberatung-Datenbank

Wir finden das ZQP hat tolle Arbeit geleistet. Der schlichte Aufbau und die intuitive Bedienung überzeugen. Die angesprochene Zielgruppe wird sich unserer Meinung nach gut zurecht finden. Auch die Menge an Daten und Einträgen ist erstaunlich. Bei unserer Stichprobe (10 große Städte und 10 Städte mittlerer Größe) haben wir bei jeder Suche ein passenden Angebot gefunden. Da die Datenbank noch weiter wachsen wird, wird das Angebot der Ergebnisse aller Voraussicht nach noch weiter steigen.

Also egal, ob Sie zum Thema Demenz Hilfe brauchen oder eine Auskunft über Wohnangebote suchen, bei der Datenbank für Pflegeberatung des ZQP werden Sie bestimmt fündig.

DBfK spricht die Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem an

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April hat der DBfK ein Statement herausgegeben, welches die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen anspricht.

Forderungen der Präsidentin des DBfK

„Unser Gesundheitssystem gilt nach außen hin als umfassend, leistungsfähig und verlässlich. Und es kostet sehr viel Geld. Wer es allerdings in Anspruch nimmt, stellt in der Regel schnell fest, wo die Lücken und Qualitätsdefizite in der Versorgung liegen“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Vom Fachkräftemangel über geringe Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, Hygienemängel, ökonomische Fehlanreize, Versorgungsbrüche an Sektorengrenzen, Folgen ungesunder Lebensweise, Auswirkungen von Klima- und Umweltveränderungen bis hin zu der Bedrohung durch multiresistente Erreger sind zentrale Herausforderungen ungelöst. Und die verfügbaren Human- und Finanzressourcen sind begrenzt, auch in Deutschland. Wir müssen deshalb endlich hin zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, zu einer konsequenten Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen, die Hilfe suchen, zur Neuausrichtung interprofessioneller Zusammenarbeit im System und zum Abbau von Sektorengrenzen und Doppelstrukturen. Gerade das Potenzial der Pflegeberufe und ihre hohe Kompetenz im Umgang mit kranken und pflegebedürftigen Menschen sind eine Chance, die besser als bisher genutzt werden muss. Andere Länder haben uns das längst vorgemacht – insbesondere in der Primärversorgung und im Sinne von erweiterten Rollen für die Pflegeberufe (Advanced Practice Nursing). Dieses Neuland sollten wir endlich betreten“, fordert die DBfK-Präsidentin.

deutsches Gesundheitssystem wird teurer

Nach einer Meldung des Statistischen Bundesamts vom 21. März 2019 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in Deutschland in 2017 auf 375,6 Milliarden Euro oder 4 544 Euro je Einwohnerin beziehungsweise Einwohner. Wie Destatis weiter mitteilt, entspricht dies einem Anstieg um 4,7 % oder 16,9 Milliarden Euro gegenüber 2016. Der Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag somit bei 11,5 %. Die Gesundheitsausgaben überschritten damit erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag. Für das Jahr 2018 wird ein weiterer Anstieg auf 387,2 Milliarden Euro geschätzt, das wären 3,1 % mehr als im Jahr 2017.

Was ist der DBfK?

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ist die berufliche Interessenvertretung der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Der DBfK ist deutsches Mitglied im International Council of Nurses (ICN) und Gründungsmitglied des Deutschen Pflegerates (DPR).

 

Quelle: https://www.openpr.de/news/1044296/Neuorientierung-gute-Ideen-und-Mut-zu-echten-Innovationen-sind-noetig.html

Tut es die Pflege den Bienen gleich?

Heute berichten verschiedenen Quellen darüber, dass das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern nun übernommen werden soll. Ja richtig gehört, das formulierte Gesetz aus diesem Volksbegehren wird in ein bayerisches Gesetz übernommen. Es kommen zwar noch einige Zusätze hinzu, aber im Großen und Ganzen wird es 1:1 übernommen. Damit wird kein Volksentscheid nötig. Kann die Pflege das auch schaffen?

Volksbegehren „Stoppt den Pflegenotstand an Bayerns Krankenhäusern“

Die Beweggründe für dieses Volksbegehren sind bekannt. Pflegenotstand, mangelnder Nachwuchs, Unterbesetzung und steigender Kostendruck verschlechtern die Situation. Davon sind Altenheime und Krankenhäuser gleichermaßen getroffen. Also springen wir gleich zu den Zielen:

  • Mehr Personal ins Krankenhaus durch gesetzlich festgeschriebene Personal-Patienten-Schlüssel für alle Krankenstationen (Allgemein-, Intensiv-, Intermediate-Care-Stationen), sowie für alle Funktionsbereiche im Krankenhaus (Operationssäle etc.)
  • Verbindlich einzuhaltende Maßnahmen und Konsequenzen bei Personalmangel in der Pflege
  • Härtere Vorgaben für Hygiene und Reinigung im Krankenhaus, um Infektionen zu verhüten
  • Eine genauere und bedarfsgerechtere Landeskrankenhausplanung
  • Eine Erweiterung des Krankenhausplanungsausschusses um Patienten- und Gewerkschaftsvertreter sowie Vertreter der wichtigsten Berufsgruppen

Wie ist der Stand des Volksbegehrens?

Aktuell wurden 100.000 Unterschriften beim bayerischen Innenministerium eingereicht. Dazu der Beauftragte des Volksbegehrens, Harald Weinberg, MdB DIE LINKE: „Wir müssen die Pflegesituation für die Patientinnen und Patienten sowie für die medizinische Belegschaft an den Krankenhäusern dringend verbessern. Und das Wichtigste dabei ist mehr Personal. Das wollen wir mit unserem Volksbegehren erreichen. Wir nehmen den Rückenwind des erfolgreichen Volksbegehren gegen das Artensterben mit und sind zuversichtlich, diesen Erfolg mit unserem Thema wiederholen zu können.“

Das Bündnis des Volksbegehrens hat auch einen eigenen Gesetzesentwurf veröffentlicht. Dieser und die Unterschriften werden aktuell vom Innenministerium geprüft. Nach der Prüfung gibt es verschiedene denkbare Szenarien. Ein Volksentscheid über den Gesetzesentwurf ist möglich. Zudem prüft das Ministerium die juristische Zulässigkeit des Gesetzentwurfs des Volksbegehrens.

Kritik am Volksbegehren

Eine der Forderungen ist ein festgelegter Schlüssel von Patient zu Pflegekraft. Dieser sollte nach den Initiatoren wie folgt aussehen:

 

  • Für Intensivstationen werden abhängig vom Pflegebedarf Pflege-Patient*innen-Schlüssel zwischen 1:1 und 1:3 festgelegt.
  • Für alle anderen Stationen wird der Personalbedarf auf Grundlage eines Bewerten-Bemessungs-Systems (PPR) ermittelt.

Das PPR-System stammt aus den 90er Jahren und kann die heutige Arbeitsbelastung nicht wahrheitsgetreu widerspiegeln. Dieses Instrument eignet sich genau so wenig für eine gute Personalplanung wie die neuen Personaluntergrenzen von Herrn Spahn auf Bundesebene.

Pflegepersonalbemessung, ja, aber bitte richtig und evident

Die geforderte Mindestbemessung mit der PPR-Methode wird scheitern. Die Minutenwerte je nach Einstufung stimmen nicht mit der Realität überein. Daher hat der Deutsche Pflegerat e.V. ein eigenes wissenschaftliches Instrument zur Pflegepersonalbemessung entworfen. Es stammt aus einem Expertengremium, bestehend aus freier Wirtschaft, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Herausgekommen ist ein recht ausgereiftes Instrument, welches den tatsächlichen Bedarf an Pflegekräften abbilden kann. Es legt dabei Berechnungen aus der PPR-Methode, LEP und Acuity-Dependency zusammen und schafft somit das PPBI (Pflegepersonalbemessungsinstrument).

Wir hatten das Glück auf dem Deutschen Pflegetag 2019 die Vorstellung dieses Modells durch Prof. Isfort folgen zu dürfen und haben es als schlüssig und sinnvoll empfunden. Hoffentlich kennen die Initiatoren des Volksbegehrens in Bayern dieses Modell und arbeiten es noch in ihren Gesetzesentwurf ein. Denn Evidenz wird in der ewigen Personaldebatte dringend benötigt.

Links zu den Modellen:

 

 

Kommentar – Wunschdenken bei Frau Huml?

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat zum Auftakt der Altenpflegemesse 2019 in Nürnberg die neuen Perspektiven der Pflegeausbildung in den Vordergrund gestellt. Ihrer Meinung nach, wird die Altenpflege von der neuen generalistischen Pflegeausbildung profitieren. Das sehe ich anders.

Ein Kommentar von Oliver Weymann:

„Ich verdiene weniger Geld im Altenheim als im Krankenhaus. Dazu die ständige Unterbesetzung. Ja, ich glaube ich gehe lieber nach meinen zwei Jahren der Orientierung in der Pflegeausbildung in die Altenpflege anstatt in die Krankenpflege.“ – Ja diese Darstellung ist natürlich etwas überspitzt, aber wie sonst kommt die bayerische Gesundheitsministerin zu solchen Hoffnungen? Die Realität sieht wahrlich anders aus.

Frau Huml, die neuen Bachelor und Masterstudiengänge werden niemanden in die Altenpflege locken. Der Öffentlichkeit ist bewusst, dass die Altenpflege einen noch schweren Stand hat als die Krankenpflege. Ja die Pläne lassen hoffen, dass die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung verbessert werden. Aber jetzt zu behaupten, des neue Pflegeberufegesetz mache die Ausbildung attraktiver, ist mit Verlaub, so realitätsfern wie es nur sein kann.

Qualitätsverlust – die Schuld liegt bei der Politik

Besuchen Sie bitte mal die Altenpflegeschulen in Bayern. Machen Sie sich ein Bild von der dort herrschenden Qualität. Nicht das die sinkende Qualität der letzten Jahre an den jungen Frauen und Männern die sich für dieses Berufsweg entscheiden. Nein die sinkende Qualität liegt an den Personalleitungen in den Einrichtungen der stationären Altenpflege. Die müssen einfach fast alles nehmen und einstellen, was sie bekommen können. Und nur um das nochmal klar zu stellen, möchte ich noch eine Lanze für die Altenpflegerinnen und Altenpfleger brechen. Dieser Beruf ist mindestens genauso anspruchsvoll als der, der Gesundheits- und Krankenpflege. Und alleine die Abschaffung des Schuldgeldes, nebenbei viel zu spät, wir leben im Jahre 2019, wird keine Massen in die Altenpflege bewegen, wenn Sie nicht grundlegend die Rahmenbedingungen verbessern. Diese Beruf hat mehr verdient, als die bloße Hoffnung von Ihnen. Er hat eine merkbare finanzielle, gesellschaftliche und politische Aufwertung verdient.

Löhne in der Altenpflege inakzeptabel!

In einer neuen Studie der Hans-Böckler-Stiftung wird deutlich, dass umfassende Aufwertungen in der Altenpflege dringend notwendig sind – auch in Bezug auf den Fachkräftemangel. Obwohl es in letzter Zeit einige Verbesserungen gab, sind Pflegeberufe, gemessen an Verantwortung, Anforderungen und notwendigen Qualifikationen, immer noch sehr schlecht bezahlt. Speziell die Bezahlung von Altenpflegerinnen und Altenpflegern liegt stark zurück. Eine Fachkraft in der Altenpflege kam 2017 im Mittel (Medien) auf lediglich rund 2740 € brutto für eine Vollzeitstelle. Das entspricht in etwa nur 85 Prozent des mittleren Verdienstes für alle Berufe. Im Bereich des mittleren Lohns aller Berufsgruppen in Deutschland liegt der Verdienst von Fachkräften der Gesundheitspflege in Krankenhäusern. Für eine Vollzeitstelle sind hier pro Monat rund 3200 € brutto angesetzt. Altenpflegehilfskräfte hingegen verdienen in Vollzeit durchschnittlich nur rund 1940 € brutto pro Monat. Das geht aus einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) an der Hochschule Gelsenkirchen hervor.

Ausgewertet wurde die repräsentative Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit für die Jahre 2017 und 2012 von den Studienautorinnen Michaela Evans und Christine Ludwig. Neben dem Verdienstniveau lag der Fokus auf der Entwicklung und der Verteilung der Verdienste. Es war zu beobachten, dass die Entlohnung von Altenpflegekräften sehr stark nach Beruf, Region und Art der Pflegeeinrichtung differieren. So ist die Bezahlung von Altenpflegekräften in Krankenhäusern (Tarifvertrag) deutlich besser als zum Beispiel in Senioreneinrichtungen oder der ambulanten Pflege. In der ambulanten Altenpflege ist die Bezahlung besonders niedrig, da hier in sehr seltenen Fällen nach Tarif bezahlt wird.

Die Ergebnisse lassen auch einen Blick auf die unteren 20 Prozent der Verdienste in den verschiedenen Pflegetätigkeiten zu. In der ambulanten Pflege liegen die Einkommen der Altenpflegehelfer und -helferinnen für eine Vollzeitstelle unter 1560 € pro Monat. Hier befindet man sich im Bereich des allgemeinen Mindestlohns. „Eine Zahl, die an Brisanz gewinnt, verdeutlicht man sich, dass 67 Prozent der Hilfskräfte in der Altenpflege in Teilzeit arbeiten und deshalb noch einmal niedrigere Einkommen erzielen“, sagt IAT-Expertin Evans.

„Die Beschäftigten im gesellschaftlich enorm wichtigen Tätigkeitsfeld der Altenpflege tragen ein überdurchschnittliches Risiko, trotz Arbeit arm zu sein“, konstatiert Studienautorin Ludwig. „Das ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern es stellt eine schwere Hypothek für die Arbeitskräftesicherung in der Altenpflege dar“ – und damit auch für die gesamte Gesellschaft und die Wirtschaft: „Auch in anderen Branchen leistet die Altenpflege über ihre Dienste einen Beitrag dazu, den Produktionsfaktor ‚Arbeit‘ abzusichern. Denn zunehmend mehr Erwerbstätige sind gleichzeitig pflegende Angehörige“, schreiben die Wissenschaftlerinnen.

Nach der Analyse der IAT – Expertinnen braucht es eine arbeitspolitische „High Road“ – Strategie, um einerseits die Altenpflege aufzuwerten und andererseits der zunehmenden Fluktuation entgegen zu wirken. Flächendeckende tarifliche Mindeststandards müssen Teil dieser Strategie sein, damit faire Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden können. Angefangen bei Lohn – und Tariffragen müssen auch Themen wie Personalbemessung, verlässliche Arbeitszeiten, berufliche Qualifizierung oder auch die Einführung digitaler Technik überdacht werden. Die dafür notwendige Datengrundlage könne ein neu einzurichtendes Berichtssystem zur Verdienst – und Personalstrukturentwicklung in der Altenpflege liefern.

Außerdem müssten die gesetzlichen Gegebenheiten für die Refinanzierung von Lohnerhöhungen in der Brosche verändert werden. Derzeit hat es Auswirkung auf die Eigenbeiträge der Gepflegten, wenn Pflegerinnen und Pfleger der Altenhilfe besser vergütet werden, da die Pflegeversicherung Lohnerhöhungen nicht übernimmt. Durch diesen Mechanismus würden die Löhne in der Altenpflege „faktisch auf relativ niedrigem Niveau ausgebremst“, erklären die Wissenschaftlerinnen.

Ein weiterer Grund die Löhne in der Altenpflege der Bezahlung in der Krankenpflege anzunähern ist, die Reformierung der Ausbildung für Pflegeberufe. Ab 2020 werden alle Pflegerinnen und Pfleger zunächst mit einer „generalistischen“ Ausbildung beginnen und sich erst im zweiten Schritt für eine Spezialisierung entscheiden.

Rückstand etwas reduziert, aber weiter groß:

Im Jahr 2017 betrug der Bruttomedianverdienst über alle Berufe und Tätigkeiten in Deutschland hinweg 3209 Euro monatlich für eine Vollzeitbeschäftigung. Die mittleren Verdienste von Vollzeitkräften in der Altenpflege lagen weitaus niedriger. Für Fachkräfte reichen sie von im Mittel 3252 Euro in Krankenhäusern über 2821 Euro in Pflegeheimen bis zu 2471 Euro in der ambulanten Pflege, wobei ein Fünftel der Fachkräfte in der ambulanten Pflege in Vollzeit sogar weniger als 2000 Euro brutto verdient (siehe auch Tabelle 1 auf den Seiten 34 bis 35 der Studie; Link unten). Bei Helferinnen und Helfern liegen die mittleren Vollzeit-Bruttolöhne zwischen 1986 Euro in Alten- und 1983 Euro in Pflegeheimen sowie 1836 Euro in der ambulanten Pflege, wobei hier das schlechtest bezahlte Fünftel maximal 1560 Euro verdient.

Zwar sind die Löhne in der Altenpfleg zwischen 2012 und 2017 etwas stärker gestiegen als im Mittel aller Berufsgruppen. Die Altenpflegeberufe haben im Vergleich zum Gesamtmedian trotzdem nur moderat aufgeholt und liegen – Fach- und Hilfskräfte zusammengenommen – weiter unter 80 Prozent. Dagegen lagen Fachkräfte in der Krankenpflege mit einem mittleren Vollzeit-Einkommen von 3337 Euro etwas über dem Mittelwert für alle Berufe und Tätigkeiten. Hilfskräfte in der Krankenpflege erreichten mit im Mittel 2502 Euro 78 Prozent des allgemeinen Medians.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Hier gehts zum Forschungsförderung Working Paper, Nr. 128, März 2019

BGW stellt Prävention in den Vordergrund

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) verlangt mehr präventive Bemühungen von Arbeitgebern, um die Zahl der Arbeitsunfälle zu verhindern.

Die Zahlen aus der statistischen Auswertung von Arbeitsunfällen im Pflegealltag:

  • 30.4 % der Unfälle waren Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
  • 28,1 % der Unfälle sind beim Umgang oder Transport von Menschen und Gegenständen geschehen
  • 6,1 % entfielen auf Unfälle beim Führen eines Fahrzeuges
  • 5,4 % entstanden bei dem Umgang mit Maschinen oder Werkzeugen
  • 5,2 % der Arbeitsunfälle ließen sich auf Gewalt und Angriffe zurückführen
  • 24,8 % waren anderweitige Unfälle
Quelle: BGW

Im Jahr 2017 ereigneten sich in den nicht staatlichen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland 21,4 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollbeschäftigte. Damit lag die Arbeitsunfallquote dort 5,7 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert der nicht staatlichen Einrichtungen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege. Diese Werte hat die BGW nun dazu motiviert ihr Angebot zur Prävention von Arbeitsunfällen zu erweitern.

So sieht der zeitliche Verlauf von Arbeitsunfällen in der Pflege aus:

Infografik: Der BGW gemeldete Arbeitsunfälle je 1.000 Vollbeschäftigte; Quelle BGW

BGW-Präventionsleiterin Jutta Lamers: „Neben spezifischen Maßnahmen wie dem Einsatz rutschhemmender Fußbodenbeläge, dem Tragen rutschsicherer und haltgebender Schuhe und einem gezielten Deeskalationsmanagement zum Vorbeugen aggressiver Übergriffe kann es sich auch lohnen, den Zeitdruck im Arbeitsalltag durch organisatorische Veränderungen zu reduzieren. Stress und Hektik erhöhen das Unfallrisiko.“

In Unternehmen mit erhöhter Unfallquote ist dies ein Indiz dafür, laut BGW, dass eine Präventionskultur fehlt. Oder das angebotene Präventionsangebot nicht wahrgenommen wird.

Basisinformationen zum sicheren und gesunden Arbeiten in der Pflege bietet die BGW unter anderem in ihrer Broschüre „BGW kompakt – Angebote, Informationen, Leistungen für das Management in der Pflege“. Zu finden ist diese unter www.bgw-online.de, Suche: 03-03-110.

Quelle: : Text über ots und www.presseportal.de/nr/77149

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